Wie sieht die Altersherz-Behandlung aus?

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Die Altersherz-Behandlung richtet sich nach der Erkrankung, die zu der Herzschwäche geführt hat sowie nach ihrem Schweregrad. Erst wenn die Altersherz-Ursache bestimmt ist, wird therapiert.

Das häufigste Symptom ist Bluthochdruck. Der erste Behandlungsschritt ist dann eine Einstellung mit ärztlicher Hilfe durch verschiedene Maßnahmen – zum Beispiel eine Umstellung der Lebensweise und Medikamente. Gleichzeitig sollten Maßnahmen ergriffen werden, um den Herzmuskel zu stärken.

Die Behandlung mit Medikamenten oder durch operative Maßnahmen richtet sich immer nach den Ursachen des Altersherzens. Bei einer koronaren Herzerkrankung (Erkrankung der Herzkrankgefäße) setzten Herzchirurgen einen Ballon-Katheter ein, implantieren einen sogenannten Stent oder legen einen Bypass. Defekte Herzklappen werden durch künstliche ersetzt oder operativ wieder hergestellt.

Schrittmacher Altersherz
Herzschrittmacher können eine eingeschränkte Herzfunktion im Rahmen der Altersherz-Behandlung verbessern© Fotolia
 

Medikamenten-Gruppen, die sich zur Altersherz-Behandlung eignen

  • ACE-Hemmer: Sie vermindern die Spannung der Herzwände. Die wichtigsten Nebenwirkungen sind trockener Husten und Schwindel und Kopfschmerzen als Folge eines stark gesunkenen Blutdrucks. Während der Schwangerschaft dürfen ACE-Hemmer nicht eingenommen werden.
  • AT1-Antagonisten: Sie senken den Blutdruck und sind in der Regel gut verträglich. Studien weisen auf ein leicht erhöhtes Lungenkrebs-Risiko hin.
  • Betablocker: Sie hemmen die Wirkung von „Stresshormonen“ und begünstigen so eine gesündere Ruheherzfrequenz und einen niedrigeren Blutdruck. Wichtig: Nur bei stabiler, chronischer Herzschwäche anwenden. Kann im Akutfall schwere Komplikationen auslösen.
  • Aldosteron-Antagonisten und Diuretika: Sie sollen den Zellabbau im Herzen verringern. Eine häufige Neben- und Wechselwirkung mit anderen Herzmedikamenten ist ein in seltenen Fällen tödlicher Kaliummangel.
  • Digitalispräparate (Herzglykoside): Sie steigern die Pumpleistung des Herzens und senken so die Herzfrequenz. Die Medikamente wirken allerdings nur gegen die Symptome und erhöhen nicht die Lebenserwartung von Betroffenen.
  • If-Kanal-Hemmer: Senken die Herzfrequenz und werden in der Regel eingesetzt, wenn Betablocker nicht vertragen werden.
  • Nitro-Spray: Weitet die Gefäße und entlastet das Herz. Nitro-Spray ruft häufig Kopfschmerzen, Erröten und Hitzegefühle hervor.
  • Naturmedikamente mit Weißdorn: Sie begünstigen die Herzgesundheit unter anderem, indem sie Bluthochdruck verringern. Das Naturmedikament Crataegutt beispielsweise erhöht (bei zweimal täglich 450 mg Einnahme) nachweislich die Pumpleistung des Herzens und stärkt die Gefäße. Betroffene werden so im Alltag belastbarer und bekommen besser Luft.
 

Weitere Verfahren zur Altersherz-Behandlung

Weitere Verfahren sind zur Altersherz-Therapie notwendig, wenn die Krankheit weit fortgeschritten ist oder unter anderem als Symptom Herzrhythmusstörungen auftauchen:

  • Herzschrittmacher
  • spezielle Schrittmacher, die bei Bedarf die Reihenfolge der muskulären Arbeit des Herzens ordnen
  • implantierbarer Defibrillator, der das Herz nach einem Herzstillstand wieder reanimiert
  • mechanisches Herzunterstützungssystem (Kunstherz)
  • Herztransplantation
Radfahren schützt vor Altersherz
Sanfte Ausdauersportarten helfen dabei, die Leistungsfähigkeit des Herzens zu erhalten© Fotolia

Ein Kunstherz kommt in der Altersherz-Behandlung nur zum Einsatz, wenn der Patient bereits auf der Warteliste für ein Spenderherz steht und das eigene Herz die lebenserhaltenden Funktionen nicht mehr erfüllen kann. Es handelt sich also um die schwerste Form eines Altersherzens.

 

Möglichkeiten, um selbst zur Altersherz-Behandlung beizutragen

Wenn Sie unter einem Altersherz leiden, können Sie selbst zur Behandlung beitragen, indem Sie Ihre Lebensweise umstellen:

  • Achten Sie bei Ihrer Ernährung darauf, möglichst wenig Salz zu sich zu nehmen (beim Kochen nicht salzen, fertige Lebensmittel mit versteckten Salzen meiden, z. B. Fertigsaucen, Suppen, Fleisch- und Fischkonserven, geräucherte Lebensmittel, gesalzene Nüsse, Kartoffelchips). Der Richtwert liegt bei 6 Gramm pro Tag.
  • Meiden Sie Genussmittel wie Alkohol und Zigaretten. Sie belasten das Herz zusätzlich.
  • Eventuelles Übergewicht sollten Sie langsam abbauen, jedes überflüssige Kilo belastet das Herz. Schränken Sie vor allem den Verzehr von Lebensmitteln ein, die viel Fett oder Zucker enthalten, wie Schokolade oder Sahnesaucen. Wurst und Fleisch essen Sie möglichst nur zweimal pro Woche, dafür viel Vollkornprodukte, Obst und Gemüse.
  • Wenn bereits eine Herzschwäche besteht, sollten Sie von der üblichen Flüssigkeitsempfehlung abweichen, da der Körper dazu neigt, Wasser zu speichern. Nehmen Sie maximal 1,5 Liter pro Tag zu sich. Zählen Sie dabei Suppen mit sowie Obst, das viel Wasser enthält (z. B. Melonen, Gurken, Tomaten).

Moderate Bewegung hilft dabei, die Leistungsfähigkeit des Herzens zu erhalten oder sogar zu steigern. Geeignet sind sanfte Ausdauersportarten (z. B. Spazierengehen, Nordic Walking, Rad fahren). Eine Alternative ist der Besuch einer speziellen Herzsportgruppe. Dabei wird Ihr Gesundheitszustand, zum Beispiel Ihr Blutdruck, zwischen den Trainingseinheiten kontrolliert. Beraten Sie sich unbedingt mit Ihrem Arzt, bevor Sie Bewegung zur Altersherz-Therapie einsetzen.

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