Wie gesund ist es, sich die Augen lasern zu lassen?

Eine Frau mit Sonnenbrille
Augenlasern kann zu dauerhaften Schäden wie starker Lichtempfindlichkeit führen, einige Betroffene müssen nach der OP ständig eine Sonnenbrille tragen © Shutterstock

Weg mit der lästigen Brille und ab unter den Laser? Dieser Schritt sollte sorgfältig überlegt sein – denn er kann im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gehen. Praxisvita verrät, wo beim Augen lasern Risiken liegen und wie Sie sich schützen können.

Das „Augenlasern“, in Fachkreisen Laser-in-situ-Keratomuleusis (Lasik) genannt, verfolgt ein einfaches Ziel: Der Patient soll ohne Brille wieder scharf sehen können. Doch einige Patienten sind nach der OP so lichtempfindlich, dass sie immer eine Sonnenbrille tragen müssen, oder sie sehen schlechter als vor dem Eingriff. Wie sicher ist es also, sich die Augen lasern zu lassen?

 

So funktioniert Augenlasern

Bei der Lasik-Operation wird zunächst ein dünnes Scheibchen der Hornhautoberfläche abgetrennt und zur Seite geklappt. Anschließend werden tiefergelegene Hornhautschichten per Laser abgeflacht – je stärker die Kurzsichtigkeit, desto mehr Hornhaut wird abgetragen. Schließlich wird der „Deckel“ wieder verschlossen. Die Operation geht schnell, verläuft vergleichsweise schmerzfrei und bereits nach einem Tag sind die Patienten wieder auf den Beinen. Bei Sehschwächen kann man sich bei bis zu acht Dioptrien die Augen lasern lassen.

In den ersten drei Monaten kommt es häufig zu Nebenwirkungen wie Fremdkörpergefühle in den Augen, Augentrockenheit und Blendeffekten in der Nacht, die die Fahrtüchtigkeit bei Dunkelheit beeinträchtigen. Bei Korrekturen ab fünf Dioptrien steigt das Risiko, dass diese Nebenwirkungen dauerhaft bleiben – bei acht Dioptrien liegt es bei vier bis fünf Prozent.

Augen lasern
Wenn Sie sich Ihre Augen lasern lassen möchten, sollten Sie sich umfänglich von einem Augenarzt beraten lassen© Fotolia
 

Risiko Laserzentrum

Kommt es nach dem Augenlasern zu dauerhaften Schäden wie starker Lichtempfindlichkeit, ist der Grund dafür häufig mangelnde medizinische Betreuung und Beratung im Vorfeld. Experten raten deshalb davon ab, den Eingriff in sogenannten Laserzentren durchführen zu lassen – das sind Ketten, die sich ausschließlich auf die Lasik-OP spezialisiert haben und sie möglichst gewinnbringend durchführen. In einigen Ketten wird sogar für jedes gelaserte Auge eine Provision gezahlt. Doch für viele Patienten ist eine Lasik-OP nicht die beste Lösung. Häufig wird ihnen im Laserzentrum dennoch zur OP geraten – die Folge sind mitunter bleibende Schäden.

 

Augen lasern: So schützen Sie sich

Wer sich die Augen lasern lassen möchte, sollte sich vom Augenarzt beraten lassen. Auch der Eingriff kann in einer Arztpraxis oder einer spezialisierten Augenklinik durchgeführt werden. Zur ersten Orientierung bietet der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands eine Liste mit qualifizierten Operateuren zum Download an.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt: Er kann am besten einschätzen, welche Behandlung für Sie die richtige und wie hoch Ihr individuelles Risiko für Folgeschäden ist, wenn Sie Ihre Augen lasern lassen. Ein Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient ist wichtig – fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen. Ihr Arzt sollte sich für diese Gespräche Zeit nehmen. Tut er das nicht oder bekommen Sie ihn vor der OP gar nicht zu sehen, ist das ein schlechtes Zeichen – scheuen Sie sich nicht, den Arzt zu wechseln.

Hamburg, 11. Februar 2015

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.