Krebs-Anzeichen richtig deuten

Redaktion PraxisVITA
Brust abtasten
Krebs-Anzeichen früh erkennen: Häufig reicht es, auf einige wichtige Signale seines Körpers zu achten. Eine Frau sollte zum Beispiel ihre Brust regelmäßig auf Knoten abtasten © istock/gbh007

Eine Studie zeigt: Die meisten Menschen deuten die Krebs-Anzeichen nicht richtig – selbst wenn die auftretenden Symptome eindeutig sind. PraxisVITA erklärt die häufigsten Warnsignale.

Die britische Forschungseinrichtung „Cancer Research UK“ untersuchte in einer Studie mit rund 1.700 Probanden, wie sich Menschen verhalten, wenn Sie „eindeutige Krebshinweise“ (sogenannte „Red-Flag-Cancer-Alarm-Symptoms“) beobachten. Ohne das Wort „Krebs“ zu erwähnen, wurden die Studienteilnehmer danach gefragt, ob und – wenn ja – wie häufig sie bei sich selbst bestimmte Krebs-Anzeichen bemerkt hatten.

 

Werden Krebs-Anzeichen ignoriert?

Dabei stellte sich heraus, dass 53 Prozent der Befragten in den letzten drei Monaten bei sich Krebs-Anzeichen beobachtet hatten, die ein Indiz für eine Erkrankung hätten sein können. Überraschenderweise wurden aber selbst vermeintlich eindeutige Krebs-Anzeichen – wie zum Beispiel Knoten in der Brust oder Blut im Urin – nur von zwei Prozent der Probanden als Krebs-Symptome identifiziert.

Umgekehrt bedeutet das – so warnen die Mediziner –, dass 98 Prozent der Menschen, die an sich selbst offensichtliche Krebs-Anzeichen bemerken, nicht oder nicht ausreichend darauf reagieren. Das ist problematisch, da für die Behandlung von Krebs in der Regel gilt: Je früher er erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Krebs-Symptome
Krebs entwickelt sich häufig schleichend – und wird daher in einigen Fällen erst spät diagnostiziert © man_at_mouse/iStock

Die Gründe, wieso auch eindeutige Krebs-Anzeichen nicht mit einer möglichen Erkrankung in Verbindung gebracht werden, sind nach Aussagen der Forscher unterschiedlich. Tatsächlich würden die beobachteten Symptome von den Betroffenen nicht ignoriert.

Viele Menschen seien aber zum Beispiel nicht bereit, die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass sie Krebs haben könnten. Zudem werde instinktiv nach einer Erklärungsmöglichkeit für Symptome gesucht, die bekannten Krankheitsmustern entspricht, wie zum Beispiel Alterserkrankungen, Infektionen, Gelenkentzündungen oder Zysten.

 

7 häufige Krebs-Anzeichen

Im nächsten Abschnitt haben wir Anzeichen aufgelistet, die auf eine Krebserkrankung hinweisen können.

Wenn Sie eines oder mehrere dieser Krebs-Anzeichen bei sich beobachten, sollten sie umgehend einen Arzt aufzusuchen. Im Zweifelsfall ist es gesünder, lieber einmal zu viel bei einem Arzt Rat zu suchen, als einmal zu wenig.

Gespräche beugen Krebs vor
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So senken Sie Ihr Krebs-Risiko

 

Mögliches Krebs-Anzeichen: Veränderungen der Haut

Die Haut reagiert stark auf äußere und innere Einflüsse. So können auch relativ harmlose Faktoren, wie zum Beispiel Sonnenbrand, Allergien, Stress, Nahrungsmittelumstellungen oder Infektionen dafür verantwortlich sein, wenn sich unser größtes Organ verändert. Trotzdem beobachten Hautärzte nicht ohne Grund äußerlich dauerhafte Veränderungen auf der Haut – als möglichen Hinweis auf Hautkrebs – ganz genau.

Krebs-Symptome
Krebs-Anzeichen sind unter anderem Hautveränderungen © AndreyPopov/iStock

Das gilt besonders bei Leberflecken. Dabei kann man folgende Faustregel beachten: Je auffälliger – z.B. hinsichtlich der Größe, Farbe, Form – ein Leberfleck aussieht, desto genauer sollte man ihn im Auge behalten. Hautärzte klassifizieren das Risiko solcher Wucherungen von pigmentbildenden Zellen in der Haut übrigens nach der sogenannten „ABCDE-Regel“.

