Wir haben alle Plastik im Stuhl

Im Ozean, auf Feldern, in unserem Trinkwasser: Überall tummeln sich kleinste Teile Plastikmüll. Offenbar auch im menschlichen Körper: Forscher haben erstmals Mikroplastik in Stuhlproben nachgewiesen.

Erstmals konnten Forscher Mikroplastik im menschlichen Darm nachweisen
Erstmals konnten Forscher Mikroplastik im menschlichen Darm nachweisen © curtoicurto/iStock

Sie sind nur fünf Millimeter groß, können nach Meinung von Experten aber sowohl unsere Gesundheit als auch die Umwelt schädigen: Kunststoffteilchen, sogenanntes Mikroplastik, gelangen durch Plastikflaschen und -tüten tonnenweise ins Meer. Österreichische Wissenschaftlern gelang jetzt der Beweis, dass sich der Müll auch im menschlichen Darm ansammelt: Sie analysierten eine Woche lang Stuhlproben von acht Studienteilnehmern im Alter zwischen 33 und 65 Jahren. Das Ergebnis: In allen Stuhlproben konnten sie Mikroplastik nachweisen.

 

Wie kommt das Plastik in den Menschen?

Zahlreiche Studien wiesen bereits darauf hin, dass sich Mikroplastik in unseren Nahrungsmitteln anreichert. Chinesische Forscher am Institute of Estuarine konnten beispielweise einen erhöhten Anteil von Mikroplastik in Meersalz nachweisen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Onlinejournal „Environmental Science and Technology“. Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler je 15 Sorten Meersalz, Siedesalz und Steinsalz aus unterschiedlichen Supermärkten in China. Mikroplastik konnte in allen Salzsorten nachgewiesen werden, der Anteil im Meersalz war jedoch am höchsten: Die Forscher fanden in den untersuchten Produkten rund 1.200 Kunststoffteilchen pro Pfund.  „Mikroplastik ist gerade aufgrund seiner geringen Größe und seiner Fähigkeit, organische Schadstoffe aufzunehmen, eine Gefahr für lebende Organismen“, so Shi Huahong, der leitende Forscher der Studie.

Zwar wurden für die Studie nur chinesische Produkte getestet, Experten glauben jedoch, dass es sich um ein globales Problem handelt. Sherri Mason, Forscher der Umweltwissenschaften an der State University of New York Fredonia: „Plastik gibt es wahrscheinlich in allen Meeren. Ich glaube nicht, dass es einen Unterschied macht, ob man Meersalz in einem chinesischen oder amerikanischen Supermarkt kauft, wenn man nach Plastikteilchen sucht.“ Außerdem ist China der weltgrößte Salzhersteller – wird das Meersalz exportiert, sind also auch dadurch andere Länder von dem Problem betroffen.

In einer anderen Studie konnten deutsche Forscher Mikroplastik in Bier und abgefülltem Wasser nachweisen.

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