Wie Kirschsaft die Gelenke heilt

Kirschaft Gicht
Kirschen sind sehr gesund – neben der Linderung von Gichtsymptomen helfen sie gegen Muskelkater und Einschlafstörungen © Fotolia

In Deutschland leiden rund 2,5 Millionen Menschen an Gicht – viele der Betroffenen sind bei Ausbruch der extrem schmerzhaften Gelenkerkrankung nicht älter als 35. Forscher suchen aufgrund der starken Nebenwirkungen von pharmazeutischen Medikamenten schon lange nach einem natürlichen Wirkstoff gegen Gicht – und stießen dabei auf die verblüffende Heilkraft von Kirschsaft.

Wenn der menschliche Körper dauerhaft zu viel Harnsäure produziert – ein Abfallprodukt des Abbauprozesses der sogenannten Nukleinsäuren (z.B. wichtiger Bestandteil der menschlichen DNA) –, lagert sich diese in kristalliner Form in den Gelenken ab. Die Folgen sind sehr starke Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und im schlimmsten Fall Lähmungen.

 

Harnsäure abbauen – mit Kirschsaft

Forscher der Northumbria University in Newcastle (Großbritannien) zeigen in einer aktuellen Studie, dass der Konsum von nur einer geringen Menge Kirschsaft einen erhöhten Harnsäure-Spiegel im Körper drastisch senken kann.

Konkret bekamen zwei Probandengruppen für die Untersuchung entweder 30 oder 60 Milliliter Kirschsaftkonzentrat verabreicht, das mit jeweils 100 Milliliter Wasser gemischt wurde. Nach der Einnahme wurden den Studienteilnehmern Blut- und Urinproben entnommen, um die Wirkung der Kirschen auf den Stoffwechsel des Körpers überprüfen zu können.

 

Eine kleine Menge Kirschsaft reicht aus

Die so gewonnenen Probandendaten zeigen, dass bereits zwei Stunden nach Einnahme des Kirschsaftkonzentrats der Harnsäurespiegel im Urin durchschnittlich um rund 250 Prozent angestiegen war – ein deutliches Zeichen dafür, dass der Körper abgelagerte Harnsäurekristalle ausgeschieden hatte. Tatsächlich bestätigten die entnommenen Blutwerte – der Harnsäurewert im Blut war acht Stunden nach Einnahme des Kirschkonzentrats um durchschnittlich 36 Prozent gesunken – die Ergebnisse des Urintests.

Völlig überrascht zeigten sich die Forscher von der Tatsache, dass es für die Verringerung des Harnsäurespiegels im Körper keinen Unterschied machte, ob die Probanden 30 oder 60 Milliliter Kirschsaft zu sich genommen hatten – die Ergebnisse waren in beiden Fällen nahezu identisch.

 

Viel Wirkung – keine Nebenwirkungen

Normalerweise werden die schmerzhaften Gelenkablagerungen der Harnsäure mit pharmazeutischen Gicht-Präparaten behandelt, die wegen zahlreicher Nebenwirkungen – wie schwere Gichtanfälle und Nierenschäden – unter Patienten und Ärzten sehr unbeliebt sind.

Kirschen dagegen verfügen über eine ganze Reihe von Pflanzenstoffen, die entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften besitzen. Sie lindern so nicht nur die quälenden Gichtsymptome, sondern heilen mit dem Abbau der kristallinen Harnsäureablagerungen auch die Ursachen der Krankheit – und das ganz ohne Nebenwirkungen.

Hamburg, 30. September 2014

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