Windeldermatitis – was tun?

Kinderärztin Dr. Nadine Hess - Profitipps gegen Windeldermatitis
Expertin Dr. Hess: „Wechseln Sie die Windeln häufig und schauen Sie in der Akutphase einer Windeldermatitis lieber einmal mehr als einmal weniger nach, ob die Windel schon wieder voll ist.“ © privat

Was kann alles zu einer sogenannten Windeldermatitis führen? Wie kann man eine akute Windeldermatitis behandeln und wie dauerhaft verhindern, dass es nicht wieder vorkommt?

 

Das sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess

Eines der häufigsten Probleme, mit denen man als Kinderarzt konfrontiert wird, ist die Windeldermatitis. Manchmal kommt es im Rahmen einer Infektion dazu – das Kind hat einen fieberhaften Infekt und plötzlich ist auch der Po rot, teilweise kann es sogar tiefgehende Hautdefekte geben. Oder ein Zähnchen bahnt sich seinen Weg und führt neben Schmerzen im Mund auch noch zu einem wunden Po. Auch säurehaltige Lebensmittel wie Orangensaft, Tomaten oder Erdbeeren können eine Windeldermatitis begünstigen. Und natürlich zu seltener Windelwechsel – Stuhl und Urin sind für die Haut aggressive Substanzen, die sie schnell reizen können.

 

Windeldermatitis – so reinigen Sie die wunde Haut am Po

Weniger Windeldermatitis durch Ökowindeln
Ein Umstieg auf Ökowindeln kann helfen, das Risiko einer Windeldermatitis zu verringern© Fotolia

Erst einmal ist bei Windeldermatitis wichtig, dass man die angegriffene Haut vorsichtig säubert und dann mit einer pflegenden, gleichzeitig schützenden Paste behandelt. Feuchttücher sollten Sie am besten nur unterwegs verwenden – reinigen Sie die Haut statt dessen mit Wasser oder Olivenöl. Ist der Po sehr wund, kann jedoch selbst Wasser brennen. Dann helfen Zusätze im Wasser, die beruhigend und entzündungshemmend wirken. Ich empfehle, in das Wasser ein bisschen Tannolact Badezusatz einzustreuen und damit den Po zu reinigen. Zusätzlich kann man auch ein Bad damit machen (und sich vorher einfach etwas Badewasser zur Seite stellen, mit dem man dann am nächsten Tag den Windelbereich säubert).

 

Windeldermatitis: So beschleunigen Sie die Wundheilung

Nach der Reinigung cremen Sie den Po messerrückendick mit einer Zinksalbe (Pasta zinci mollis, rezeptfrei in der Apotheke erhältlich) ein. Zum einen hilft sie bei der Wundheilung, zum anderen schützt sie so dick aufgetragen die Haut vor aggressivem Stuhl und Urin. Allerdings ist es wichtig, dass die Paste bei jedem Windelwechsel neu aufgetragen wird.

 

Windeldermatitis vorbeugen

Einkaufen: säurehaltige Lebensmittel meiden, Windeldermatitis vorbeugen
Säurehaltige Lebensmittel wie Orangensaft, Tomaten oder Erdbeeren können eine Windeldermatitis begünstigen. Meiden Sie diese, um einer erneuten Entzündung vorzubeugen© Fotolia

Wechseln Sie die Windeln häufig und schauen Sie in der Akutphase einer Windeldermatitis lieber einmal mehr als einmal weniger nach, ob die Windel schon wieder voll ist. Glücklicherweise haben die neuen Windeln alle einen superabsorbierenden Gelkern und nehmen viel Flüssigkeit auf, dennoch sollten Stuhl und Urin nur so kurz wie möglich Kontakt mit der Haut haben. Oft reichen diese Maßnahmen schon aus. In hartnäckigen Fällen kann man die Windelregion auch mit einer speziellen, farbigen Tinktur (Pyoktanin 0,1-0,5%) betupfen, die desinfizierend wirkt und die Windeldermatitis behebt. Die Tintur sollte alle ein bis zwei Tage mit einem Wattestäbchen auf die besonders betroffenen Stellen (ich habe insbesondere gute Erfahrungen bei tiefen, offenen Bereichen damit gemacht) aufgetragen werden. Sie müssen allerdings vorsichtig sein, dass Sie nicht kleckern, aus der Wäsche gehen Pyokataninflecken nicht mehr heraus.

 

Heilwolle gegen Windeldermatitis

Auch mit Heilwolle, die es im Reformhaus und in der Apotheke zu kaufen gibt und die direkt in die Windel eingelegt wird, habe ich schon oft gute Erfahrungen gemacht.

 

Windeldermatitis durch allergische Reaktion?

Wenn alles nichts hilft und eine Pilzinfektion ausgeschlossen werden kann, dann habe ich es auch schon mehr als einmal erlebt, dass der Grund für die Beschwerden eine allergische Reaktion auf den Gelkern der Windel war. Sobald die Windel auf eine Ökowindel gewechselt wurde, erholte sich die Haut in Rekordzeit.

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