Wieso Männer helfen wollen, wenn sie High-Heels sehen

High-Heels verursachen Helfersyndrom bei Männern
High-Heels lassen die Beine einer Frau länger erscheinen – und machen sie dadurch für Männer attraktiver © Shutterstock

Wenn eine Frau die Hilfe eines Mannes braucht, sollte sie einfach darauf achten, was sie für Schuhe trägt. Denn offenbar leiden Männer an einem bisher kaum untersuchten Helfer-Syndrom, das durch den Anblick von High-Heels ausgelöst wird. Praxisvita hat für Sie die Fakten.

In einer aktuellen Studie haben Forscher der Universität der Südbretagne in Frankreich den Einfluss des weiblichen Schuhwerks – und deren Absätze – auf die Hilfsbereitschaft des Mannes untersucht.

 

High-Heels im wissenschaftlichen Feldversuch

Für die Studie ließ das Forscherteam um Studienleiter Professor Nicolas Guéguen Frauen mit unterschiedlichen Absatzhöhen auf die Männerwelt los. Im ersten Versuch sprachen Frauen – abwechselnd mit High-Heels und ohne – willkürlich Männer an und baten sie an einer Umfrage teilzunehmen.

In einem zweiten Test ließen die Probandinnen vor den Augen eines Mannes einen Handschuh fallen – in einer Weise, die den Männer vortäuschte, dass die Frauen es nicht bemerkt hatten.

Die Ergebnisse waren eindeutig. In beiden Tests zeigten sich Männer erheblich hilfsbereiter, wenn sie mit Frauen auf High-Heels konfrontiert waren – unabhängig davon, ob die Männer direkt angesprochen wurden (Umfrage) oder unaufgefordert (Handschuh) den Frauen beiseite springen sollten. „Offenbar“, so erklärt Professor Guéguen, „werden Männer beim Anblick von Absatzschuhen von einem spontanen Helfersyndrom erfasst“. Ein vermutlich unterbewusster Vorgang.

 

Wieso reagieren nur Männer auf High Heels?

Um zu überprüfen, ob das Helfersyndrom auf Männer beschränkt ist, wiederholten die Forscher den Versuch mit anderen Frauen. Doch das weibliche Geschlecht zeigte kein gesteigertes Bedürfnis, High-Heels tragenden Frauen zu helfen.

Wieso nur Männer auf das Schuhwerk von Frauen reagieren, erklärt Neurologe Vilayanur Ramachandran von der University of California mit einer vielbeachteten und ebenso umstrittenen These. Demnach liegen die Bereiche im Gehirn, die für Füße und Genitalien verantwortlich sind, direkt nebeneinander. Dadurch, so schreibt Ramachandran, kann es zu einer Reizüberschneidung kommen, die wiederum – jeweils bezogen auf das andere Geschlecht – eine sexuelle Stimulation und ein entsprechend gesteigertes Werben um weibliche Aufmerksamkeit auslöst.

Hamburg, 21. November 2014

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