Wie Salz unser Gehirn umprogrammiert

Chips und Salz
Eine stark salzhaltige Nahrung lässt unseren Blutdruck ansteigen – warum das so ist, haben kanadische Forscher jetzt untersucht © Fotolia

Ein hoher Salzkonsum kann zu Bluthochdruck führen – das ist seit Langem bekannt. Doch warum ist das eigentlich so? Das haben kanadische Forscher jetzt herausgefunden.

Zahlreiche Studien haben bereits ergeben, dass eine stark salzreiche Ernährung Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zur Folge haben kann – doch bisher konnten sich Mediziner nicht erklären, warum das so ist. Das wollten die Wissenschaftler der McGill University in Montreal mit ihrer aktuellen Studie ändern.

 

So lässt Salz den Blutdruck steigen

Dazu untersuchten sie die Gehirne von Ratten, die sich ihr Leben lang von stark salzhaltigem Futter ernährt hatten. Dabei konnten sie folgendes Phänomen beobachten: Unser Gehirn verfügt über ein neuronales System, das unseren Blutdruck ständig überwacht. Steigt er zu sehr an, wird die Ausschüttung des sogenannten Antidiuretischen Hormons gestoppt – denn dieses Hormon treibt den Blutdruck in die Höhe. Der dauerhaft hohe Salzkonsum löste bei den Ratten biochemische Prozesse im Gehirn aus, die das Blutdruck-Überwachungssystem außer Kraft setzen. Das Antidiuretische Hormon wurde unkontrolliert ausgeschüttet – das führte zu Bluthochdruck.

In weiteren Studien wollen die Forscher herausfinden, ob ein hoher Salzkonsum bei Menschen denselben Effekt auslöst und durch welche Maßnahmen er sich rückgängig machen lässt.

 

Wie viel Salz ist unbedenklich?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt 6 Gramm Salz pro Tag als Richtwert, der nicht überschritten werden sollte. Wer seinen Salzkonsum einschränken möchte, sollte sein Essen mit Kräutern würzen und generell auf Fertiggerichte verzichten, da diese oft sehr viel Salz enthalten.

Hamburg, 23. Januar 2015

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.