Vom Zug überrollt und doch überlebt

Truman Duncan wird von einem Eisenbahnwagen überfahren und dabei so schwer verletzt, dass sein Überleben an ein Wunder grenzt
Truman Duncan wird von einem Eisenbahnwagen überfahren und dabei so schwer verletzt, dass sein Überleben an ein Wunder grenzt © Fotolia

Truman Duncan wurde von einem Zug überrollt und dabei beinahe in zwei Hälften zertrennt – doch der Amerikaner überlebte! Teil zehn unserer Reihe.

Für Truman Duncan ist ein ganz normaler Arbeitstag im Juni 2006. Der Texaner ist Angestellter im Bahnbetriebswerk in Cleburne. Er steht gerade auf einem fahrenden Eisenbahnwagen, als er ausrutscht und zwischen zwei Wägen auf die Gleise fällt.

Sofort versucht er beiseite zu springen, schafft es aber nicht und wird von dem 20.000 Kilo schweren Zug überrollt. Duncan wird etwa 23 Meter mitgeschleift, bis der Zug stoppt!

Es ist unglaublich, aber er bleibt bei Bewusstsein: „Ich wusste, wenn ich jetzt einfach liegenbliebe und nichts tue, werde ich sterben. Wenn ich aber wach bleibe und sicherstelle, dass ich Hilfe bekomme, habe ich die Möglichkeit zu überleben.“ Er schafft es, sein Handy zu erreichen und wählt 911. „Ich brauche einen Notarzt. Ich glaube, ich wurde in zwei Hälften zertrennt“ meldet er dem Rettungsdienst.

Duncans Körper ist tatsächlich beinahe durchtrennt, ein Bein ist noch durch einen einzelnen Muskel mit seinem Oberkörper verbunden. Der gesamte untere Teil seines Körpers steckt zwischen Wagen und Schienen fest. Bis der Rettungsdienst da ist und den Schwerverletzten unter dem Zug herausgelöst hat, vergehen 45 Minuten. In dieser Zeit bleibt Duncan bei Bewusstsein, obwohl er mehr als die Hälfte seines Bluts verloren hat. Er ist in Gedanken bei seiner Frau. Und bei seinen drei Kindern, die er um jeden Preis aufwachsen sehen will: „Ich war kurz davor bewusstlos zu werden, alles um mich herum wurde ganz ruhig. Ich fühlte, dass ich gehen würde. Als ich das merkte, fing ich an, dagegen anzukämpfen.“

Die Rettungssanitäter, die ihn am Unfallort auffinden, sind schockiert. Einer berichtet: „Ich dachte, seine Chancen zu überleben, lägen etwa bei eins zu einer Million.“ Als er im Krankenhaus ankommt, ist er in seinem sehr kritischen Zustand, sein Blutdruck ist extrem niedrig und er ist nicht ansprechbar, berichtet sein behandelnder Arzt Dr. David Smith.

 

Wie konnte Truman Duncan diesen Unfall überleben?

Die Ärzte kämpfen in einer 3,5 stündigen Not-Operation um sein Leben. Duncan liegt drei Wochen im Koma und muss noch weitere 23 operative Eingriffe über sich ergehen lassen, bis er schließlich nach vier Monaten aus dem Krankenhaus entlassen wird.

Sein Arzt erklärt sich seine unglaubliche Genesung so: „Vermutlich hat der große Blutverlust ihm das Leben gerettet. Sein niedriger Blutdruck hat sein Körpersystem heruntergefahren, so dass sich alles in einem Modus der Aufrechterhaltung befand.“ Rettungssanitäter halten den Blutdruck eines Verletzten bewusst gering, bis sie in der Lage sind seine Blutungen im Krankenhaus zu kontrollieren.

Außerdem war der Punkt, an dem Duncans Körper beinahe durchtrennt wurde, entscheidend. Es wurden dabei keine wichtigen Organe verletzt: Herz, Lunge, Leber und eine Niere blieben intakt.

Truman Duncan sitzt im Rollstuhl, weil sein linkes Bein ab der Hüfte und das rechte ab dem Knie amputiert werden musste. Außerdem hat er eine Niere und Teile seiner Hüfte verloren. Aber er hat überlebt und konnte seine drei Kinder aufwachsen sehen.

Hamburg, 25. November 2015

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