Wie viel Sonne braucht Ihr Leben?

Der Körper braucht Sonne zum leben
Auch Knochen, Muskeln, das Immunsystem und die Bauchspeicheldrüse brauchen Sonne – aber in Maßen. Etwa 10 Minuten täglich reichen © Fotolia

Zu viel Sonne kann Hautkrebs verursachen – zu wenig auch, das beweisen neue Studien. Aber wie geht sicheres Sonnen, und können wir das Solarium als Alternative nutzen?

Sonne ist ein Lebenselixier – kaum etwas tut Körper und Seele so gut wie die ersten Strahlen des Frühlings. Aber die meisten Menschen sind vorsichtig geworden. Denn seit Jahren warnen Hautärzte vor den gefährlichen UV-Strahlen des Sonnenlichts, die Hautkrebs verursachen können. Auf der anderen Seite beweisen immer mehr Studien, dass der Organismus Sonne zum Überleben braucht. Sie ist wie ein Medikament: Eine Überdosis kann tödlich enden, die richtige Menge schützt und heilt. Der Wirkstoff dieses Medikaments heißt Vitamin D.

 

Neuer Wunderstoff der Medizin – Vitamin D?

"Einer der Gründe für immer mehr und immer kompliziertere Krankheitsbilder liegt darin, dass mittlerweile 90 Prozent aller Deutschen vor allem im Winter unter einem Vitamin-D-Mangel leiden", erklärt Professor Jörg Spitz. Seit mehr als vierzig Jahren erforscht der Wissenschaftler den Stoff, der Vitamin genannt wird, tatsächlich aber die Vorstufe eines Hormons ist. Über die Nahrung nimmt man nur etwa zehn Prozent des täglichen Bedarfs auf, für den Rest braucht man die Sonne. Ihr Licht setzt auf der Haut einen chemischen Prozess in Gang, der Vitamin D erzeugt. Jahrelang waren Mediziner überzeugt, dass Vitamin D allein für den Knochenstoffwechsel wichtig ist. Aber Studien belegen, dass nicht nur die Knochenzellen, sondern alle Zellen des Körpers diese Substanz brauchen, um zu funktionieren. Denn jede noch so winzige Körperzelle besitzt einen Vitamin-D-Rezeptor. Und der funktioniert wie ein Sicherheitsschloss: Erst wenn Vitamin D (der Schlüssel) andockt, kann er sich öffnen und seine Aufgabe erfüllen. Aktuelle Studien bestätigen die vielfältigen Wirkungen des Vitamins:

 

Krebs

Vitamin D senkt das Krebs-Risiko. Wissenschaftlern aus den USA gelang ein Durchbruch in der Forschung. Sie stellten fest, dass Menschen, die täglich ausreichend Vitamin D aufnehmen, ihr Tumorrisiko um 77 Prozent verringern können.

 

Schlaganfall

Ein Hirnschlag richtet weniger Schaden an, wenn die Vitamin-D-Speicher des Körpers gefüllt sind. Studien belegen, dass das Sonnenhormon eine wichtige Schutzfunktion auf das Zell- und Nervengewebe ausübt.

 

Bluthochdruck

Auch die Höhe des Blutdrucks hängt vom Vitamin-D-Spiegel ab. Forschungen zeigen, dass Frauen bei unzureichender Vitamin-D-Versorgung ein 2,5-mal höheres Bluthochdruckrisiko (Männer sechsmal) haben.

 

Alzheimer

Eine Studie mit französischen Senioren hat gezeigt, dass ein hoher Vitamin-D-Spiegel im Blut vor der Demenzerkrankung schützt. Das Vitamin verringert schädliche Plaque-Ablagerungen im Gehirn.

 

Wie viel Sonne ist gesund?

Die Experten sind sich einig: Fünf bis zehn Minuten Mittagssonne reichen im Sommer, um ausreichend Vitamin D zu produzieren. Nach 20-30 Minuten stellt der Körper die Produktion ohnehin ein: Ein natürlicher Schutz vor Überdosierung. Je länger wir dagegen in der Sonne bleiben, desto größer ist die Gefahr, dass das UV-Licht die Erbgutsubstanz DNA in den Hautzellen beschädigt. Das passiert sogar noch bevor sich die Haut rötet. Die Veränderungen führen dann zu einer Entartung der Zellen: Weißer oder schwarzer Hautkrebs entsteht. Wird er früh genug erkannt, sind die Heilungsaussichten gut. Mit einem neuen Laser-Tomografen können Ärzte Tumoren jetzt erkennen, ohne Gewebe zu entnehmen. Außerdem lässt jeder Sonnenbrand die Haut vorzeitig altern und sorgt im Schnitt für fünf Falten mehr im Gesicht.

 

Sonnencreme oder Solarium?

Die meisten Sonnencremes schützen lediglich vor den krebserregenden UV-B-Strahlen. Für die Hautalterung ist jedoch UV-A-Strahlung verantwortlich. Die Sonnencreme sollte also ein UV-A-Siegel tragen. Trotzdem raten Experten eher zum Sonnenschirm. Denn die Lotion kann nur die oberste Hautschicht schützen, die Zellen darunter kann sie nicht vor einer Entartung bewahren.

Solarien sind allerdings keine gesunde Sonnenalternative. Studien beweisen immer wieder, dass die künstliche Sonne noch krebserregender ist als die echte. Das Risiko für schwarzen Hautkrebs steigt Studien zufolge um 20 bis 90 Prozent an. Und die UV-Strahlung ist teilweise stärker als am Äquator im Sommer zur Mittagszeit.

 

Verzögert Trinken die Hautalterung?

Trinken wir zu wenig, entzieht der Körper seinen Hautzellen Wasser, wodurch die Haut an Spannkraft verliert und äußerst sonnenempfindlich wird. Ideal: Täglich zwei Liter mineralstoffreiches Wasser.

 

Welche Nahrungsmittel schützen die Haut?

Sonneneinstrahlung führt dazu, dass im Körper Zellgifte gebildet werden, die das Gewebe angreifen. Natürliche Gegenmittel sind zum Beispiel Beta-Carotin (u. a. in Karotten, Aprikosen), Vitamin E (in Raps und Olivenöl) und Vitamin C.

 

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