Wie schlimm ist Überzuckerung? Diabetes-Irrtümer aufgedeckt!

Muss sich wirklich jeder Diabetiker Insulin spritzen? Obwohl Diabetes so verbreitet ist, kursieren tatsächlich jede Menge Halbwahrheiten dazu. Wir decken sie auf und verraten die Warnzeichen bei Zuckerproblemen wie Überzuckerung.

Muss sich wirklich jeder Diabetiker Insulin spritzen? Und ist Überzuckerung besser oder schlimmer als Unterzuckerung? Obwohl Diabetes so verbreitet ist, kursieren tatsächlich jede Menge Halbwahrheiten dazu. Wir decken sie auf und verraten die Warnzeichen bei Zuckerproblemen.

Erschreckend: Jeden Tag erhalten etwa 1.000 Deutsche die Diagnose Diabetes. Kein Wunder, dass fast jeder jemanden kennt, der zuckerkrank ist. Weil man so viel davon hört, kreisen sofort die schlimmsten Befürchtungen im Kopf herum. Mit den größten Diabetes-Irrtümern räumen wir hier auf.

Erkennen Sie eigentlich die Warnzeichen von Zuckerproblemen?

Bei Unterzuckerung kommt es zu Konzentrationsstörungen, Heißhunger, Schweißausbrüchen oder Gereiztheit, dazu fühlen sich Betroffene müde und schlapp. Auch Nicht-Diabetiker können unterzuckern. Etwa, wenn sie lange nichts gegessen haben. Bei den oben genannten Anzeichen versorgt man die betroffene Person am besten schnell mit einem zuckerhaltigen Getränk wie Apfelsaft oder Orangensaft.

Sofortmaßnahmen bei Überzuckerung

Bei Überzuckerung hingegen leiden die Betroffenen unter starkem Durst, sie haben einen Blutdruckabfall, müssen sich erbrechen und leiden unter Herzrasen. Man sollte nun jegliche Form körperlicher Anstrengung vermeiden und innerhalb einer Stunde mindestens einen Liter Flüssigkeit zu sich nehmen.

Entlarven Sie jetzt die Irrtümer über die Zuckerkrankheit in unserer Bildergalerie!

Überzuckerung
Überzuckerung kann Nervenschäden verursachen, die sich zuerst durch Beinkribbeln bemerkbar machen© iStock

Überzuckerung führt zu Polyneuropathie

Wenn die Füße und Beine nachts stark kribbeln, kann eine Polyneuropathie verantwortlich sein. Dabei handelt es sich um eine Schädigung der Nerven, die meist durch Überzuckerung ausgelöst wird. Die Reizweiterleitung über die Nervenbahnen ist gestört – falsche Signale kommen im Gehirn an. Das Heimtückische an diesem Leiden: Es ist nur in seltenen Fällen heilbar.

Wie entsteht dieser Nerven-Defekt?

Die Polyneuropathie ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern eine Begleiterscheinung: Häufigste Ursache für diese Schädigung ist Diabetes. Durch Überzuckerung werden die Nerven schleichend zerstört. Außerdem können Ernährungsdefizite, zu viel Alkohol, Störungen der Leber und Nieren, Durchblutungsprobleme und Virenerkrankungen zur Polyneuropathie führen. Auch Bakterien und Viren, zum Beispiel Herpes Zoster und verschiedene Medikamente gelten als Auslöser. Wer Engstellen in den Nervenbahnen hat, gehört zur Risikogruppe. Bei einem Viertel der Patienten ist es mit dem heutigen Stand der Medizin jedoch nicht möglich, eine genaue Ursache festzustellen.

Schmerzbefreiung mit einem Pflaster

Wichtig ist, die Grunderkrankung – sofern bekannt – zu behandeln, also beispielsweise die Überzuckerung bei Diabetes. Zusätzlich verschreibt der Arzt oft Medikamente, die normalerweise für die Therapie von Depressionen oder Epilepsie verwendet werden. Hoffnung bietet nun ein neues Schmerzpflaster, das als Begleitmaßnahme aufgeklebt werden kann. Es enthält eine extrem hohe Dosis an Capsaicin, den "Scharfmacher" aus Chili-Schoten. Mit dieser Dosis schaltet es jene Schmerzempfänger aus, die bei Poly neuropathien übermäßig aktiv sind. Das Pflaster wird über 30 Minuten aufgelegt. Die Wirkung hält aber drei Monate an und ist erstaunlich: Viele Betroffene berichten, dass die Schmerzen zwar nicht zu hundert Prozent weg sind, aber eine starke Besserung eintritt. Das erhöht die Lebensqualität der Patienten, die von diesem Nervenleiden betroffen sind, um ein Vielfaches. Damit sich die Wirkung richtig entfalten kann, muss das Pflaster jedoch unbedingt vom Schmerz-Spezialisten positioniert werden.

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.