Wie gesund ist vegetarische Ernährung wirklich?

Phyllis Kuhn
Frau beim Kochen mit Gemüse
Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig, wenn man sich vegetarisch ernähren möchte. © iStock

Um wie viel Prozent senke ich mein Krebsrisiko, wenn ich auf Hühnchen und Steak verzichte? Eine Veröffentlichung der US-amerikanischen Academy of Nutrition and Dietetics gibt die Antwort auf diese und weitere Fragen.

Auch wenn der Verzicht auf Fleisch und Fisch bereits in vielen Studien als gesund nachgewiesen wurde, sind sich Ernährungsexperten noch immer nicht einig, wie gesund eine ausschließlich vegetarische oder sogar vegane Ernährung tatsächlich ist. Im Streit zwischen Vegetariern und Befürwortern des Fleischkonsums hat einer der größten amerikanischen Ernährungsverbände, die Academy of Nutrition and Dietetics (AND), jetzt klar Stellung bezogen. In einer Veröffentlichung empfiehlt die fast 67.000 Mitglieder zählende Vereinigung von Ernährungsexperten eine vegetarische Diät als eindeutig gesundheitsfördernd – solange die Ernährung gut geplant ist. Dazu zählt eine ausreichende Aufnahme von pflanzlichem Protein sowie Vitaminen und Nährstoffen. In der Stellungnahme wird betont, dass Vegetarier nicht nur ein geringeres Risiko für Übergewicht und Diabetes hätten, sondern im Vergleich mit Fleischessern auch seltener an Herzerkrankungen und Krebs leiden. Selbst eine vegane Ernährung (neben dem Verzicht auf Fleisch und Fisch, werden auch sämtliche andere Tierprodukte wie Eier und Milch vermieden) sei „für jeden Lebensabschnitt“ geeignet. Zur ausgewogenen Ernährung bei einer veganen oder vegetarischen Lebensweise empfiehlt die AND, Gemüse, Obst, Nüsse, Samen sowie Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte aufzunehmen. Um ganz sicher zu sein, sollten sich Interessierte mit einem Ernährungsberater oder Hausarzt abstimmen. Bei Schwangeren, die vegan oder vegetarisch leben, ist häufig eine zusätzliche Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll. 

 

Diese Krankheiten werden durch vegetarische Ernährung seltener

Doch lassen sich die Vorteile der vegetarischen Ernährung auch in Zahlen messen? Offenbar ja. Durch eine Auswertung verschiedener Studien zum Thema lasse sich feststellen, dass sich das Risiko, an Prostata-Krebs zu erkranken um 35 Prozent reduziert. Das allgemeine Risiko, an Krebs zu erkranken verringere sich durch den Fleischverzicht um 18 Prozent. Die Herzgesundheit verbessert sich laut der Akademie deutlich. So erleiden Vegetarier seltener einen Herzinfarkt (32 Prozent geringeres Risiko) und auch das Risiko für andere Herzkrankheiten verringert sich durch eine vegetarische Ernährung um bis zu 29 Prozent. Den größten Effekt hat die pflanzenbasierte Diät, laut Akademie, jedoch auf das Diabetes-Risiko: Laut Autoren sinke die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, um bis zu 62 Prozent. Aber auch die allgemeine Gesundheit könne sich durch eine Umstellung auf weitgehend pflanzliche Lebensmittel drastisch verbessern. „Menschen, die sich vegetarisch ernähren, haben einen niedrigeren Body Mass Index (BMI), eine bessere Kontrolle über ihren Blutdruck und Blutzucker, weniger Entzündungen und niedrigere Cholesterinwerte als Nicht-Vegetarier“, fasst Vandana Sheth, Sprecherin der Academy of Nutrition and Dietetics zusammen.

 

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