Wieder Masern-Ausbruch in Berlin

Baby begutachtet seine Haut
Für Babys kann eine Maserninfektion gefährlich werden. © Fotolia

In Berlin häufen sich seit Kurzem wieder die Masernerkrankungen. Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales mitteilte, wurden in diesem Jahr schon 48 Fälle gemeldet.

Die hochansteckende Infektionskrankheit Masern gehört eigentlich zu den sogenannten Kinderkrankheiten, das mittlere Alter bei den derzeit in Berlin erkrankten Patienten liegt allerdings bei 29 Jahren. Die meisten Betroffenen verfügen nach Angaben des Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) über keinen Impfschutz. Der Indexpatient des diesjährigen Ausbruchs in Berlin war vermutlich ein Reisender aus Asien, der Anfang März in einem Hotel in Berlin-Mitte untergekommen war. Laut Epidemiologischen Wochenbericht lassen sich noch weitere Fälle mit dieser Unterkunft in Verbindung bringen. Dirk Werbers, Leiter der Arbeitsgruppe Infektionsschutz beim Lageso erklärt, dass das Problem bei nicht geimpften erwachsenen Patienten vor allem darin läge, dass sie die Krankheit effektiver weiterverbreiten als Kleinkinder, weil sie im Schnitt eine höhere Anzahl von Kontakten hätten. Patienten seien bereits schon Tage vor Auftreten der typischen Symptome ansteckend. Viele, die nur eine Erkältung vermuten, gingen dann weiter zur Arbeit und trügen das Virus auf diese Weise weiter.

Bereits im letzten und vorletzten Jahr hatte es größere Masernausbrüche in Berlin gegeben. Von Ende 2014 bis Mitte 2015 waren 1360 Menschen erkrankt, ein Kleinkind überlebte die Infektionskrankheit nicht. Die gehäufte Anzahl von Erkrankungen befeuert die Debatte um die Pflichtimpfung gegen Masern bei Kleinkindern.

 

Ab wann soll man Babys gegen Masern impfen?

Die Ständige Impfkommision (Stiko) empfiehlt mit der ersten Teilimpfung zwischen vollendetem 11. und 14. Lebensmonat zu beginnen. Bei akuter Ansteckungsgefahr oder wenn das Kind schon in den Kindergarten geht, kann auch ab einem Alter von neun Monaten gegen Masern geimpft werden.

Masern werden durch Tröpfchen übertragen. Charakteristischstes Symptom sind die roten Pusteln auf der Haut der Betroffenen. Weitere Symptome sind Fieber, Husten und Schnupfen. Kinder können eine Masernerkrankung normalerweise komplikationslos wegstecken. Gefährlich kann die Krankheit bei Säuglingen mit schlecht ausgeprägtem Immunsystem werden. Auch bei schwangeren Masernpatientinnen besteht eine Gefahr für das Baby. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief im vergangenen Jahr zu verstärkten Masernimpfungen auf – ihr Appell richtet sich vor allem an die Politik, an Angestellte im Gesundheitswesen und an Eltern.

Alle wichtigen Infos zum Thema Masern finden Sie in unserem Masern-Special.

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Hamburg, 01 Juni 2016

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