Wie sollte die Ernährung bei Parkinson aussehen?

Nicole Lücke Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Die richtige Ernährung bei Parkinson sollte berücksichtigen, dass es durch die Erkrankung zu Einschränkungen kommen kann, die das Ess- und Trinkverhalten verändern können. Wichtig ist es, mit den richtigen Lebensmitteln einen Ausgleich zu schaffen.

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Inhalt
  1. Was sind die Grundlagen einer guten Parkinson-Ernährung?
  2. Was sollten Parkinson-Patienten bei der Ernährung besonders beachten?
  3. Welche Tipps gelten beim Essen bei der Parkinson-Ernährung?

Die Ernährung hat bei Parkinson zwar keinen direkten Einfluss auf den Verlauf der Krankheit, sie kann aber dazu beitragen, das Wohlbefinden länger zu erhalten. Das gilt besonders dann, wenn im weiteren Verlauf der Erkrankung die Symptome zunehmen und sjich das Ess- und Trinkverhalten ändert. Mit einem guten Ernährungsplan können Patienten – gegebenenfalls in Abstimmung mit Diätassistenten – gezielt gegensteuern.

 

Was sind die Grundlagen einer guten Parkinson-Ernährung?

Bei Parkinson sollte die Ernährung grundsätzlich den gleichen Maximen folgen, wie es auch bei gesunden Menschen der Fall ist, das heißt: viel frisches Obst und Gemüse, Vollkorngetreide-Produkte, Milchprodukte, ein- bis zweimal pro Woche Fisch und laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für Erwachsene nicht mehr als 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche. Pflanzliche Fette sind in der Regel tierischen Fetten vorzuziehen.

Übersicht Ballaststoffreiche Ernährung: So geht's

 

Was sollten Parkinson-Patienten bei der Ernährung besonders beachten?

Bewegungsstörungen und Schädigungen an den Nervenzellen führen dazu, dass Parkinson-Patienten zu Verstopfungen neigen. Auch durch die Medikamente können Magen und Darm verlangsamt arbeiten. Ballaststoffreiche, leichte Kost ist daher sehr wichtig. Jede Mahlzeit sollte daher Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte oder Kartoffeln beinhalten. Weil das Geschmacksempfinden häufig abnimmt, ist es sinnvoll, das Essen intensiver mit Kräutern zu würzen, um einen zu hohen Salzkonsum zu vermeiden. Außerdem wichtig: 

  • Keine Medikamente zum Essen: Das wichtigste Parkinson-Medikament, L-Dopa, benutzt im Darm denselben Transportweg wie Eiweiß. Um sicherzustellen, dass der Wirkstoff gut verwertet werden kann, sollte daher mindestens eine halbe Stunde Zeit zwischen einer eiweißhaltigen Mahlzeit und der Medikamenteneinnahme liegen.
  • Medikamente und Obst nicht kombinieren: Die Inhaltsstoffe mancher Obstsorten, wie zum Beispiel Grapefruits, können die Medikamenteneinnahme ebenfalls behindern. Auch hier sollte ein zeitlicher Abstand eingehalten werden.
  • Flüssigkeitszufuhr regeln: Zur Ernährung bei Parkinson gehört auch eine ausreichende Trinkmenge von 1,5 Litern bis zwei Litern pro Tag. Gemeinsam mit den Ballaststoffen trägt das zur Prävention von Verstopfungen bei. 

Wertvolle Ballaststoffe halten den Darm gesund
Übersicht Was hilft gegen Verstopfung? 6 Tipps für einen gesunden Darm

 

Welche Tipps gelten beim Essen bei der Parkinson-Ernährung?

Zum Thema Parkinson und Ernährung gehört es auch, einige Tipps bei den Mahlzeiten zu beachten, um die Nahrungsaufnahme und die Verdauung zu erleichtern:

  • lieber häufiger kleine Portionen essen
  • aufrecht hinsetzen
  • Zeit nehmen und jeden Bissen gründlich kauen
  • darauf achten, dass die Speisen nicht zu heiß oder zu kalt sind
  • zum Essen ausreichend trinken

Sollten Schluckstörungen auftreten, wird vor allem die Konsistenz der Nahrung verändert (zum Beispiel püriert). Diese und weitere Aspekte sollten für eine gute Ernährung bei Parkinson mit Diätassistenten im Detail besprochen werden.

Foto: iStock
Ernährungsformen Achtsam essen - so klappt's im Alltag

Quellen:

Ernährung bei der Parkinson-Krankheit, in: Kliniken Beelitz – Neurologisches Fachkrankenhaus für Bewegungsstörungen

Ernährung bei Parkinson, in: Asklepios Kliniken

Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE, in: Deutsche Gesellschaft für Ernährung

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