Wie Kalium das Herz steuert - und warum es so wichtig ist

Kalium als Mineralstoff ist für eine gesunde Herzfunktion sehr wichtig. Ein Mangel kann bedrohliche Folgen haben, vor allem für das Herz. Was bei einem Mangel im Körper passiert und wie Sie den Bedarf am besten decken können!

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Welche Wirkung hat Kalium auf das Herz?

Lange wurde die Bedeutung des Mineralstoffs Kalium für die Gesundheit nicht ausreichend erkannt. Heute ist in der Medizin bekannt, dass Kalium für eine gesunde Herzfunktion von großer Bedeutung ist. Kalium bildet neben Magnesium elektrische Impulse in den Herzzellen und ist für die Weiterleitung dieser elektrischen Signale von Zelle zu Zelle wichtig. Um diese Aufgabe zu erfüllen, sollte die Konzentration von Kalium im Normbereich liegen, ungefähr zwischen 3,6 und 5,2 mmol pro Liter. Dieser Wert kann beim Arzt durch eine Blutentnahme überprüft werden. Ein Mangel wirkt sich besonders in den Nerven- und Muskelzellen aus, die dann nicht mehr richtig angeregt werden. Kommt es zu deutlichen Abweichungen des Kaliumspiegels, gerät das Herz aus dem Takt.

Ursachen für einen Kaliummangel

Entscheidend für eine gesunde Zusammensetzung der Mineralstoffe ist ihre Verteilung und ein ausgewogenes Mengenverhältnis. Kalium kann im Gegensatz zu anderen Mineralstoffen nicht vom Körper gespeichert werden. Es muss über die Nahrung aufgenommen werden. Die Ausscheidung erfolgt zu einem Großteil über die Nieren, aber auch über Verdauung und Haut.

Bei folgenden Erkrankungen und Umständen verändert sich die Konzentration von Kalium im Blut:

  • Starkes Erbrechen
  • Häufiger Durchfall
  • Einnahme von Diuretika (Entwässerungsmedikamenten)
  • Folgen von Antibiotika- und Cortison-Einnahmen
  • Erkrankungen der Nebenniere

Herzrhythmusstörungen bei Kaliummangel

Bei einem Kaliummangel steigt die Wahrscheinlichkeit, Herzrhythmusstörungen zu entwickeln. Denn die Pumptätigkeit des Herzens beruht vor allem auf der Wechselwirkung zwischen verschieden geladenen elektrischen Teilchen innerhalb und außerhalb der Zellen. Ist zu wenig Kalium vorhanden, kann es zu einer gesteigerten Aktivität der Schrittmacher- und Muskelzellen im Blut kommen, was Herzrhythmusstörungen verursachen kann.

Patienten, die bereits unter einer Herzerkrankung leiden oder das Herzmedikament Digoxin einnehmen, sind besonders gefährdet, wenn der Kaliumspiegel zu niedrig ist. So können in schweren Fällen gefährliche Herzrhythmusstörungen auftreten, die eine Herzschwäche verschlechtern und im schlimmsten Fall auch zu Herzversagen führen können.

Eine geringfügige Abnahme des Kaliumspiegels im Blut verursacht normalerwiese keine Symptome. Gelegentlich kann es zu Herzstolpern kommen. Eine starke Abnahme von Kalium kann Schwäche, Krämpfe, Zittern und sogar Lähmungen der Muskeln bewirken.

Auch eine Verkalkung der Arterien wird durch den Mangel an Kalium begünstigt, was sich in der Folge wiederum auf die Durchblutung des Herzens auswirkt. Wenn die sogenannte Hypokaliämie über einen längeren Zeitraum besteht, können Nierenprobleme entstehen. Diese äußern sich, indem die Betroffenen häufig urinieren und große Mengen Wasser trinken müssen.

Wie viel Kalium braucht das Herz?

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten Erwachsene täglich 4.000 Milligramm Kalium über die Nahrung aufnehmen. Eigentlich lässt sich diese Menge über eine ausgewogene Kost gut erreichen. Wer viel frisches Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte isst, wird diesen Bedarf decken können. Allerdings steigt der Bedarf an Kalium durch unsere salzreiche (Fertig-)Nahrung an. Dnn damit nehmen wir vermehrt Natrium auf, welches dazu beiträgt, dass Kalium ausgeschieden wird.

Kalium ist wasserlöslich und kann deswegen auch beim Kochen verloren gehen. Gemüse sollte daher öfter gedämpft oder kurz gebraten werden, damit das wichtige Elektrolyt nicht verloren geht. Je weniger Wasser ein Lebensmittel enthält, desto mehr Kalium steckt drin.

Gute Kaliumquellen sind folgende Lebensmittel:

  • Hülsenfrüchte
  • Weizenkleie
  • Sojabohnen
  • Bohnen
  • Banane
  • Getrocknete Aprikosen
  • Tomatenmark
  • Pistazien
  • Kakao
  • Mandeln

Was passiert bei einem Überschuss an Kalium?

Eine Überversorgung mit Kalium ist selten, da zu viel zugeführtes Kalium über die Nieren ausgeschieden und nicht im Körper gespeichert wird.Ein Überschuss an Kalium entsteht meist bei einer eingeschränkten Nierenfunktion oder als Nebenwirkung von Medikamenten. Bluttransfusionen, Verbrennungen oder Infektionen können ebenfalls eine Ursache für zu viel Kalium sein. Ist der Kaliumwert erhöht, kann es wie bei einem Mangel im schlimmsten Fall zu Herzrhythmusstörungen kommen.

Eine Kalium-Überversorgung merken Betroffene an Durchfall, Müdigkeit, Muskelschwäche, Krämpfen und starkem Harndrang.

Wie wird ein Kaliummangel oder -überschuss behandelt?

Ist der Kaliummangel oder -überschuss durch eine Erkrankung bedingt, sollte diese behandelt werden, um Folgeschäden zu verhindern. Bei einem Kaliummangel reicht es hingegen, mehr kaliumreiche Lebensmittel auf den Speiseplan zu setzen. Bei einem Überschuss sollte man hingegen auf kaliumarmes Essen achten.

Eine Eigenbehandlung mit Kalium-Präparaten sollte niemals eigenständig erfolgen. Da Kalium das Herz steuert und es sich um ein sensibles Zusammenspiel von Mineralstoffen handelt, ist Vorsicht geboten.

Quellen:

Mineralstoffe und Herzrhythmus, in: bgv-herzbeschwerden.de

Kalium- und Magnesiummangel, in: herzstiftung.de

Kalium- und Magnesiummangel: Wann wird es gefährlich fürs Herz, in: diabetologie-online.de

Wie Kalium auf das Herz wirkt, in: herzzentrum.de