Wie Stress unsere Kinder krank macht

Psychischer Stress begünstigt die Entstehung eines Diabetes Typ 1 in der Kindheit
Psychischer Stress begünstigt die Entstehung eines Diabetes Typ 1 in der Kindheit © Fotolia

Diabetes Typ 1 ist eine Erbkrankheit - angeboren und unveränderlich. Aber neueste Studien werfen ein anderes Licht auf die Erkrankung.

Für ihre Studie, die kürzlich in der European Association for the Study of Diabetes veröffentlicht wurde, haben Wissenschaftler  der Linkoping Universität 10.000 Familien mit Kindern im Alter von zwei bis 14 Jahren untersucht. Dabei stellten sie fest: Heftige Stresssituationen (Scheidung, Arbeitslosigkeit der Eltern, Veränderungen der Familienstruktur, Tod und Krankheit eines Familienmitglieds) in den ersten 14 Jahren können das Risiko, an Typ-1-Diabetes zu erkranken verdreifachen. "Die aktuelle Studie untersucht belastende Ereignisse im Leben der Kinder vor der Diagnose", erklärte die Autorin der Studie.

 

Wie man Stress bei Kindern erkennt

Eltern sollten die Warnzeichen von Stress bei ihren Kindern daher besonders ernst nehmen. Psychischer Stress äußert sich bei Kindern nicht nur in Verhaltensauffälligkeiten, auch körperliche Symptome können auftreten. Zwar haben Eltern wenig Einfluss auf die in der Studie untersuchten Stressfaktoren. Doch andere, von Kindern in weiteren Erhebungen häufig genannte Belastungen, können sie beeinflussen: Auf Platz eins steht dort die Schule. Hier klagen Kindern besonders über schlechte Noten, zu viele Hausaufgaben oder einen hohen Leistungsdruck seitens der Eltern. Danach folgen soziale Konflikte wie Streit mit Geschwistern oder Freunden sowie üble Nachrede.

Der Psychologe Arnold Lohaus erfragte bei Dritt- und Viertklässlern die häufigsten Stress-Symptome: Etwa  40 Prozent berichteten über Erschöpfung, 30 Prozent gaben an, mehrmals in der Woche nicht gut schlafen zu können. 18 Prozent fehlte mehrmals in der Woche der Appetit, 17 Prozent klagten über Kopfweh und 11 Prozent über Bauchschmerzen.

 

Das können Sie tun

Jedes Kind ist einzigartig. Darum können auch Lösungen nur individuell gefunden werden. Trotzdem geben Kinderpsychologen einige generelle Ratschläge, die als Anregung dienen können: Nachmittage ohne Fernsehen, lange Spaziergänge oder gemeinsame Gespräche nach dem Abendessen sind wichtig, um Konflikte gemeinsam aus der Welt zu schaffen. Grundlegend sollten Eltern versuchen, eine verständnisvolle Beziehung zu ihren Kindern aufbauen. Dabei helfen regelmäßige Rituale, wie zum Beispiel Gutenacht-Geschichten, Ausflüge oder Sport.

Hamburg, 13. April 2014

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