Wie Sie eine Allergie beim Kind verhindern können

Redaktion PraxisVITA
Kinder mit Lebensmittelunverträglichkeit wie gegen Kuhmilch können ihre Toleranzgrenze erhöhen
Anders als bisher angenommen kann es sogar ratsam sein, ein Kind einem allergieauslösenden Lebensmittel auszusetzen – allerdings nur in geringen Dosen © Fotolia

Allergiker versuchen die Auslöser für die Krankheit meist so gut es geht zu vermeiden. Forscher haben jetzt überprüft, ob man so auch das Risiko einer Lebensmittel-Allergie beim Kind senken kann – und waren über das Ergebnis überrascht.

Erdnüsse, Kuhmilch, Fisch – die Liste der Lebensmittel, gegen die viele Menschen allergisch sind, lässt sich scheinbar endlos fortsetzen. Häufig sind auch Kinder betroffen: Rund vier Prozent aller Kleinkinder leiden unter einer Lebensmittelunverträglichkeit oder -Allergie. Sind beide Elternteile Allergiker, steigt das Risiko für eine Erkrankung des Kindes außerdem um 50 Prozent. Besorgte Eltern versuchen deshalb häufig, das Kind vom Auslöser der Allergie fernzuhalten.

 

Auslösende Lebensmittel meiden und so eine Allergie beim Kind verhindern?

Dass das aber genau der falsche Weg sein kann, zeigt jetzt eine Untersuchung aus der Abteilung für Allergien und klinische Immunologie der University of Manitoba in Kanada. „Wir konnten dokumentieren, dass eine Allergie beim Kind nicht verhindert werden kann, indem man das auslösende Lebensmittel meidet“, schreiben die Forscher rund um Dr. Elissa Abrams und Allan Becker in ihrem Bericht.

 

Regelmäßiger Konsum der Allergieauslöser senkt das Risiko für eine Allergie beim Kind

Anders als bisher angenommen kann es sogar hilfreich sein, einem Kind, das positiv auf eine Lebensmittelunverträglichkeit getestet wurde, genau dieses Lebensmittel in geringen Dosen zu verabreichen: „Sobald beim Kind eine Allergie auf ein bestimmtes Lebensmittel ärztlich bestätigt wurde, sollte das Kind das betroffene Lebensmittel regelmäßig verzehren, um die Toleranzgrenze zu erhöhen“, heißt es in dem Bericht weiter. Die Forscher empfehlen, bei einem Kind zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat zum ersten Mal den Allergieauslöser in den Speiseplan zu integrieren.

Erdnussbutter
Ein Kind mit einem hohen Risiko, eine Allergie gegen Erdnussbutter zu entwickeln, kann dieses Risiko um 80 Prozent senken, wenn es bereits mit vier Monaten Erdnussbutter verzehrt© istock
 

Allergie beim Kind verhindern

Die Wissenschaftler kamen zu diesem Fazit, indem sie eine erst kürzlich veröffentlichte Studie erneut untersuchten. Darin wurde bewiesen, dass ein Kind mit einem hohen Risiko, eine Allergie gegen Erdnussbutter zu entwickeln, dieses Risiko um 80 Prozent senken könne. Dazu müssen diese Kinder bereits in einem sehr jungen Alter damit beginnen, Erdnussbutter zu verzehren. Für die Studie lag das entsprechende Alter der Kinder bei vier bis 11 Monaten. In früheren Studien wurde bisher geraten, ein Kind mit einem hohen Risiko für Lebensmittelunverträglichkeit erst zwischen 12 und 36 Monaten dem Allergieauslöser auszusetzen.

 

Die richtige Dosis

Die American Academy of Allergy hat zu diesem Zweck einige Ratschläge zusammengefasst, wie jeder feststellen kann, ob eine Lebensmittelunverträglichkeit vorliegt und wie bei einem positiven Befund damit umgegangen werden sollte.

  • Alle drei bis fünf Tage sollte ein potenzielles, allergieauslösendes Lebensmittel in altersgerechter Zubereitungsart auf dem Speiseplan stehen
  • Wenn Sie nicht wissen, woher die Allergie kommen könnte, probieren Sie zunächst Getreide, dann gelbe und grüne Gemüsesorten und schließlich Früchte und Milchprodukte
  • Wird der Auslöser gut vertragen, kann er künftig in kleinen Dosen im Speiseplan integriert werden, um die Toleranz zu erhöhen
  • Lebensmittel, bei denen ein hohes Risiko vorliegt, sollten nur zuhause getestet werden, um im Notfall schnell reagieren zu können
Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.