Wie groß kann eine Zyste werden?

Redaktion PraxisVITA
Zyste
Zysten können mit Unterleibsschmerzen einhergehen, meist verursachen sie jedoch keine Beschwerden Foto:  iStock/smolaw11

Trotz Diät nahm eine Frau aus Alabama immer mehr an Gewicht zu – hinzu kamen Bauchschmerzen und Kurzatmigkeit. Schließlich fanden Ärzte den Grund für ihre Beschwerden: In ihren Eierstöcken hatte sich eine 22 Kilogramm schwere Zyste gebildet.

Kayla Rahn (30) hatte sich schon fast daran gewöhnt, täglich gefragt zu werden, ob sie Zwillinge bekomme und wann der Entbindungstermin sei. Auch, dass Fremde ihr helfen wollten, ihre Einkäufe zu tragen, war inzwischen normal – ihr enormer Bauch ließ sie einfach hochschwanger aussehen.

Doch nach monatelanger mysteriöser Gewichtszunahme, Bauchschmerzen und Kurzatmigkeit bekam sie endlich die Diagnose, die ihre Beschwerden erklärte: eine 22 Kilogramm schwere Zyste hatte sich in ihren Eierstöcken gebildet. Rahns Ärzte entfernten die Zyste bei einem Eingriff im Mai – seitdem hat sie sich gut erholt und ist wieder beschwerdefrei.

 

Müssen Zysten immer entfernt werden?

Der Begriff Zyste bezeichnet einen mit Flüssigkeit gefüllten Hohlraum im Gewebe. Zysten sind in der Regel harmlos und verursachen nur selten Beschwerden. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Zysten mit unterschiedlichen Ursachen. Bei Kayla Rahn entfernten die Chirurgen eine sogenanntes muzinöses Zystadenom – das ist ein gutartiger Tumor, der sich aus dem Gewebe des Eierstocks gebildet hat. Der Begriff „muzinös“ bezieht sich auf den Inhalt der Zyste – dieser hat eine schleimige Konsistenz.

Das muzinöse Zystadenom wächst häufig sehr schnell – Rahns Zyste bestand nach Schätzungen ihrer Ärzte seit etwas mehr als einem Jahr. Sie musste sofort entfernt werden, weil sie durch ihre Größe auf andere Organe drückte und diese bereits verschoben hatte.

Die meisten Zysten in den Eierstöcken müssen jedoch nicht operativ entfernt werden, sondern verschwinden von selbst wieder. Die am häufigsten auftretenden Eierstockzysten sind die sogenannten Follikelzysten. Sie können im Laufe des normalen Monatszyklus entstehen: Die Eizellen sind in einer Art Beutel (Follikel) „verpackt“, der sie mit Nährstoffen versorgt. Beim Eisprung platzt einer dieser Follikel und setzt die Eizelle in die Bauchhöhle frei, von wo sie von einem der Eileiter aufgenommen wird.

Entwickelt sich ein Follikel, ohne die Eizelle freizusetzen, oder verbleibt nach dem Platzen Flüssigkeit in dem Beutel, kann sich daraus eine Zyste entwickeln – diese bleibt aber klein (wenige Zentimeter) und verschwindet in der Regel innerhalb weniger Monate von selbst wieder.

Ultraschalluntersuchung bei Verdacht auf Zysten
Service Nicht jede Zyste muss operiert werden

 

Wie groß war die größte je entfernte Eierstockzyste?

2017 wurde der Fall einer 24-jährigen Mexikanerin bekannt, der eine 33 Kilogramm schwere Eierstockzyste entnommen wurde – Mediziner vermuten, dass dies die größte Zyste war, die je am Stück entfernt wurde.

Die Eierstockzyste, die Ärzte 1951 in Chicago einer 58-jährigen Frau entfernten, wog etwa 136 Kilo. Diese wurde jedoch nicht am Stück entfernt. Um den Körper der herzkranken Frau nicht mit einem so großen Eingriff zu gefährden, entzogen die Ärzte der Zyste zunächst über vier Tage nach und nach Flüssigkeit und entfernten ihn anschließend ganz.

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