Wie stellt der Arzt die Arthritis-Diagnose?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Eine rechtzeitige Arthritis-Diagnose ist wichtig, um eine frühe Behandlung zu starten und Folgeschäden zu vermeiden. Praxisvita verrät, welche Untersuchungen zur Arthritis-Diagnose gehören.

 

wie der Arzt bei der Arthritis-Diagnose vorgeht

  • ein Arztgespräch zur Krankheitsgeschichte (Anamnese)
  • eine körperliche Untersuchung
  • Laboruntersuchungen
  • bildgebende Verfahren (wie Röntgen)

Bei der Arthritis-Diagnose gibt die Anamnese dem Arzt erste Hinweise auf eine Arthritis, wenn die Betroffenen von typischen Beschwerden berichten oder bereits Symptome wie geschwollene Gelenke auftreten. Der Arzt stellt dabei unter anderem Fragen wie:

  • Seit wann bestehen die Gelenkschmerzen?
  • Welche Gelenke sind betroffen?
  • Welche weiteren Beschwerden treten auf?
  • Leiden andere Familienmitglieder an ähnlichen Beschwerden oder sind an einer Arthritis erkrankt?
  • Bestehen bestimmte Grunderkrankungen?
Arthritis
Zur Arthritis-Diagnose tastet der Arzt auch die Gelenke ab, um die genauen Schmerzquellen ausfindig zu machen© Fotolia
 

Körperliche Untersuchung

Im Anschluss erfolgt zur Arthritis-Diagnose eine körperliche Untersuchung, bei der Ihr Arzt unter anderem die Gelenke abtastet und diese auf ihre Beweglichkeit überprüft. Ein Hinweis auf eine rheumatoide Arthritis ist zum Beispiel ein symmetrisches Verteilungsmuster der Entzündungen auf beiden Körperhälften. Sie kennzeichnet sich auch dadurch aus, dass immer mehr als zwei Gelenke betroffen sind. Im weiteren Verlauf treten bei vielen Patienten auch sogenannte Rheumaknoten auf, die der Arzt ertasten kann. Sie befinden sich unter der Haut und besonders häufig an den Streckseiten der Gelenke, vor allem am Ellbogen.

Zudem liefern bestimmte Blutuntersuchungen im Labor wichtige Informationen zur Arthritis-Diagnose. Dazu gehören:

  • die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG oder BKS): Mit dieser Methode lassen sich Entzündungen im Körper feststellen. Hohe Werte sind Anzeichen für eine Entzündung. Diese Untersuchung sie ist jedoch relativ unspezifisch, da die Werte auch bei anderen Krankheiten erhöht sein können.
  • C-reaktives Protein (CRP): Dieses Protein ist ein Teil des Immunsystems und gehört zu den Eiweißen, deren Konzentration im Blut bei Entzündungen ansteigen. Die CRP-Werte können dem Arzt unter anderem ein Hinweis sein, wie aktiv eine Entzündung ist.
  • Rheumafaktor (RF): Dies ist ein sogenannter Autoantikörper. Das sind Stoffe, die der Körper bei Autoimmunerkrankungen gegen körpereigene Stoffe bildet. Im Falle von rheumatoider Arthritis ist dies der Rheumafaktor. Ein positiver Wert verstärkt den Verdacht auf eine rheumatoide Arthritis, ist aber kein eindeutiger Beweis, denn auch gesunde Patienten können einen positiven Wert aufweisen.  
  • In weiteren Blutuntersuchungen kann zur Arthritis-Diagnose die Konzentration bestimmter Antikörper bestimmt werden. Antikörper sind Proteine, die der Körper gegen fremde Stoffe zur Abwehr bildet. Im Falle der rheumatoiden Arthritis sind zum Beispiel CCP-Antikörper (cyclisch citrullinierte Peptide) und MCV-Antikörper (Antikörper gegen mutiertes citrulliniertes Vimentin) zur Zeit die spezifischsten Antikörper und eignen sich deshalb zur Arthritis-Diagnose in einem frühem Stadium.
 

Bildgebende Verfahren

Zur Arthritis-Diagnose setzt der Arzt auch zusätzlich bildgebende Verfahren ein: Mithilfe einer Röntgenuntersuchung kann er den Zustand der Gelenke beurteilen. Bei einer rheumatoiden Arthritis sind jedoch erst 6 bis 24 Monate nach Ausbruch der Krankheit Veränderungen an den Gelenken sichtbar.

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Auch ein Ultraschall kann bei der Arthritis-Diagnose zum Einsatz kommen© Fotolia

Zur weiteren Arthritis-Diagnose können zudem folgende bildgebende Verfahren zum Einsatz kommen:

  • eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) ermöglicht es, Entzündungen in den Gelenken zu erkennen.
  • bei der Szintigraphie werden den Patienten radioaktiv markierte Stoffe gespritzt, die sich in stärker durchbluteten Regionen anlagern und mit einer speziellen Kamera erkennbar sind. So können Entzündungen sichtbar gemacht werden.
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