Wie wirkt die Spirale danach?

Michelle Kröger Medizinredakteurin
Gespräch Frauenarzt
© iStock/Ridofranz
Inhalt
  1. Was ist die Spirale danach?
  2. Wie funktioniert die Spirale danach?
  3. Wie wird die Spirale danach eingelegt?
  4. Ist das Einsetzen der Spirale danach schmerzhaft?
  5. Wie wirksam ist die Spirale danach? 
  6. Wie lange bleibt die Spirale danach im Körper?
  7. Für wen ist die Spirale danach geeignet?
  8. Wann darf die Spirale danach nicht eingesetzt werden?
  9. Gibt es Nebenwirkungen?
  10. Was kostet die Spirale danach?
  11. Wo gibt es die Spirale danach?
  12. Kann ich trotzdem schwanger werden?
  13. Welche Vorteile bietet die Spirale danach gegenüber der Pille danach?

Notfallverhütung mit der Spirale: Ja, es muss nicht immer die Pille danach sein. Die sogenannte "Spirale danach" ist eine Notfallverhütung und kommt bei einer Verhütungsspanne zum Einsatz. Wichtig zu wissen ist, dass die Spirale danach unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr oder innerhalb einer gewissen Zeitspanne durch einen Gynäkologen eingesetzt werden muss.

Im Gegensatz zur Pille danach ist die "Spirale danach" in der Bevölkerung eher unbekannt. Wir erklären Ihnen, wie die "Spirale danach" wirkt und was Sie beachten sollten.

 

Was ist die Spirale danach?

Die "Spirale danach" ist eine herkömmliche Kupferspirale, die nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder einer Verhütungspanne beim Geschlechtsverkehr (z.B. geplatztes Kondom oder vergessene Pille) eine Schwangerschaft verhindert. Sie wird bis zu fünf Tage nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt. 

Spirale zur Verhütung
Die Kupferspirale wird von einem Gynäkologen durch die Scheide in die Gebärmutter eingesetzt © iStock/Lalocracio
 

Wie funktioniert die Spirale danach?

Die Kupferspirale gibt Kupferionen in die Gebärmutter ab, wodurch die Spermien in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt werden. Die "Spirale danach" verhindert, dass Spermien durch die Eileiter in die Gebärmutter aufsteigen und sich eine befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut einnistet. 

 

Wie wird die Spirale danach eingelegt?

Die Kupferspirale wird von einem Gynäkologen durch die Scheide in die Gebärmutter eingesetzt. Dabei liegt der Patient im bekannten Gyn-Stuhl - wie bei einer normalen Untersuchung. Nach dem Desinfizieren des äußeren Geschlechts, der Scheide und des Gebärmutterhalses wird ein dünner Messstab eingeführt, um die Länge herauszufinden. Danach wird die Spirale mittels einer Einführungshülse in die Gebärmutter gelegt. Es kann vorher auch eine lokale Betäubung gegeben werden. Am Ende wird nur noch der Rückholfaden gekürzt, meist auf ca. zwei Zentimeter Länge.

 

Ist das Einsetzen der Spirale danach schmerzhaft?

Da die "Spirale danach" nicht (wie sonst außerhalb der Notfallverhütung üblich) innerhalb der Menstruation eingesetzt wird, ist der Gebärmutterhals nicht geweitet und die Einlage kann etwas schmerzhaft werden. Jedoch kann eine lokale Betäubung dem entgegenwirken. Nach dem Einsetzen der Kupferspirale kann es einige Stunden lang zu menstruationsartigen Schmerzen kommen. 

 

Wie wirksam ist die Spirale danach? 

Bei der "Spirale danach" handelt es sich um die effektivste Methode der Notfallverhütung. Sie verhindert eine Schwangerschaft zu 99,9 Prozent. Bitte bedenken Sie jedoch, dass die Spirale vor einer Schwangerschaft schützt, jedoch nicht vor Geschlechtskrankheiten.

 
 

Wie lange bleibt die Spirale danach im Körper?

Je nachdem ob die Kupferspirale weiterhin als langfristige Verhütungsmethode genutzt werden soll, kann sie (je nach Modell) zwischen drei bis fünf Jahre im Körper bleiben. Wer nicht an einer Langzeitverhütung interessiert ist, muss die Spirale mindestens bis zur nächsten Periode liegen lassen.

 

Für wen ist die Spirale danach geeignet?

