Wie läuft bei Blut im Urin die Diagnose ab?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei Blut im Urin ist der erste Schritt der Diagnose ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt (Anamnese). Dabei wird dieser unter anderem fragen, wie lange der Urin schon rot gefärbt ist und ob diese Rotfärbung bereits häufiger aufgetreten ist. Er wird auch fragen, ob andere Symptome wie zum Beispiel Schmerzen in der Nierengegend oder im Unterbauch vorhanden sind oder ob das Wasserlassen schmerzhaft ist.

Wichtig für die Diagnose von Blut im Urin sind auch eventuell vorhandene andere Grunderkrankungen oder vorherige Erkrankungen der Harnwege oder der Nieren: Traten bereits häufiger Harnwegsinfekte auf oder wurden bereits früher einmal Nierensteine festgestellt? Außerdem wird der Arzt fragen, ob und welche Medikamente eingenommen wurden oder ob in letzter Zeit ein Unfall zu einer Verletzung geführt haben könnte. Häufig können die Antworten dem Arzt schon einen ersten Hinweis auf die Ursache der Hämaturie geben. Stellt ein Arzt bei Frauen bei einer Routineuntersuchung Blut im Urin fest, ist es für die richtige Diagnose sehr wichtig zu wissen, ob die Patientin vielleicht gerade ihre Menstruation hat. Eventuell sind dann Blutzellen lediglich durch aufgrund der Regelblutung in die Urinprobe gelangt, was völlig harmlos.

Dem Gespräch folgt dann eine gründliche körperliche Untersuchung. Dabei wird der Arzt unter anderem den Bauch abtasten und darauf achten, ob er dadurch Schmerzen auslöst. Außerdem wird er die Nierengegend abklopfen und bei Männern eine rektale Untersuchung durchführen, um die Prostata zu kontrollieren.

Mit Mikrospok Blutkörperchen im Urin sehen
Unter dem Mikroskop können vorhandene rote Blutkörperchen im Urin genau gesehen werden© Fotolia

Um eine genaue Aussage über die Konzentration der roten Blutkörperchen im Urin machen zu können, wird eine mikroskopische Untersuchung des Urinsediments, das heißt der festen Bestandteile im Urin, durchgeführt. Dabei können die Erythrozyten genau gezählt und außerdem auf ihr Aussehen hin untersucht werden. Verformungen der roten Blutkörperchen können dem Arzt einen Hinweis geben, ob sie von der Ausgangsblutungsstelle bis zur Ausscheidung einen bestimmten Weg zurückgelegt haben. Werden außerdem weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Bakterien im Urin festgestellt, lässt dies in den meisten Fällen auf eine Blasenentzündung (Zystitis) schließen.

Um herauszufinden, was hinter dem Blut im Urin genau steckt, kann der Arzt weitere Untersuchungen durchführen. Zu diesen zählen beispielsweise:

  • Blutuntersuchung
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie) der Harnblase und Nieren
  • Röntgenuntersuchung des Unterbauchs
  • Ausscheidungsurographie mit Kontrastmitteldarstellung der Harnwege
  • Urinuntersuchung auf Tumorzellen
  • Computertomographie (CT)
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Blasenspiegelung

Bei einer Blasenspiegelung wird unter örtlicher Betäubung ein dünner Schlauch mit einer kleinen Kamera, ein sogenanntes Zystoskop, über die Harnröhre in die Blase eingeführt. Dies ermöglicht dem Arzt, die Harnröhre und die Blase direkt optisch auf Auffälligkeiten zu untersuchen. Vor allem bei Männern, die natürlicherweise eine längere Harnröhre als Frauen haben, kann die Blasenspiegelung auch in einem kurzen, schmerzfreien Schlaf (sog. Analgosedierung) erfolgen. Insgesamt dauert die Untersuchung nur wenige Minuten.

Um bei Verdacht auf Blut im Urin eine genaue Diagnose stellen zu können, muss der Arzt auch andere, „unblutige“ Gründe ausschließen, die zu einer Rotfärbung des Urins führen können. Dazu gehört zum Beispiel die Rotfärbung des Urins aufgrund der Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsmitteln wie Rote Beete.

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