Wie gefährlich ist roter Reis?

Carolin Banser Medizinredakteurin
Roter Reis
Rot fermentierter Reis kommt aus Asien und enthält einen Inhaltsstoff, der erhebliche Nebenwirkungen hervorrufen kann © Fotolia

Roter Reis liegt im Trend. Doch was für viele nach einer interessanten Abwechslung auf dem Teller klingt, ist nicht ungefährlich. Praxisvita klärt auf.

 

Roter Reis schädigt die Leber und die Muskulatur

Nahrungsergänzungsmittel aus Rotem Reis (Rotschimmelreis) enthalten den mit Lovastatin (Arzneistoff zur Senkung des Cholesterinspiegels) chemisch identischen sogenannten Naturstoff Monakolin K. Produkte mit einer Monakolin K-Dosis ab
fünf Milligramm pro Tag weisen eine erhebliche Wirkung auf. Das beweisen Studien mit verschiedenen sogenannten „Red Rice“-Produkten. Unerwünschte Nebenwirkungen wie Schädigungen der Skelettmuskulatur und der Leber können durch Monakolin K hervorgerufen werden. Die gefährliche Wirkung wird noch verstärkt, wenn ein Patient bereits ein Cholesterin senkendes Arzneimittel einnimmt.

 

Roter Reis – Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneimittel?

Zubereitungen aus Rotem Reis mit einer täglichen Verzehrmenge von fünf Milligramm Monakolin K oder mehr sollten daher als Arzneimittel eingestuft werden. So die aktuelle Stellungnahme der Gemeinsamen Expertenkommission des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).


Lovastatin ist in Deutschland verschreibungspflichtig. Roter Reis ist hingegen ohne Rezept erhältlich, sodass Konsumenten schnell eine Überdosierung des Inhaltsstoffs droht. Eine Dosis von fünf Milligramm hat bereits eine so starke Wirkung, dass sie nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden sollte. Bereits im Jahr 2002 hatte das BfArM vor dem Verzehr von rotem Reis gewarnt. Jetzt hat das Bundesinstitut für Arzneimittel die Regelungen für Pillen aus Rotem Reis verschärft. Viele der Mittel gelten ab sofort als zulassungspflichtige Medikamente.

 

Was ist Rotschimmelreis?

Rotschimmelreis ist ein Fermentationsprodukt von gewöhnlichem Reis mit bestimmten Schimmelpilzen. Roter Reis wird in Asien bereits seit Jahrhunderten als Heilmittel eingesetzt (traditionell zur Behandlung des Magen-Darm-Trakts und des Herz-Kreislauf-Systems) sowie zum Färben, Aromatisieren und Konservieren von Lebensmitteln. Die rote Farbe sitzt nur in der Schale.

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