Wie wird Hodenkrebs behandelt?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Die Behandlung von Hodenkrebs richtet sich danach, wie weit der Krebs fortgeschritten ist und um welche Form von Hodenkrebs es sich handelt. Vor jedem operativen Eingriff an den Hoden klärt Sie der behandelnde Arzt über die Gefahr der anschließenden Unfruchtbarkeit auf. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Möglichkeiten zur Verwahrung Ihrer Spermien bestehen, falls Sie noch einen Kinderwunsch haben.

 

Operative Entfernung des Hodens bei Hodenkrebs die erste und wichtigste Behandlung

Wenn sich während der Operation durch die entnommene Gewebeprobe der Verdacht auf Hodenkrebs bestätigt hat, wird der betreffende Hoden meist vollständig chirurgisch entfernt (Ablatio testis). Somit stellt die operative Entfernung von Hodenkrebs die erste und wichtigste Behandlung dar. Darüber hinaus erfolgt in der gleichen Operation häufig auch eine Probenentnahme aus dem anderen Hoden, um frühzeitig Hodenkrebs des zweiten Hodens zu entdecken – was gehäuft vorkommt. Ein solcher Eingriff dauert gewöhnlich nicht länger als 60 bis 90 Minuten und Sie müssen etwa zwei bis drei Tage im Krankenhaus bleiben.

Meist erfolgt im Anschluss an die operative Entfernung des Hodens eine medikamentöse Hodenkrebs-Behandlung mit Zellgiften (Chemotherapie) oder eine Bestrahlung (Radiotherapie). Dadurch sollen eventuell im Körper verbliebene Krebszellen beseitigt und ein Rückfall verhindert werden. In manchen Fällen kann auch eine aufmerksame Beobachtung samt Kontrollen (Überwachungsstrategie) in der Nachsorge ausreichend sein.

 

Die Wahl der richtigen Hodenkrebs-Behandlung hängt von zweierlei Dingen ab:

  1. Zum einen gibt es verschiedene Unterformen von Hodenkrebs, die unterschiedlich gut mit Medikamenten oder Strahlen behandelt werden können. Die Unterform wird durch die Untersuchung des operativ entnommenen Hodens ermittelt.
  2. Zum anderen hängt das Ausmaß der weiterführenden Hodenkrebs-Behandlung vom Stadium der Erkrankung ab, also wie weit der Krebs fortgeschritten ist. Das Hodenkrebs-Stadium wird regelmäßig mittels Computertomografie (eine Art digitale Röntgen-Untersuchung) des Bauchraums, der Brusthöhle sowie eventuell des Kopfes bestimmt. Auf diese Weise lassen sich mit großer Sicherheit mögliche Tochtergeschwulste (Metastasen) entdecken. Meist finden sich diese in Form von vergrößerten Lymphknoten entlang der Bauchschlagader oder in der Nähe der Nieren. In manchen Fällen muss daher eine zweite Operation bei Hodenkrebs erfolgen, um die gestreuten Geschwulste zu entfernen.
 

Hodenkrebs hat bei Behandlung eine sehr gute Prognose

Die Erfolgsraten dieser auf mehreren Säulen basierenden Hodenkrebs-Behandlung liegen in frühen Stadien nahezu bei 100 Prozent. Selbst in fortgeschrittenen Hodenkrebs-Stadien liegt die Heilungswahrscheinlichkeit bei über 90 Prozent. Die Prognose von Hodenkrebs ist deshalb sehr gut.

 

Hodenkrebs-Nachsorge ist wichtig, um einen Rückfall zu erkennen

Um eine Rückkehr der Krebserkrankung – ein sogenanntes Hodenkrebs-Rezidiv – frühzeitig zu erkennen, schließen sich an die Behandlung regelmäßige Kontrolluntersuchungen an. Dabei tastet der Arzt vor allem regelmäßig den verbleibenden Hoden sowie von außen gut zugängliche Lymphknoten (Leiste, Schlüsselbein) ab. Darüber hinaus werden erneut Computertomografie-Untersuchungen durchgeführt sowie das Blut auf Tumormarker (wie den PSA-Wert) untersucht. Steigen diese im Verlauf an, ist ein erneutes Tumorwachstum wahrscheinlich. Die meisten der wenigen Hodenkrebs-Rückfälle ereignen sich innerhalb der ersten zwei Jahre.

Als Produktionsort der männlichen Geschlechtshormone kommt den Hoden neben der Produktion von Spermien eine weitere wichtige Funktion zu. Bleibt es bei der Entfernung eines Hodens, kann der verbleibende Hoden in der Regel ausreichend Testosteron herstellen. Trotzdem sollten regelmäßig Kontrollen des Testosteron-Werts im Blut erfolgen. Bei unzureichender Produktion oder nach beidseitiger Hodenentfernung stehen verschiedene Präparate zur Verfügung, mit denen Testosteron von außen zugeführt werden kann.

Vorbeugung
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