Wie wird eine Unterkühlung behandelt?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei einer Unterkühlung ist eine schnelle Behandlung notwendig. Die Erste-Hilfe-Maßnahmen unterscheiden sich hinsichtlich der verschiedenen Phasen der Unterkühlung. Eine Person mit starker Unterkühlung darf nicht zu schnell wieder erwärmt werden, da ansonsten Lebensgefahr besteht. Sollten Sie sich nicht sicher sein, wie schwer die Unterkühlung ist, alarmieren Sie sofort den Rettungsdienst.

 

Erste Hilfe bei leichter Unterkühlung

  • Bringen Sie den Betroffenen, wenn möglich, an einen wärmeren Ort und entfernen Sie gegebenenfalls nasse Kleidung.
  • Legen Sie die betroffene Person flach hin.
  • Geben Sie dem Unterkühlten warme, gezuckerte Getränke (beispielsweise Tee) zu trinken.
  • Kontrollieren Sie Atmung, Puls und die Körpertemperatur des Betroffenen.
  • Tritt keine Besserung ein, verständigen Sie sofort den Rettungsdienst.
 

Erste Hilfe bei starker Unterkühlung

  • Alarmieren Sie den Rettungsdienst.
  • Unternehmen Sie keine Aufwärmversuche und führen Sie keine aktive Wärme zu (beispielsweise in Form einer Wärmflasche). Hier besteht Lebensgefahr!
  • Bewegen Sie die betroffene Person so wenig wie möglich. Ziehen Sie der Person auch nasse Kleidung nicht aus.
  • Ist die unterkühlte Person bewusstlos, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage.
  • Legen Sie die Person auf eine Decke oder ein großes Kleidungsstück (beispielsweise Mantel) und bedecken Sie sie zum Beispiel mit einer Rettungsdecke. Beruhigen Sie die Person, indem Sie ihr gut zureden und sie trösten.
  • Beobachten Sie Puls und Atmung. Kontrollieren Sie dafür die Bewegungen des Brustkorbs und spüren Sie mit Ihrer Wange, ob Atemluft aus dem Mund des Betroffenen kommt. Führen Sie, wenn nötig, eine Mund-zu-Nase- oder Mund-zu-Mund-Beatmung durch.
 

Wiedererwärmung des Unterkühlten nur unter ärztlicher Aufsicht

Eine Wiedererwärmung einer stark unterkühlten Person darf nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Der Körper wird dabei rasch, aber schonend erwärmt, um zu verhindern, dass kaltes Blut aus Armen und Beinen in den zentralen Kreislauf gelangt und einen Kreislaufzusammenbruch auslöst. Die ärztliche Behandlung richtet sich danach, wie weit die Körpertemperatur bereits abgesunken ist und ob die Unterkühlung lebensgefährlich ist.

 

So wärmt der Arzt den Unterkühlten auf

Bei einer leichten Unterkühlung (bei 34 bis 36 Grad Celsius) beginnt der Arzt damit, die unterkühlte Person langsam von außen zu erwärmen. Liegt die Körperkerntemperatur zwischen 27 und 34 Grad Celsius, wird der Arzt zunächst nur den Oberkörper ohne Arme und Beine erwärmen. Bei einer starken Unterkühlung (Kerntemperatur unter 27 Grad Celsius) sowie Bewusstlosigkeit und ausbleibender Atmung, werden dem Betroffenen erwärmte Infusionen (etwa 43 Grad Celsius) und warmer, feuchter Sauerstoff (zwischen 42 und 46 Grad Celsius) verabreicht. Mediziner nennen dies auch „aktive innere Erwärmung“. Sobald die Körperkerntemperatur wieder auf 35 Grad Celsius ansteigt, ist der Kreislauf des Unterkühlten weitgehend stabil und die Erwärmung wird beendet.

Vorbeugung
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