Dabei bezieht sich „A“ auf „Asymmetrie“. Ein Leberfleck ist also auffällig, wenn er nicht gleichmäßig rund oder oval ist.

„B“ steht für „Begrenzung“ und meint, dass die Ränder des Leberflecks im Übergang zur Haut scharf abgegrenzt sein sollten. Ein fließender Übergang dagegen gilt als auffällig.

„C“ wie „Color“ – der englische Ausdruck für Farbe – beschreibt einen wichtigen Krebsindikator. Ein mehrfarbiger Leberfleck bedeutet erhöhtes Hautkrebsrisiko.

„D“ ist der „Durchmesser“. Grundsätzlich betrachten Hautärzte Leberflecken, die größer als fünf Millimeter sind, als Risiko.

„E“ meint die „Entwicklung“. Sollte sich ein Leberfleck also nach einem der Punkte A bis D verändern, deutet das auf eine Krebsgefahr hin. Die Entfernung eines auffälligen Leberflecks kann in der Regel von jedem Hautarzt vorgenommen werden und dauert nur einige Minuten.

 

Mögliches Krebs-Anzeichen: Atemwegsbeschwerden

Wenn Husten, Heiserkeit und Atemnot aus ungeklärten Gründen über einen längeren Zeitraum auftreten, kann das ein Hinweis auf verschiedene Krankheiten sein – aber sie können auch Krebs-Anzeichen sein. Das gilt besonders, wenn zu dem chronischen Husten ein blutiger Auswurf hinzukommt.

Solche chronischen und häufig in ihrem Beschwerdebild zunehmenden Atemwegssymptome können zum Beispiel auf ein Bronchialkarzinom (Lungenkrebs) oder Brustfelltumoren hinweisen. Aber auch Kehlkopf- oder Nasenrachenkrebs führen zu Atemwegsbeschwerden. Eine dauerhafte Heiserkeit wird wahrscheinlich am ehesten als Krebs-Anzeichen unterschätzt, da sie normalerweise – zu Recht – mit harmlosen Krankheiten in Verbindung gebracht wird.

Lunge
Atemwegsbeschwerden können in seltenen Fällen ein Krebs-Anzeichen sein © istock/iLexx
 

Mögliches Krebs-Anzeichen: Kraftlosigkeit

Eine deutliche und ungeklärte Verminderung der Leistungsfähigkeit gilt als sogenanntes unspezifisches Warnsignal – kann also viele Krankheiten begleiten. Dennoch ist die Frage nach chronischer Müdigkeit oder dem anhaltenden Gefühl von Schwäche Standard bei Ärzten, wenn der Verdacht auf irgendeine Form von Krebs besteht.

 

Mögliches Krebs-Anzeichen: Unerklärlicher Gewichtsverlust

Wenn Sie ohne ersichtlichen Grund erheblich an Gewicht verlieren, kann das ein Krebs-Symptom sein. Viele Krebsarten, wie zum Beispiel Darmkrebs, Leukämie oder Bauspeicheldrüsenkrebs, führen zu einem plötzlichen Gewichtsverlust. Als grobe Regel gilt: Ein nicht diätbedingter Gewichtsverlust von fünf Prozent in drei Monaten oder von zehn Prozent in einem halben Jahr gilt als Warnzeichen.

Krebs-Symptome
Unerklärliche Gewichtsabnahmen sind ebenfalls eines der Krebs-Anzeichen © stockvisual/iStock

Andere Ursachen können Infektionen, Nahrungsmittelallergien oder Schilddrüsenerkrankungen sein. Sie sollten bei einem unerklärlichen Gewichtsverlust in jedem Fall den Arzt aufsuchen.

 

Mögliches Krebs-Anzeichen: Ein Knoten am Körper

Wenn Sie irgendwo an Ihrem Körper einen Knoten finden, dann sollten Sie unbedingt Ihren Hausarzt aufsuchen. Es könnte ein Krebs-Anzeichen sein. Welche Art Krebs es sein könnte, hängt davon ab, wo der Knoten liegt.

