Wird Malaria jetzt zur nächsten Killer-Seuche?

Die Anophelesmücke ist der wichtigste Überträger von Malaria
Die Anophelesmücke ist der wichtigste Überträger von Malaria © Fotolia

An Malaria sterben schon jetzt knapp eine Million Menschen im Jahr. Doch nun haben Wissenschaftler eine Mutation bei dem Parasiten entdeckt. Sie könnte ihn unbesiegbar machen.

Das wichtigste Malariamedikament könnte wirkungslos werden. Darauf weist eine Studie der London School of Hygiene & Tropical Medicine hin. Sie konnte bestätigen, dass der Parasit Plasmodium falciparum, der für fast alle Malariafälle verantwortlich ist, eine Resistenz gegen den Wirkstoff Artemisinin entwickelt.

Artemisinin ist derzeit die wichtigste Waffe im Kampf gegen Malaria. Kein anderer Wirkstoff verringert im Blut so effizient die Anzahl der Erreger – zumindest bislang.

Bereits 2013 wies eine erste Studie auf eine Mutation im Gen ap2mu des Parasiten hin. Die Erreger wurden im Blut von kenianischen Kindern gefunden - nachdem diese mit Artemisinin behandelt wurden. Die Vermutung: Die Mutation schützt den Parasiten vor dem Medikament. Die Wissenschaftler aus London konnten das jetzt bestätigen und mit konkreten Zahlen belegen: Um etwa 32 Prozent ist die Wirksamkeit des Stoffes bei den mutierten Erregern verringert.

 

Erstes Zeichen einer schlimmen Malariawelle

„Unsere Erkenntnisse könnten ein erstes Zeichen für eine noch viel schlimmere Malariawelle sein“, sagt Studienleiter Dr. Colin Sutherland. „Wir mussten schon aufhören, Chinin zu nutzen, weil der Erreger dagegen eine Resistenz entwickelt hat. Sollte das nun auch bei Artemisinin der Fall sein, dann stehen wir vor einem Riesenproblem.“

Malaria ist die weltweit häufigste Tropenkrankheit, an der jährlich schätzungsweise 250 Millionen Menschen erkranken. Zwischen 800.000 und 1,2 Millionen Menschen sterben daran, etwa die Hälfte von ihnen sind Kinder unter fünf Jahren. Sollte Artemisinin seine Wirksamkeit verlieren, dann werden diese Zahlen noch einmal deutlich ansteigen.

Hamburg, 20. April 2015

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