Wie teuer sind Schönheits-OPs?

Mit der kosmetischen-Medizin können Fibrome behandelt werden
Mit der kosmetischen Medizin können die meisten Hautprobleme, wie Falten, Warzen und Fibrome korrigiert werden © imago

Wie werden Warzen und Fibrome entfernt? Wie behandelt man ein Schlupflid? Wie werden Falten geglättet? Erfahren Sie hier mehr.

Frühere Generationen mussten Altersflecken noch mit Bleichcreme malträtieren. Bei Damenbart half nur Rasierer oder Pinzette, bei Falten leider gar nichts. Heute gibt es Laser: Die mit Lichtstrahlen und Hitze arbeitenden Geräte sind zur Allzweckwaffe gegen Hautprobleme aller Art geworden. Einziger Nachteil: Solche kosmetischmedizinischen Behandlungen müssen aus eigener Tasche bezahlt werden. Das Angebot an Individuellen Gesundheits-Leistungen (IGeL) bei den Hautärzten ist riesig, wir stellen die gängigsten „Schönheitsreparaturen“ vor.

 

Laser: mit Licht und Hitze zu makelloser Haut

Per Laser lassen sich störende Härchen im Gesicht, Pigmentflecken, rote Äderchen, Besenreiser und Tätowierungen entfernen.

Meist sind allerdings mehrere Sitzungen nötig, um eine dauerhafte Besserung zu erzielen. Der Lichtstrahl des Lasers trifft gezielt bestimmte Blutgefäße und schweißt sie zusammen. Dieser Hitzestoß geht so schnell, dass das umgebende Gewebe geschont wird und der Patient kaum Schmerzen verspürt. Nach der Behandlung ist die Haut ein paar Tage gereizt, auch kleine Schürfwunden sind möglich. Sechs Wochen lang sollte man direkte Sonnenbestrahlung meiden und hohen Lichtschutz benutzen. Kosten: ab 70 Euro.

Bei Damenbart wichtig zu wissen: Mindestens drei Sitzungen mit jeweils vierwöchigem Abstand sind nötig, um die Härchen loszuwerden. Je früher man sich zu einer Behandlung entschließt, desto größer sind die Erfolgsschancen: Die Methode funktioniert am besten bei dunklen Haaren, denn der Laser zerstört die Farbpigmente. Graue Haare werden zumindest dünner und weicher. Für blonde Frauen ist der Laser nicht geeignet, sie müssen die Härchen mit einem Epiliergerät behandeln lassen, das die Haarwurzel entfernt. Kosten: ab 20 Euro.

Laser lässt sich mittlerweile auch gegen Falten im Gesicht, am Hals und Dekolleté sowie gegen Augenringe und Doppelkinn einsetzen: Bei der sogenannten fraktionierten Laser-Behandlung werden Gefäße und Kollagenfasern zusammengeschweißt, was für Monate eine glatte und feinporige Haut bringt. Zudem wird durch die Wärme die Eigenproduktion von Kollagen angeregt. Kosten: ab 200 Euro pro Sitzung.

Warzen entfernen mit dem Skalpell
Warzen sind fast immer harmlos, aber nur mit medizinischer Hilfe zu entfernen. Dafür schabt der Hautarzt zunächst die obere Schicht ab © istock
 

Mit dem Skalpell gegen Warzen und Fibrome

Sie gehören zum Älterwerden wie Lesebrille und graue Haare: Fast jeder bekommt irgendwann kleine erhabene Wucherungen auf der Haut, die wie Leberflecken aussehen. Diese Warzen, auch seborrhoische Keratose genannt, sind fast immer harmlos, aber nur mit medizinischer Hilfe zu entfernen. Der Hautarzt schabt zunächst die obere Schicht mit dem Skalpell ab und prüft, ob es sich um eine gutartige Geschwulst handelt. Danach erledigt der Laser den Rest. Narben bleiben nicht zurück. Fibrome sind fleischfarbene Hautkügelchen, die gern am Hals, an den Augen und unter den Armen auftauchen. Größere Exemplare dieser Stielwarzen werden mit einer chirurgischen Schere entfernt, die kleinen gelasert. Sie wachsen leider häufig wieder nach. Kosten: ab 70 Euro.

