Wieso besonders Allergiker unter dem Klimawandel leiden

Redaktion PraxisVITA
Gräserfeld Abendsonne
Gräser zählen zu den Hauptauslösern für Heuschnupfen. In Zukunft könnte sich deren Pollenproduktion aufgrund des Klimawandels verdreifachen © Fotolia

Schätzungen zufolge sind weltweit zwischen 700 Millionen und zwei Milliarden Menschen von Heuschnupfen betroffen. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass sich für alle Betroffenen die Lage in den kommenden Jahren deutlich verschlimmern könnte – Schuld ist der Klimawandel.

Seit einigen Jahren beobachten Forscher einen jährlichen Anstieg der Pollenbelastung in der Luft von durchschnittlich zwei Prozent – Tendenz steigend. Gleichzeitig erschienen zahlreiche Studien, die Belege dafür anführen, dass die Klimaerwärmung zu einer Steigerung der Pollenproduktion von Pflanzen führt.

 

Ein Experiment in der Klimakammer

Nun untersuchten Forscher der University of Massachusetts in einer aktuellen Studie, inwieweit der Anteil des Kohlenstoffdioxids (CO2) in der Luft Einfluss auf die Pollen-Produktion von Pflanzen hat. Für das Experiment wurde Wiesen-Lieschgras – dieses gilt als häufiger Auslöser für Heuschnupfen – einem erhöhten CO2-Wert ausgesetzt. Anschließend maßen die Forscher die Veränderung der Pollen-Konzentration in den Pflanzen gemessen.

Da in vergangenen Studien Berechnungen gezeigt haben, dass in den nächsten Jahrzehnten aufgrund des globalen Klimawandels der CO2-Wert in der Luft von derzeit rund 400 Teilchen pro Millionen (ppm) auf 730 bis 1.020 ppm steigen könnte, wurde für den Versuch in einer Klimakammer das CO2-Umfeld der Pflanzen künstlich auf einen Wert von 800 ppm verdoppelt.

 

Schlechte Nachrichten für Allergiker

Das Ergebnis des Experiments ist alarmierend. Durch die Verdopplung des CO2-Wertes in der Luft produzierten die Gräser durchschnittlich 53 Prozent mehr Pollen. Da die Pflanzen unter diesen Bedingungen gleichzeitig mehr Blüten ausbildeten, errechneten die Forscher eine effektive Steigerung der Pollenkonzentration von rund 200 Prozent – also eine Verdreifachung der Allergie auslösenden Allergene (Phl-p-5).

„Mit diesen Ergebnissen konnte erstmals eindeutig bewiesen werden, dass erhöhte CO2-Werte die Pollenproduktion bei Gräsern deutlich anregen", erklärt Studienautorin Dr. Christine Rogers. Darüberhinaus seien die so entstehenden „Auswirkungen für die menschliche Gesundheit“ sehr bedenklich, da die pollenbedingten Belastungen für Allergiker in Zukunft enorm zunehmen würden.

Erfahren Sie hier, wie Sie Heuschnupfen-Attacken am besten vorbeugen und wie eine Desensibilisierung funktioniert.

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