Wie wichtig ist ein Frühstück am Morgen wirklich?

Phyllis Kuhn Medizinredakteurin
Ein voll gedeckter Frühstückstisch
Wie wichtig ist ein ausgewogenes Frühstück am Morgen wirklich? © Fotolia

„Hört auf das Frühstück zu glorifizieren“, sagt US-Gesundheitsexperte Aaron E. Carroll. Hat er Recht? Oder ist es doch so wichtig, morgens unbedingt zu frühstücken, wie viele von uns immer geglaubt haben?

Frühstücken wie ein Kaiser, Mittag essen wie ein König und Abend essen wie ein Bettler. Dieser Spruch fasst zusammen, worüber sich Wissenschaftler, Cornflakes-Hersteller und alle Großmütter dieser Welt schon immer einig waren: Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. So soll ein ausgewogenes, eiweißreiches Frühstück nicht nur vor Heißhungerattacken, sondern auch vor Herzkrankheiten, Übergewicht und Müdigkeit schützen. Doch ist es wirklich so schlimm, wenn man morgens einfach keinen Hunger hat und das Frühstück auslässt? Muss man Kindern, die eigentlich gar nicht wollen, vor der Schule ein Frühstück aufdrängen? Nein, sagt Aaron E. Carroll, Professor an der Indiana University School of Medicine. Der Gesundheitsexperte bloggt über Public Health-Themen, hat einen Twitter-Kanal mit über 22.000 Followern und veröffentlicht regelmäßig Videos in seinem Youtube-Kanal Healthcare Triage, dem mehr als 173.000 Menschen folgen. Carroll, der wenig überraschend selbst morgens nicht gerne isst, kritisiert in einem Artikel in der New York Times den Volksglauben, es gäbe eine Art Frühstückspflicht am Morgen – von der Wissenschaft vielfach bestätigt. Sein Vorwurf: Die meisten Studien, die regelmäßiges Frühstücken am Morgen empfehlen, seien nicht aussagekräftig genug, würden aus reinen Vermutungen Handlungsempfehlungen ableiten und zitierten sich ständig gegenseitig. Ein weiterer Tadel: Viele große Ernährungsstudien wurden von Lebensmittelherstellen wie Kellogg’s oder PepsiCo finanziert.

 

Gesundes Frühstück – wie Sie wollen!

Caroll sagt nicht, dass wir alle aufhören sollten, morgens zu frühstücken. Er plädiert jedoch dafür, das Frühstück als Mahlzeit zu entmystifizieren: „Im Endeffekt sind alle Beweise für die Wichtigkeit des Frühstücks ein einziges Durcheinander. Wenn Sie morgens hungrig sind, essen Sie. Aber fühlen Sie sich nicht schlecht, wenn Sie das Frühstück lieber auslassen und hören Sie nicht auf alle, die Sie eines Besseren belehren wollen. Frühstück hat keine mystischen Kräfte“.

Wir haben uns die bisherigen Empfehlungen von Ernährungswissenschaftlern noch einmal genauer angesehen und mit Aaron E. Carrolls Kritik verglichen. Erfahren Sie mehr in unserer Bildergalerie.

© by WhatsBroadcast

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.