Wie werden Erfrierungen behandelt?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei Erfrierungen sind die Schädigungen des betroffenen Gewebes meist nicht sofort einschätzbar. Die Behandlung der Verletzungen darf daher nur durch einen Arzt erfolgen.

Dadurch wird sichergestellt, dass nicht noch mehr Gewebe geschädigt wird. Der Arzt kann während der Behandlung Schmerzmittel verabreichen. Sie lindern die Schmerzen, die während der Erwärmung häufig entstehen.

 

Behandlung richtet sich nach Schweregrad der Erfrierungen

Erfrierungen werden je nach Schweregrad unterschiedlich behandelt. Um die Durchblutung zu fördern, können Erfrierungen ersten Grades durch das Auflegen warmer Hände erwärmt werden. Der Betroffene kann zudem die betroffenen Körperteile langsam und selbstständig bewegen. Gut geeignet sind auch Wechselbäder mit abwechselnd warmem Wasser (drei bis vier Minuten bei 25 bis 30 Grad Celsius) und kaltem Wasser (30 Sekunden bei 10 bis 15 Grad Celsius). Anschließend bedeckt der Arzt die betroffenen Stellen mit einem warmen und gut gepolsterten Verband.

Verband nach Erfrierung
Bei sehr schweren Erfrierungen werden die betroffenen Stellen locker mit einem weichen, keimfreien Verband bedeckt© istock

Bei Erfrierungen zweiten und dritten Grades dürfen die betroffene Person und die erfrorenen Körperregionen nicht bewegt werden. Der Arzt bedeckt die Verletzungen mit einem gepolsterten, keimfreien Verband. Da bei diesen schweren Erfrierungen meist der gesamte Körper unterkühlt ist, steht eine Wiedererwärmung des Betroffenen an erster Stelle. Dazu wird die Kleidung in einem trockenen und nicht zu warmen Raum entfernt. Der Arzt schneidet dafür den Stoff auf, um die erfrorenen Stellen nicht noch zusätzlich zu verletzen. Der Betroffene kann anschließend in einem sogenannten Überwärmungsbad langsam erwärmt werden. Die erfrorenen Körperbereiche deckt der Arzt mit einem weichen, keimfreien Verband ab, wobei abgestorbene Gewebebereiche von einem Chirurgen entfernt werden. Liegt eine sehr schwere Form der Erfrierung vor, ist das Gewebe zu sehr zerstört, um es erhalten zu können. Eine Amputation der betroffenen Körperteile ist dann erforderlich.

 

Schutz vor Tetanus

Durch die Erfrierungen können Erreger von Tetanus (Wundstarrkrampf) in die Wunden gelangen und eine Infektion auslösen. Um dies zu vermeiden, impft der Arzt den schwerverletzten Patienten vorsorglich; auch dann, wenn bereits ein Impfschutz besteht.

 

Erste Hilfe bei Erfrierungen

  • Alarmieren Sie den Rettungsdienst.
  • Versuchen Sie, die erfrorenen Körperregionen nicht zu bewegen.
  • Legen Sie sich oder die betroffene Person in einer warmen Umgebung flach hin.
  • Entfernen Sie nasse und zu enge Kleidung.
  • Bedecken Sie sich oder die Person mit weichen Decken oder Alufolie.
  • Erfrierungen im Gesicht können Sie erwärmen, indem Sie warme Hände auflegen.
  • Taube Hände erwärmen Sie am besten an warmen Körperstellen, wie unter den Achseln und zwischen den Oberschenkeln.
  • Setzen Sie die Erfrierungen keiner „aktiven Wärme“ (zum Beispiel Wärmflasche) aus.
  • Reiben Sie die erfrorenen Regionen nicht.
  • Bedecken Sie die erfrorenen Körperteile locker mit einem keimfreien Verband.
 

Wie verläuft die Heilung von Erfrierungen?

Leichte Erfrierungen, also Erfrierungen ersten Grades, verlaufen meist ohne Komplikationen oder Spätfolgen. In seltenen Fällen können leichte Empfindungsstörungen der betroffenen Körperstellen zurückbleiben. Erfrierungen zweiten Grades heilen innerhalb von drei bis vier Wochen ab. Trotz Blasenbildung erholt sich das betroffene Gewebe wieder vollständig. Möglicherweise bleiben Taubheitsgefühle ein Leben lang erhalten. Nach einer sehr schweren Erfrierung (dritter Grad) erfolgt die Heilung sehr langsam. Durch den großen Hautverlust der erfrorenen Stellen können die Gewebsverluste dauerhaft sein. Die betroffenen Körperstellen sind weiterhin sehr kälteempfindlich. Nach sogenannter Totalvereisung (vierter Grad) bestimmter Körperteile erkennt der Arzt die gesamte Schädigung erst nach Wochen. Um Infektionen zu vermeiden, werden einzelne Glieder wie Finger oder Zehen amputiert.

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