Wieso uns Action-Filme dick machen

Action macht krank
Actionfilme machen krank – weil sie so ablenkend sind © Fotolia

Aus medizinischer Sicht besitzt der Fernseher keinen besonders guten Ruf. Der Grund: Man sitzt viel und bewegt sich entsprechend wenig. Doch nun zeigen Forscher, dass es außerdem für unsere Gesundheit einen großen Unterschied macht, was genau wir uns im TV anschauen.

Beim Essen darf man sich nicht ablenken lassen, da man sonst Gefahr läuft, mehr zu sich zu nehmen, als man eigentlich sollte. Das ist ein grundsätzliches Problem. Besonders von der Nahrungsaufnahme ablenkende – und damit den Kalorien-Konsum fördernde – Tätigkeiten sind z.B. Lesen, Radio hören, Gespräche und eben das Schauen von Fernsehen oder Filmen.

 

Das Tempo ist entscheidend

Tatsächlich – und das zeigt eine aktuelle Studie der Cornell University in New York – ist es aber nicht egal, was wir im Fernsehen anschauen. Viel mehr haben Faktoren – wie die Intensität der Filmmusik, Häufigkeit der Schnitte oder das Erzähltempo der Handlung – einen großen Einfluss darauf, wie viel mehr wir aufgrund von Ablenkung essen.

Für die Untersuchung wurden 94 – hinsichtlich des Studienaufbaus – nichtsahnende Probanden jeweils für 20 Minuten vor einen Fernseher gesetzt. Die Programmwahl war zufällig und variierte zwischen entweder einem Actionfilm, dem gleichen Actionfilm ohne Ton und einem ‚action-freien’ Interview aus dem Vorabendprogramm.

Ohne zum Konsum aufgefordert zu werden, bekamen alle Probanden – unabhängig vom Programm – Schokolinsen, Schokokekse, Karotten und Trauben zum Naschen bereit gestellt. Damit die Forscher genau feststellen konnten, wie viel von den Naschereien verspeist worden sind, wurden die Snacks vor und nach dem Versuch entsprechend gewogen.

 

Actionfilm lässt das Essen vergessen

Die Ergebnisse waren überraschend. Probanden der Actionfilm-Gruppen nahmen durchschnittlich 98 Prozent mehr Snacks (206,5 Gramm und 354,1 Kalorien) zu sich, als die der ‚action-freien’ Interview-Gruppe (104,3 Gramm und 214,6 Kalorien). Selbst ganz ohne Ton konsumierten die Studienteilnehmer der Actionfilm-Gruppe noch rund 36 Prozent mehr Snacks, als die Probandengruppe, denen das Interview gezeigt wurde.

Die Forscher belegen damit: Je mehr „Action“ ein Film – aufgrund z.B. rascher Schnittfolgen oder aufregender Musik – hat, desto „ablenkender“ ist er und desto mehr Kalorien nimmt der so abgelenkte Zuschauer zu sich. Nach Aussagen von Experten ist der actionbedingte Mehrverzehr dabei so hoch, dass Übergewicht und ein Anstieg des Risikos für Herzkreislauf-Erkrankungen und Diabetes die Folgen sein können.

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