 

Botox, Hyaluron und andere Faltenglätter

Gegen Falten haben die Hautärzte gleich ein Dutzend Therapien im Angebot. Beispiel Fruchtsäure: Sie eignet sich für erste Fältchen und zur Auffrischung des Teints. Die Säure bewirkt, dass die oberste Hautschicht abstirbt, sich danach schält und wieder neu bildet. Nach vier bis sechs Sitzungen sieht die Haut glatter und jünger aus. Kosten: ab 50 Euro pro Sitzung, wirkt mehrere Monate.

Beispiel Botox: Die Falten auf der Stirn oder um den Mund herum entstehen, weil die darunterliegenden Muskeln (zum Runzeln oder Lächeln) auf Dauer tiefe Linien in die Haut zeichnen. Mit Botox-Injektionen lässt sich dieser Prozess aufhalten. Botulinumtoxin ist ein Nervengift, das in stark verdünnter Form Muskeln entspannt und damit die Gesichtszüge glättet. Bei regelmäßiger Anwendung verlernt die Haut sogar, Falten zu werfen. Der große Vorteil: Die Behandlung geht schnell und hinterlässt keine sichtbaren Spuren, man ist danach sofort wieder gesellschaftsfähig. Kosten: Ab 100 Euro pro Sitzung, wirkt vier bis sechs Monate.

Botox für die Stirnfalte
Botulinumtoxin ist ein Nervengift, das in stark verdünnter Form Muskeln entspannt und damit die Gesichtszüge glättet© istock

Beispiel Hyaluronsäure: Die Substanz wird von unserem Körper selbst gebildet. Sie speichert Feuchtigkeit in der Haut und sorgt so für Volumen. Doch unser Hyaluron-Speicher leert sich mit zunehmendem Alter: Mit 60 Jahren besitzt ein Mensch lediglich noch zehn Prozent des Anfangsbestands. Für die Behandlung von Falten wird Hyaluron-Gel aus gut verträglichen Enzymen hergestellt: Es eignet sich zum Aufpolstern von ersten feinen Augenfältchen bis hin zu tieferen Falten auf der Stirn und im Nasen-Mund-Bereich. Auch Narben lassen sich mit Hyaluronsäure glätten. Kosten: ab 300 Euro pro Sitzung, wirkt bis zu 18 Monaten.

Beispiel Eigenfett: Eine Unterspritzung der Falten mit eigenem Körperfett hat den Vorteil, dass keine Allergien auftreten. Außerdem kann der Effekt sehr lange anhalten, weil sich Eigenfett viel langsamer abbaut, als synthetische Falten-Füller es tun. Der Nachteil: Die Methode ist aufwändig, weil das Fett zunächst an Bauch, Beinen oder Po abgesaugt und aufbereitet werden muss, bevor es in die Falten gespritzt wird. Kosten: ab 1000 Euro, wirkt im Idealfall mehrere Jahre.

Schlupflider-OP
Schlupflider wird man mit einem relativ kleinen Eingriff los: Bei örtlicher Betäubung entfernt der Hautarzt einen mehrere Millimeter breiten Hautstreifen© istock
 

Ein winziger Schnitt hebt das Schlupflid

Mit zunehmendem Alter erschlafft bei vielen auch die Bindehaut am Auge: Die Folge sind Schlupflider und häufig ein müdes Aussehen. Mit einem relativ kleinen Eingriff lassen sich die Oberlider straffen: Bei örtlicher Betäubung entfernt der Hautarzt einen mehrere Millimeter breiten Hautstreifen, manchmal auch zusätzlich Fettpölsterchen und Muskelgewebe. Der Schnitt erfolgt in den natürlichen Hautfältchen, meist bleibt nur eine winzige und kaum sichtbare Narbe zurück. Nach dem Eingriff kommt es zu starken Blutergüssen, die eine Woche und länger überschminkt oder mit einer Sonnenbrille verdeckt werden müssen. Kosten: ab 500 Euro. Ist der Eingriff nicht rein kosmetisch bedingt, zahlt die Kasse.

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