Diese Art der Notfallverhütung ist vor allem für Frauen eignet, die die Spirale nachher im Körper lassen und mit der Kupferspirale langfristig verhüten möchten.

Eine Voraussetzung: Die Gebärmutter muss groß genug sein. Bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen muss dies meist erst mittels eines Ultraschalls festgestellt werden.

 

Wann darf die Spirale danach nicht eingesetzt werden?

Nicht immer ist die "Spirale danach" für Sie geeignet. Lassen Sie sich von Ihrem Gynäkologen beraten. Die Kupferspirale darf zum Beispiel nicht eingesetzt werden, wenn …

● die Gebärmutter zu klein ist

● eine Allergie gegen Kupfer besteht

● Unterleibsentzündungen oder Fehlbildungen der Gebärmutter vorliegen

● genitaler Krebs besteht

 

Die Kupferspirale besteht aus einem Kunststoffkörper, der mit einem feinen Kupferdraht umwickelt ist
Die Kosten liegen meist zwischen 150 und 300 Euro, je nach Modell © iStock/flocu
 

Gibt es Nebenwirkungen?

Beim regulären Einsetzen der Kupferspirale (der Implantation) wird ein Zeitpunkt innerhalb der Menstruation gewählt. Wenn der Gebärmutterhals erweitert ist. Die "Spirale danach" wird hingegen unabhängig von der Menstruation und ohne geweiteten Gebärmutterhals eingesetzt. Das kann zur Folge haben, dass der Vorgang schwieriger und auch mit mehr Schmerzen verbunden ist. Dies ist jedoch von Körper zu Körper unterschiedlich. 

Nach dem Einsetzen können innerhalb der ersten vier Wochen Zwischenblutungen auftreten. Außerdem kann es in manchen Fällen zu einer Entzündung der Gebärmutterschleimhaut oder des Eileiters kommen. Vereinzelt kommt es auch vor, dass die Spirale vom Körper abgestoßen wird und es zu einer sogenannten Expulsion kommt. Die Folge: das Verrutschen der Kupferspirale. 

Suchen Sie einen Arzt auf, sobald Sie Nebenwirkungen feststellen.

 

Was kostet die Spirale danach?

Bevor Sie sich für diese Art der Notfallverhütung entscheiden, sollten Sie sich bei Ihrem Gynäkologen über die anfallenden Kosten informieren. Die Kosten liegen meist zwischen 150 und 300 Euro, je nach Modell. 

 

Wo gibt es die Spirale danach?

Die "Spirale danach" ist ausschließlich auf Rezept beim Gynäkologen erhältlich. Das Einlegen erfolgt meist innerhalb weniger Minuten durch einen Frauenarzt. In einem besonderen Notfall - wie zum Beispiel am Wochenende - kann es jedoch sein, dass gerade kein Gynäkologe erreichbar ist. In einem solchen Fall können Sie auch eine Klinik aufsuchen. Generell sollte jeder gut geschulte Frauenarzt das Einsetzen der Spirale danach anbieten. Wenn nicht, können Sie bei Beratungsstellen der sexuellen Gesundheit Listen von Frauenärzten anfordern, die diese Notfallverhütung anbieten.

 

Kann ich trotzdem schwanger werden?

Wird die "Spirale danach" zu spät (später als fünf Tage nach Geschlechtsverkehr) eingesetzt, kann es trotzdem zu einer Schwangerschaft kommen. Dies ist auch möglich, wenn die Kupferspirale verrutscht. 

Deshalb sollten nach dem Einlegen regelmäßige Kontrolluntersuchungen stattfinden, um eine korrekte Lage der Spirale in der Gebärmutter zu garantieren. Liegt eine Schwangerschaft trotz Spirale danach vor, entscheidet der Frauenarzt, ob die Spirale entfernt wird, um so ein Risiko einer Fehlgeburt zu verhindern. 

 
 

Welche Vorteile bietet die Spirale danach gegenüber der Pille danach?

Bei der Pille danach handelt es sich um ein hormonelles Medikament. Es kann zu Nebenwirkungen wie Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Bauch- oder Rückenschmerzen kommen. Auch kann die Pille danach Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zur Folge haben. Die Pille danach muss innerhalb von drei Tagen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. 

Die Spirale danach kann hingegen auch noch nach fünf Tagen gelegt werden und so eine Schwangerschaft verhindern. Nebenwirkungen wie bei der Pille danach gibt es nicht. Auch sind bei der Spirale danach keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt. 

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