Meistens entdeckt die erkrankte Person oder deren Partner einen Hoden- oder Brustkrebs. Hodenkrebs äußert sich meist durch ein schmerzhaftes Anschwellen eines Hodens. Damit sollten Sie sofort den Arzt aufsuchen. In der Altersgruppe der 25 bis 45 Jahre alten Männer ist der häufigste bösartige Tumor Hodenkrebs.

Auf Brustkrebs kann nicht nur ein Knoten in der Brust hinweisen. Achten Sie auf Knoten in den Achselhöhlen, einseitig vergrößerte Brüste oder ein Brennen und Ziehen in der Brust.

Knoten am Hals
Krebs-Anzeichen? Ein Knoten am Hals kann geschwollene Lymphknoten anzeigen © istock/diego_cervo

Ein plötzlich auftretender Knoten am Hals, an der Leiste oder unter der Armbeuge kann ein geschwollener Lymphknoten sein. Das Phänomen zeigt sich normalerweise dann, wenn das Immunsystem arbeitet, also wenn unser Körper zum Beispiel eine Erkältung oder eine Grippe bekämpft. Bei einer Krebserkrankung schwellen die Lymphknoten hingegen eher langsam an.

 

Mögliches Krebs-Anzeichen: Ungewöhnliches Bluten

Blut im Urin bedeutet immer, dass eine urologische Untersuchung notwendig ist. Zwar kann es gut sein, dass harmlose Ursachen, wie eine Blasenentzündung oder Harnsteine, solche Symptome hervorrufen. Besonders dann, wenn auch noch Schmerzen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang hinzukommen. Eine schnelle Diagnose der Ursache ist dann besonders wichtig, um Blasenkrebs auszuschließen oder ihn im Falle einer Erkrankung rechtzeitig zu bekämpfen.

Vaginale Blutungen ordnet man meist der Periode zu. Es kann aber auch mal zu Zwischenblutungen kommen. Diese können durch Hormonänderungen, Entzündungen oder verletzte Blutgefäße nach sexuellem Kontakt ausgelöst werden.

Frau mit Hämorrhoiden
Blut im Stuhl kann auf entzündete Hämorrhoiden hindeuten © istock/Lars Neumann

Blut im Stuhl bedeutet nicht gleich Darmkrebs: Die häufigste Ursache dafür sind entzündete Hämorrhoiden. Auch eine Magenblutung kann dafür verantwortlich sein. Sollten Sie Blut im Stuhl bemerken, empfiehlt es sich in jedem Fall einen Arzt aufzusuchen und die Ursachen abklären zu lassen, um Darmkrebs auszuschließen.

Es ist unwahrscheinlich, dass häufiges Nasenbluten ein Krebs-Anzeichen ist. Doch in seltenen Fällen kann es ein erstes Anzeichen für Leukämie sein.

 

Mögliches Krebs-Anzeichen: Probleme beim Wasserlassen

Gerade bei älteren Männern kann eine vergrößerte Prostata zu Problemen beim Wasserlassen führen. Häufige Symptome dafür sind: die Harnblase entleert sich nur zögerlich, der Harnstrahl ist abgeschwächt, beim Wasserlassen muss man aktiv pressen, der Urin träufelt nach, der Harnstrahl wird unterbrochen oder die Blase fühlt sich nicht vollständig entleer an. Die Vergrößerung ist oft harmlos (benigne Prostatahyperplasie).

Prostata
Schmerzen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang sind nur selten ein Krebs-Anzeichen sein. Häufig steckte eine vergrößerte Prostata hinter den Beschwerden © istock/decade3d

In manchen Fällen können die Symptome aber auch auf Prostatakrebs in einem frühen Stadium hinweisen. Darum gilt: Sollten Sie einige der oben beschriebenen Symptome bei sich bemerken, suchen Sie Ihren Hausarzt auf und weisen Sie ihn darauf hin. Er kann mit einem PSA-Test Genaueres herausfinden.

 

Video: Diese Brustkrebs-Anzeichen sollten Sie kennen!

 

 

 
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