Wie Walnüsse das Gehirn auf Abnehmen programmieren

Verena Elson Medizinredakteurin
Walnüsse und ein Gehirn
Wenn wir Walnüsse essen, hat das Einfluss auf Vorgänge in unserem Gehirn – so beeinflusst der Verzehr von Walnüssen, welche Nahrungsmittel wir zu uns nehmen © iStock

Wir bestimmen selbst, was wir essen – doch das ändert sich, wenn wir ein paar Walnüsse verzehrt haben. Dann übernehmen die Nüsse das Kommando und bringen uns dazu, uns gesünder zu ernähren, so das Ergebnis einer aktuellen Studie.

An dem Experiment des Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston (ein Universitätsklinikum der Harvard Medical School) nahmen zehn fettleibige Probanden teil, die fünf Tage in einer Klinik verbrachten. Täglich nahmen sie einen Smoothie zu sich, der 48 Gramm Walnüsse enthielt (rund sieben Walnüsse und 315 Kalorien), oder ein Placebo, das genauso schmeckte und die gleiche Menge Kalorien enthielt. Die Wissenschaftler beobachteten zudem genau, was die Probanden außerdem über den Tag zu sich nahmen. Nach einem Monat Pause, in dem sich die Studienteilnehmer nach ihren eigenen Gewohnheiten ernährten, wurde das Experiment wiederholt. Wer beim ersten Durchgang einen Walnuss-Smoothie getrunken hatte, bekam jetzt ein Placebo und umgekehrt. Weder die Probanden noch ihre Betreuuer wussten, wann sie in welcher Gruppe waren. Ein Teilnehmer verließ die Studie frühzeitig, neun blieben bis zum Schluss dabei. Die Studie wurde in dem Fachmagazin „Diabetes, Obesity and Metabolism“ veröffentlicht.

 

Walnüsse senken Hungergefühl

Die Probanden wurden außerdem regelmäßig zu ihrem Hungergefühl befragt. In der Woche, in der sie Walnuss-Smoothies bekamen, berichteten sie von einem schwächeren Hungergefühl als in der Placebowoche. Wie kam es dazu?

Die Erklärung lieferten Untersuchungen am Ende jeder Testphase mit der sogenannten Funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT). Mit diesem Verfahren lassen sich Durchblutungsveränderungen von Hirnarealen besonders gut darstellen – man sieht genau, welche Bereiche des Gehirns gerade aktiv sind und welche nicht.

Während der fMRT-Untersuchungen zeigten die Forscher den Probanden Bilder von stark fetthaltigen Nahrungsmitteln (zum Beispiel Torte), fettarmen Nahrungsmitteln (Gemüse) oder neutrale Bilder von Felsen und Bäumen.

 

Walnüsse aktivieren Kontrollzentrum im Gehirn

Die Wissenschaftler beobachteten: Während der Betrachtung der fetthaltigen Lebensmittel wurde bei den Probanden der Walnuss-Gruppe die sogenannte Insula aktiviert. Dieser Bereich des Gehirns ist an der Appetit- und Impulskontrolle beteiligt. Nach Angaben der Bostoner Forscher führte die Aktivierung des Gehirnareals dazu, dass sich die Studienteilnehmer bei der Auswahl ihrer Speisen eher für gesündere, fettärmere Alternativen entschieden. Durch den Walnussverzehr veränderte sich also ihr Essverhalten.

Zwar handelt es sich um eine sehr kleine Studie. Doch die Ergebnisse sind eindeutig, so die Autoren: „Walnüsse können die Art verändern, wie unser Gehirn Lebensmittel wahrnimmt, und sie können unseren Appetit beeinflussen“, sagt Studienleiterin Olivia M. Farr. „Unsere Ergebnisse bestätigen die aktuellen Empfehlungen, Walnüsse als Teil einer gesunden Ernährung in den Speiseplan aufzunehmen.“

Frühere Studien zeigten bereits, dass der Verzehr von Walnüssen sich auf das Diabetes-Risiko auswirkt. Wer zwei- bis dreimal pro Woche sechs Walnüsse isst, senkt sein Risiko, an Diabetes zu erkranken, demnach um 25 Prozent.

© by WhatsBroadcast

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.