Windeldermatitis: Was hilft schnell?

Dr. med. Nadine McGowan Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin

Die Windeldermatitis ist eines der häufigsten Probleme bei Kleinkindern. Was kann alles zu einer sogenannten Windeldermatitis führen? Was hilft schnell? Und was sollten Eltern tun, um zu verhindern, dass sie erneut auftritt? Expertin Dr. med. Nadine McGowan kennt die Antworten.

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Eines der häufigsten Probleme, mit denen man als Kinderarzt konfrontiert wird, ist die Windeldermatitis, auch Windelausschlag genannt. Besorgte Eltern haben dann viele Fragen und möchten unter anderem wissen: Windeldermatitis – was hilft schnell? Und was ist das eigentlich?

 

Was ist eine Windeldermatitis?

Dabei handelt es sich um eine sehr oft auftretende Hauterkrankung im Bereich der Windel bei Säuglingen und Kleinkindern. Vor allem Babys zwischen neun und zwölf Monaten sind betroffen. Die Haut ist entzündet, der Po wird wund – und bietet einen idealen Nährboden für Pilze und Bakterien: Deshalb sollten Eltern schnell etwas dagegen unternehmen.

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Welche Symptome zeigen sich bei einer Windeldermatitis?

Typische Symptome der Windeldermatitis beim Baby sind großflächige, unscharfe Rötungen, sogenannte Erytheme. Diese Rötungen können nässen und am Rand kleine Eiterbläschen oder Hautknötchen aufweisen. Manchmal bereiten sich diese Pusteln auch bis an die Oberschenkelinnenseiten und den unteren Rücken aus. 

 

Die Ursachen einer Windeldermatitis

Stuhl und Urin sind aggressive Substanzen, die die Haut des Babys schnell reizen können, genau wie die Reibung durch die Windel. Das feuchtwarme Milieu begünstigt zudem die Entstehung einer Windeldermatitis. Deshalb sollte die Windel regelmäßig geprüft und gewechselt werden. Manchmal kommt es aber auch im Rahmen einer Infektion zu der Entzündung – das Kind hat einen fieberhaften Infekt und plötzlich ist auch der Po rot, teilweise kann es sogar tiefgehende Hautdefekte geben. Oder ein Zähnchen bahnt sich seinen Weg und führt neben Schmerzen im Mund auch noch zu einem wunden Po beim Baby. Andere Ursachen sind säurehaltige Lebensmittel wie Orangensaft, Tomaten oder Erdbeeren. Doch was hilft bei Windeldermatitis?

 

Windeldermatitis: Was hilft schnell?

Was tun bei Windeldermatitis? Erst einmal ist bei Windeldermatitis wichtig, dass man die angegriffene Haut vorsichtig säubert und dann mit einer pflegenden, gleichzeitig schützenden Paste behandelt. Feuchttücher sollte man am besten nur unterwegs verwenden – stattdessen kann man die Haut mit Wasser oder Olivenöl reinigen. Ist der Baby-Po sehr wund, kann jedoch selbst Wasser brennen. 

Dann helfen Zusätze im Wasser, die beruhigend und entzündungshemmend wirken. Empfehlenswert ist es, in das Wasser etwas Tannolact-Badezusatz einzustreuen und damit den Po zu reinigen. Zusätzlich kann man auch ein Bad damit machen (und sich vorher einfach etwas Badewasser zur Seite stellen, mit dem man dann am nächsten Tag den Windelbereich säubert).

Nach der Reinigung ist es wichtig, den Po messerrückendick mit einer Zinksalbe (Pasta zinci mollis, rezeptfrei in der Apotheke erhältlich) einzucremen. Zum einen hilft sie bei der Wundheilung, zum anderen schützt sie so dick aufgetragen die Haut vor aggressivem Stuhl und Urin. Allerdings ist es wichtig, dass die Paste bei jedem Windelwechsel neu aufgetragen wird.

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Windeldermatitis – was kann man noch tun? 

Die Windeln sollten häufig gewechselt werden und in der Akutphase einer Windeldermatitis lieber einmal mehr als einmal weniger kontrolliert werden, ob die Windel schon wieder voll ist. Glücklicherweise haben die neuen Windeln alle einen stark absorbierenden Gelkern und nehmen viel Flüssigkeit auf, dennoch sollten Stuhl und Urin nur so kurz wie möglich Kontakt mit der Haut haben, um den Windelausschlag nicht zu begünstigen. 

 

Windeldermatitis mit Tinktur oder Heilwolle behandeln

Oft reichen diese Maßnahmen schon aus. In hartnäckigen Fällen kann man die Windelregion auch mit einer speziellen, farbigen Tinktur (Pyoktanin 0,1-0,5 Prozent) betupfen, die desinfizierend wirkt und die Windeldermatitis behebt. Die Tinktur sollte alle ein bis zwei Tage mit einem Wattestäbchen auf die besonders betroffenen Stellen aufgetragen werden. Eltern sollten allerdings vorsichtig sein, dass sie nicht kleckern – aus der Wäsche gehen Pyokataninflecken nicht mehr heraus.

Eine weitere Alternative ist Heilwolle, die es im Reformhaus und in der Apotheke zu kaufen gibt. Sie wird nach der Säuberung auf die gereizte Stelle gelegt, bevor die Windel geschlossen wird – so wirkt sie entzündungshemmend. Wird die Windel gewechselt, muss auch die Heilwolle ausgetauscht werden.

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Wenn alles nichts hilft und eine Pilzinfektion ausgeschlossen werden kann, könnte der Grund für die Beschwerden eine allergische Reaktion auf den Gelkern der Windel sein. Sobald die Windel auf eine Ökowindel gewechselt wird, sind die Rötungen schnell Geschichte. In jedem Fall ist es aber gut zu wissen, was bei Windeldermatitis schnell hilft.

Zusätzliche Quellen:
Was ist eine Windeldermatitis/Windelsoor?, in: kinderaerzte-im-netz.de
Windeldermatitis mit zinkhaltiger Salbe vorbeugen, in: kinderaerzte-im-netz.de
Dexpanthenol schützt den Baby-Po vor Windeldermatitis, in: aerztezeitung.de

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