Wie stellt der Arzt die Polyneuropathie-Diagnose?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Zunächst ist für den Arzt wichtig, wie der Patient seine Beschwerden beschreibt. Auch wenn es keine sichere Zuordnung gibt, kann die Art der Symptome schon einen ersten Hinweis auf die Ursache geben. Dann wird der Arzt den Patienten auf die häufigsten Ursachen einer Polyneuropathie hin untersuchen.

Dafür wird er den Blutzucker und eventuell auch den Blutzucker-Langzeit-Wert HbA1C messen, um eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) zu diagnostizieren beziehungsweise auszuschließen. Außerdem erkundigt sich der Arzt nach dem Alkoholkonsum und der Ernährung. Auch die Information über Polyneuropathie-Fälle in der Familie kann wichtig sein, weil einige Formen der Erkrankung erblich sind.

 

Die wichtigsten Fragen, die sich für den Arzt bei der Diagnose einer Polyneuropathie stellen, sind:

  • Was löst die Nervenschädigung aus? Welche Ursache hat die Polyneuropathie?
  • Lässt sich diese Ursache behandeln? Ist die Polyneuropathie heilbar?
  • Wie stark beeinträchtigen die Symptome den Patienten? Welche Beschwerden wiegen dabei besonders schwer?

Häufig wird zur Polyneuropathie-Diagnose mit einer sogenannten elektrophysiologischen Untersuchung die Funktion einzelner Nerven gemessen. Dabei wird der Nerv durch einen schwachen Stromstoß gereizt und gemessen, wie stark und wie schnell dieser Reiz weitergeleitet wird. So kann der Arzt herausfinden, welcher Teil des Signalwegs genau gestört ist: Die Nervenzelle selbst oder die darum liegende Isolationsschicht.

 

Weitere mögliche Untersuchungen zur Polyneuropathie-Diagnose

  • Sollte der Verdacht bestehen, dass auch das Gehirn oder Rückenmark von der Polyneuropathie betroffen sind, kann eine Untersuchung des Gehirnwassers (Liquor) nötig sein. Dafür wird in örtlicher Betäubung mit einer Nadel etwas Gehirnwasser aus dem Rückenmarkskanal in der Lendenwirbelsäule entnommen. Im Labor kann die Flüssigkeit dann zum Beispiel auf Entzündungszeichen untersucht werden.
  • Auch die Entnahme einer kleinen Gewebeprobe aus einem befallenen Nerv kann hilfreich sein. Dafür wird aus einem eher unwichtigen Nerv, der beispielsweise nur ein kleines Hautstück am Unterschenkel versorgt, ein Stück entnommen und unter dem Mikroskop untersucht.
  • Spezielle Blutuntersuchungen können zum Beispiel beim Verdacht auf Vergiftungen oder einen Vitaminmangel sinnvoll sein.

Weil eine Polyneuropathie, vor allem wenn sie länger anhält, psychisch sehr belastend sein kann, ist es in vielen Fällen zusätzlich sinnvoll, wenn der Arzt bei der Diagnose nach psychischen Belastungsfolgen wie zum Beispiel einer Depression fragt.

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