Wie schütze ich mich vor Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME)?

Kinderäztin Dr. Nadine Hess erklärt das Risiko einer Frühsommermeningoenzephalitis
Expertin Dr. Hess zu FSME: „In vielen Fällen, selbst, wenn die Patienten schwer erkrankt waren, heilt die Infektion jedoch glücklicherweise folgenlos wieder aus.“ © privat

Gerade jetzt im Sommer hört man wieder viel davon – FSME, eine von Zecken übertragene Viruserkrankung. Aber nicht überall ist das Risiko, sich damit zu infizieren gleich hoch – wo sind Hauptverbreitungsgebiete? Was sind die Symptome einer Infektion? Was kann dann noch getan werden und wie kann man vorbeugen? Wie gefährlich ist die Erkrankung insgesamt?

 

Das sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess:

Das FSME-Virus gehört zur Gruppe der Flaviviren und trägt seinen Namen aufgrund der Häufung von Krankheitsfällen im Frühling und beginnenden Sommer. Selten kommt es auch im Winter zu Übertragungsfällen, denn das Virus braucht Temperaturen von mindestens +8° Celcius, um zu überleben. Anstecken kann man sich durch infizierte Zecken, die das Virus durch den Speichel übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

 

Wo ist FSME besonders vebreitet?

Kind bei Impfung gegen FSME - Schutz vor Zeckenvirus
Um sich und Ihre Familie vor einer FSME-Infektion zu schützen, sollten Sie sich über Risikogebiete informieren und falls Sie dort wohnen oder Urlaub machen, rechtzeitig impfen lassen© Fotolia

Nicht überall in Deutschland sind die Zeckenpopulationen mit dem Virus verseucht. Weit verbreitet ist es in Bayern und Baden-Württemberg sowie Teilen von Rheinland-Pfalz und Thüringen. Einen guten Überblick über die Hauptgefährungsgebiete gibt die Seite des Robert-Koch-Institutes ww.rki.de (Karte der FSME-Risikogebiete). Innerhalb von Europa sind besonders Teile Österreichs, Ungarns, Polens, Tschechiens, Südschwedens und die dänische Insel Bornholm Risikoregionen für eine Infektion mit FSME durch einen Zeckenbiss.

Ist eine Infektion erfolgt, kommt es nur bei einem Drittel aller Betroffenen nach einigen Tagen zu Symptomen, die grippeähnlich sind. Dann folgt ein bis zu 20 Tage langes, symptomfreies Intervall, bis es dann bei zehn Prozent der Infizierten zu zentralnervösen Krankheitsbildern im Sinne einer Meningoenzephalitis (Hirnhaut- und Hirnentzündung) mit starken Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Erbrechen und Eintrübung bis zum Koma kommt.

 

Wie sieht die Behandlung einer Frühsommer-Meningoenzephalitis aus?

In circa einem Prozent der Fälle ist die Meningienzephalitis tödlich. Auch kann es durch eine Myelitis (Entzündung des Rückenmarks) zu neurologischen Ausfällen (wie Lähmungen, Sensibilitätsstörungen, etc.) kommen, die dann nicht selten bleibend sind. Für diesen Verlauf, als auch für die schweren Verläufe insgesamt, sind besonders ältere Menschen gefährdet. In vielen Fällen, selbst, wenn die Patienten schwer erkrankt waren, heilt die Infektion jedoch glücklicherweise folgenlos wieder aus. Die Infektion selbst kann man nur symptomatisch behandeln, ein spezifisches Virustatikum existiert leider nicht, Antibiotika sind, da es sich nicht um Bakterien handelt, völlig wirkungslos.

Präventiv kann man nur impfen – ab dem ersten Lebensjahr ist der Impfstoff zugelassen. Ein vollständiger Impfschutz ist nach drei Impfungen aufgebaut (zum Zeitpunkt 0, nach 1-3 Monaten und nach 6-12 Monaten) und hält dann drei Jahre an. Frischt man die Impfung dann auf, ist von fünf Jahren Schutz auszugehen. Ist der Urlaub in einer Risikoregion geplant und sind die drei Impfungen bis dahin nicht mehr möglich, kann man ein Schnellimpfschema mit zwei Impfungen innerhalb von zwei Wochen (FSME-immun) oder drei Impfungen im Abstand von jeweils sieben Tagen (Encepur) durchführen und es ist bereits von einer Schutzwirkung auszugehen.

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