Wie mache ich meine Wohnung kindersicher?

Dr. med. Nadine Hess

Es heißt nicht umsonst, dass die meisten Unfälle zuhause passieren: Für Kinder gibt es viele Gefahrenquellen in den eigenen vier Wänden. Kinderärztin Dr. Nadine Hess verrät, worauf Eltern achten sollten, damit die Wohnung kindersicher wird.

Kinderärztin Dr. Nadine Hess
Expertin Dr. Hess: „Betrachten Sie die eigenen vier Wände einmal aus Augenhöhe Ihres Kindes – so erkennen Sie Gefahrenquellen schneller.“ © Privat
 

Das sagt Kinderärztin Dr. Nadine Hess

Es ist nicht immer leicht, als Erwachsener die Welt aus der Sicht eines Kindes zu betrachten. Wenn man seine Wohnung kindersicher machen möchte, sollte man aber genau das versuchen. Oft hilft es dafür schon, sich einfach mal in der Wohnung in jedem Raum auf den Boden zu setzen und sich praktisch auf Augenhöhe des Kindes nach eventuellen Gefahrenquellen umzusehen.

 

Der Boden: Achtung, Stolperfalle!

Generell sind harte Bodenmaterialien im Kinderzimmer eher ungünstig. Wenn beispielsweise Fliesen aber nun einmal schon verlegt sind, sollte nach Möglichkeit ein Teppich darüber gelegt werden – und zwar am besten im gesamten Raum. Liegt der Teppich frei, verwenden Sie wenigstens eine rutschfeste Unterlage dazu. Befestigen Sie auch die Teppichecken – sie drehen sich sonst oft nach oben und werden so zur Stolperfalle. Für scharfe Kanten gibt es speziellen Eckenschutz, der verhindert, dass sich das Kind verletzt.

Kinderärztin Dr. Nadine Hess
Kindersichere Steckdosen gibt es in jedem Elektrohandel © iStock

Ansonsten gilt für die Böden in allen Räumen: Lassen Sie keine Sachen herumliegen, über die das Kind stolpern oder die es sich in den Mund stecken könnte. Wenn Sie durchwischen, sollte das Kind am besten mit etwas abgelenkt werden, damit es eine Weile sitzen bleibt, solange der Boden trocknet.

 

Kann man Elektrogeräte kindersicher machen?

Elektrogeräte, die in Kinderhänden nichts zu suchen haben, sollten natürlich außerhalb ihrer Reichweite aufbewahrt werden. Auch an feststehenden Elektrogeräten wie dem Geschirrspüler haben kleine Kinder nichts verloren! Achten Sie zudem darauf, dass kein Kabel herunterhängt – bekommt das Kind dieses zu fassen, nützt es auch nichts, wenn zum Beispiel der Fön oben auf dem Badezimmerschrank liegt. Die Kleinen werden aus Neugier versuchen, daran zu ziehen oder sich daran festzuhalten. Und sie stolpern auch leicht darüber –­ vermeiden Sie daher lose herumliegende Elektrokabel. Wenn möglich, sollten zum Beispiel Fernseh- oder Netzwerkkabel hinter Möbeln oder Fußleisten verlegt werden. Ganz wichtig sind auch kindersichere Steckdosen. Noch ein Extra-Tipp: Es gibt sogenannte Fehlerstrom-Schutzschalter, die den überwachten Stromkreis bereits bei winzigen Fehlern ausschalten.

 

Gefahrenquelle Glas

Im günstigsten Fall bekommt das Kind nur einen kleinen blauen Fleck, wenn es beispielsweise gegen eine Glastür läuft. Im schlimmsten Fall geht das Glas zu Bruch und durch die Splitter entstehen lebensgefährliche Schnittverletzungen. Um das zu verhindern, können Sie bei fest eingebauten Glastüren auf Augenhöhe der Kleinen Sticker anbringen. Ansonsten gibt es auch spezielle Splitterschutzfolie mit klarer Durchsicht, die Glassplitter bindet und das Verletzungsrisiko so minimiert. Lassen Sie kleine Kinder außerdem nicht mit einem Glas oder Porzellan herumhantieren – Plastikgeschirr geht nicht so schnell kaputt und die Kleinen können sich daran nicht verletzen.

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