Wir haben was gegen Tinnitus

Redaktion PraxisVITA
Tinnitus
Tinnitus schränkt die Lebensqualität von Betroffenen oft stark ein. Sanfte Hilfe kommt aus der Natur © serdjophoto/iStock

Fiepen, Rauschen, Brummen – bevor der Krach im Ohr zum Dauergast wird und uns den letzten Nerv raubt, holen wir uns sanfte Hilfe aus der Natur.

Manchmal tauchen sie wie aus dem Nichts einfach auf, ein anderes Mal fangen sie leise an, steigern sich mit der Zeit bis ins Unerträgliche oder sie sind immer mal wieder ungebetene Gäste: lästige Ohrgeräusche. Darunter leiden viele von uns: Bis zu zehn Millionen Deutsche haben schon einmal erleben müssen, wie aufreibend ein Tinnitus sein kann.

Tinnitus: Manchmal ein dauerndes Problem

Zum Glück treten Ohrgeräusche in vielen Fällen nur vorübergehend auf. Doch bei fast drei Millionen Betroffenen bleiben sie für immer! Immerhin lernt rund die Hälfte der Tinnitus-Patienten, im Laufe der Zeit besser mit den Störfrequenzen im Ohr umzugehen. Doch bei den anderen kann der Leidensdruck groß werden und zunehmend das Privat- und Berufsleben beeinträchtigen.

Ausgelöst wird das Leiden häufig durch eine traumatische Innenohrschädigung wie beispielsweise durch einen Knall oder zu laute Musik. Ein weiterer Übeltäter ist Stress, der die Anfälligkeit für Tinnitus erhöhen kann. Aber auch chemisch-synthetische Arzneimittel, Entzündungen und Durchblutungsstörungen können den Lärm im Kopf verursachen. Ältere Menschen sind häufiger von Tinnitus betroffen als jüngere.

Wie die Natur hilft

Tinnitus
Laut zahlreicher klinischer Studien kann der Ginkgo-Spezialextrakt EGb 761® Ohrgeräusche wahrnehmbar lindern  © iStock/no_limit_pictures

„Ohrgeräusche, die länger als einen Tag anhalten, sind ein medizinischer Notfall“, erklärt Prof. Dr. Matthias Tisch, HNO-Arzt aus Ulm. „Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Heilungschancen.“ Ein wichtiger Therapiebaustein ist, die Fließfähigkeit des Blutes zu bessern. Dabei kann der Ginkgo-Spezialextrakt EGb 761® (enthalten in Tebonin, Apotheke) helfen, dessen Wirkung bei Tinnitus durch Studien belegt ist. „Der Pflanzenextrakt macht rote Blutkörperchen elastischer und verbessert die Durchblutung kleinster Gefäße“, so Prof. Dr. Tisch.

Lückenlose Behandlung

Wichtig zu wissen: Es dauert mehrere Wochen, bis sich Ohrgeräusche nach regelmäßiger und ausreichend dosierter Einnahme (zweimal täglich 120 Milligramm) wahrnehmbar und objektiv messbar verringern können. Zugleich wird auch die subjektive Belastung durch das Ohrgeräusch deutlich geringer. Bei einem akuten Tinnitu verbessert sich auch die Mikrozirkulation im Innenohr, sodass es nicht selten zu einer vollständigen Heilung kommt. Aber auch diejenigen, die länger als drei Monate unter einem Tinnitus leiden, können von einer gezielten Therapie profitieren: Auch wenn die Symptome nicht völlig verschwinden, wird der Tinnitus dann als weniger belastend empfunden.

Mit Entspannungstechniken gegen den Tinnitus

Sind wir häufig im Stress, ist es wichtig, Entspannungstechniken zu erlernen, damit wir Belastungen besser bewältigen können. „Parallel zu der Therapie wird auch hier der Ginkgo-biloba-Spezialextrakt verschrieben“, sagt Prof. Dr. Matthias Tisch. Das pflanzliche Präparat macht das Gehirn anpassungs- und lernfähiger, da der Extrakt die Bildung neuer Nervenzellfortsätze und -verknüpfungen anregt: Die Signalverarbeitung im Gehirn wird nachhaltig gebessert. So kann das „Verlernen“ des Tinnitus gefördert werden. Das ist ein langer Weg. Aber schon die ersten Schritte auf dieser Spur – eine etwas geringere Belastung durch den Tinnitus – ist bereits ein guter Erfolg bei einer so schwer behandelbaren Krankheit.

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.