Wie lange stillen? Das sollten Mütter beachten

Redaktion PraxisVITA

Irgendwann stellt sich jeder Mutter die Fragen: Wie lange sollte ich mein Baby noch stillen? Worauf muss ich beim Abstillen ganz besonders achten?

Inhalt
  1. Wie lange sollte man stillen? 
  2. Kurze oder lange Stilldauer – individuell entscheiden
  3. Stillzeit beenden  – wann abstillen?
  4. Natürlich abstillen

Wie lange stillen? Das ist eine Frage, die viele Mütter gerade beim ersten Kind beschäftigt. Die Antwort hängt vor allem von der Gesundheit von Mutter und Kind sowie von der jeweiligen Lebenssituation ab.

 

Wie lange sollte man stillen? 

Die Frage nach der idealen Stilldauer verbreitet bei vielen Müttern große Unsicherheit. Vor allem, wenn es nicht so einfach mit dem Stillen klappen will. Es herrschen unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO, UNICEF und der Nationalen Stillkommission ist die Muttermilch die beste Nahrung für Säuglinge. Es wird deshalb allgemein empfohlen, das Neugeborene mindestens in den ersten Tagen nach der Entbindung zu stillen. Darüber hinaus wird dazu geraten, das Kind mindestens sechs Monate voll zu stillen und dann langsam andere Nahrung einzuführen. Der Nationalen Stillkommission zufolge ist es ratsam, während der Gabe entsprechender Beikost bis zum Ende des ersten Lebensjahres weiterhin zu stillen. Die WHO empfiehlt häufiges Stillen nach Bedarf sogar mindestens so lange, bis das Kind zwei Jahre alt ist.

Muttermilch – sie ist schon am Anfang äußerst wertvoll. In den ersten sieben Lebenstagen des Neugeborenen wird die Vormilch gebildet (auch: Kolostrum). Sie enthält viele wichtige Nährstoffe, Antikörper und Wachstumsfaktoren. Schon die Vormilch unterstützt die Entwicklung des kindlichen Verdauungstrakts und bewahrt das Baby vor Infektionen. Doch auch später profitiert das Kind von den in der Muttermilch enthaltenen Nährstoffen.

Das Stillen bewirkt aber noch viel mehr, beispielsweise lässt sich so die Mutter-Kind-Bindung (Bonding) stärken. Und auch bei der Rückbildung der Gebärmutter kann das Stillen hilfreich sein. Befragen Sie bei Unsicherheiten immer auch Ihre Hebamme oder Stillberaterin.

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Kurze oder lange Stilldauer – individuell entscheiden

Ja zum Stillen! Aber wie lange? Viele Mütter schaffen es, die empfohlenen sechs Monate nach der Geburt voll zu stillen. Doch einige Frauen haben Schwierigkeiten beim Stillen und müssen umplanen. Laut Expertenmeinungen profitieren Babys auch, wenn kürzer als empfohlen gestillt wird.

Ein häufiger Lösungsansatz bei Stillproblemen ist das Teilstillen. Darunter versteht man eine Kombination aus dem natürlichen Stillen mit Muttermilch und gekaufter Säuglingsnahrung. Das Teilstillen ist besser, als vollkommen auf das Stillen zu verzichten.

Früher gang und gäbe, heute eher selten: das Langzeitstillen. Forscher nehmen an, dass Kinder in vergangenen Zeiten erst mit etwa 2 bis 3 Jahren von der Brust bzw. Muttermilch entwöhnt wurden. Und noch bis weit in die Neuzeit hinein galt das Stillen von Kleinkindern keineswegs die Ausnahme. Heutzutage gibt auch immer noch Mütter, die das Stillen ihres Kindes so sehr genießen, dass sie die Dauer auf mehrere Jahre ausdehnen. Wie lange also gestillt wird, ist eine sehr individuelle Entscheidung.

Ist mehrjähriges Stillen sinnvoll? Konkrete Nachteile sind durch das Langzeitstillen bisher nicht erwiesen. Im Grunde können Sie also stillen, so lange Sie und Ihr Kind wollen.

Egal, wie lange stillen verfolgt wird: Die Mutter sollte sich gut damit fühlen. Frauen, die das Stillen selbst oder die körperliche Abhängigkeit als unangenehm empfinden, sollten sich keine Schuldgefühle machen. Die hier bei uns erhältliche Säuglingsmilch unterliegt strengen Kontrollen. Auch sie enthält viele wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

Foto: iStock
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Stillzeit beenden  – wann abstillen?

Der beste Zeitpunkt fürs Abstillen ist schwer zu definieren und hängt stark von Mutter und Kind ab. Mögliche Gründe dafür, die Stillzeit zu beenden können sein:

  • Stillprobleme
  • Brustentzündungen
  • Milchmangel
  • Schmerzen beim Stillen
  • Einnahme bestimmter Medikamente
  • Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit
  • Andere gesundheitliche Gründe (Erkrankungen)

Frühestens zum 5. Lebensmonat und spätestens zu Beginn des 7. Lebensmonats sollte laut Hebammen Beikost (Brei) in den täglichen Speiseplan des Kindes integriert werden. Die meisten Hebammen empfehlen Müttern, nach und nach immer mehr Stillmahlzeiten je nach Alter durch feste Nahrung zu ersetzen. Natürlich darf das Kind bis zum 2. Lebensjahr zwischendurch auch noch an die Brust.

 

Natürlich abstillen

Doch nicht nur die Mutter kann sich dazu entscheiden, sich von der Muttermilch zu distanzieren. Auch das Kind selbst kann den Zeitpunkt des Abstillens bestimmen. Wie es das macht? Indem es zum Beispiel von heute auf morgen die Brust ablehnt. Oder großes Interesse an anderer Nahrung zeigt. Wenn das Interesse des Babys an der Brust abnimmt, sprechen Mediziner vom natürlichen Abstillen. Doch wann das soweit ist, kann keiner prognostizieren. Bei manchen Kindern dauert es mehrere Monate, bei anderen ist es erst nach dem ersten Geburtstag soweit.

Dass sich Mütter irgendwann die Frage stellen, wie lange man sein Baby noch stillen soll, ist vor allem beim ersten Kind normal. Eine allgemeine Anordnung gibt es dafür allerdings nicht.

Quellen:

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