Wie gesundheitsschädlich sind Reis-Waffeln?

Phyllis Kuhn Medizinredakteurin
Reiswaffeln
Reiswaffeln: Leichter Snack mit hohem Gesundheitsrisiko © Alamy

Die Zeitschrift „Öko-Test“ hat verschiedene Marken von Reiswaffeln untersucht. Das Ergebnis ist gerade für Eltern besorgniserregend.

Sie sind leicht, kalorienarm und gut zu transportieren: Reiswaffeln. Da sie deshalb auch ein guter Snack für unterwegs sind, geben viele Eltern ihren Kindern gerne zwischendurch eine Reiswaffel, um den kleinen Hunger zu stillen. Leider treffen sie damit in den meisten Fällen eine schlechte Wahl. Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Öko-Test“ hat 19 verschiedene Reiswaffel-Marken getestet.

Hintergrund der Untersuchung war eine Analyse, die die Zeitschrift bereits vor vier Jahren in Auftrag gegeben hatte. Damals hatten viele Marken die Grenzwerte für Arsen (0,3mg/kg) überschritten. Das natürlich in Böden vorkommende Gift gehört zu den tödlichsten Substanzen der Welt. Auch bei der aktuellen Untersuchung kassierte mehr als die Hälfte der analysierten Reiswaffeln die Note „ungenügend“. Nur ein einziges Produkt konnte die Prüfer mit der Note „sehr gut“ überzeugen. Hier die Ergebnisse im Überblick:

 

Gift, Schwermetall und Mineralöle in Reiswaffeln

Nicht nur Arsen, auch Schadstoffe wie Acrylamid, Cadmium und Mineralöle fand „Öko-Test“ in den Reiswaffeln. Das Arsen stammt offenbar aus dem Wasser, mit dem viele Reisfelder in Bangladesch bewässert werden. Das Gift vermengt sich in tief liegenden Gesteinsschichten mit dem Grundwasser und stellt bereits seit Jahren eine erhebliche gesundheitliche Belastung für die dort lebenden Menschen dar. Das von der WHO als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestufte Acrylamid entsteht bei hohen Temperaturen, die für das Backen der Reiswaffeln nötig sind. Acrylamid wurde in 17 der 19 Reiswaffeln gefunden, allein die Proben der Firmen Hipp und Rossmann („babydream“) konnten im Test überzeugen. Cadmium wurde in drei Proben nachgewiesen (Continental Bakeries, Aldi Süd und Lidl), alle drei Waffeln erhielten das Ergebnis „ungenügend“. Das nierenschädliche Schwermetall gelangt über Düngemittel und Klärschlamm in die Reispflanzen. Auch Mineralöl-Belastungen wurden in drei (real, Penny und Byodo) der Proben gefunden. Die vermutlich krebserregenden Öle gelangen über Verpackungen und mit Schmieröl gefettete Maschinen in die Lebensmittel.

 

Eine der tödlichsten Substanzen der Erde ausgerechnet in Kinderwaffeln

Kritischste Verunreinigung war die Arsen-Belastung. Hier schnitten nur die Hipp Kinder-Reiswaffeln gut ab, alle anderen Produkte enthielten zum Teil sehr stark erhöhte Werte des Gifts. Größere Aufnahmen von Arsen gelten als krebserregend. Aber auch kleinere Mengen können bereits zu Bauchkrämpfen, Erbrechen und Durchfall führen. Gerade Kinder sollten deshalb möglichst keine Reiswaffeln verzehren, die den Arsen-Grenzwert überschreiten.

Insgesamt erhielten zehn Produkte die Note „ungenügend“, darunter die Reiswaffeln der großen Supermarktketten Lidl, real, Aldi Süd, Rewe und Penny. Die Note „sehr gut“ wurde nur von den Hipp-Waffeln erreicht. Hier wurden nur Spuren von Arsen gefunden.

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