Wie gefährlich ist Holunder?

Holunderstrauch
Holunderbeeren - Lecker aber aufpassen bei der Ernte! © Alamy

Weiße Blüte, schwarze Beere – so kennen wir Holunder. Die Vitamin C-reiche Beere kann bei falscher Zubereitung aber auch zur ungeahnten Gefahr werden...

Die meisten von uns kennen die roten und schwarzen Beeren als leckeren Sirup im „Hugo“. Aber auch in Marmelade und Kuchen entfaltet Holunder seinen einzigartigen Geschmack. Zusätzlich werden der „Hollerbeere“ heilende Wirkungen bei Menstruationsbeschwerden und Verstopfung nachgesagt. Zudem soll Holunder präventiv vor Krebs und Herzinfarkten schützen.

 

Auf die richtige Farbe kommt es an

Die „Hollerbeere“ hat jedoch nicht nur Vorzüge: Passt man nicht richtig auf, drohen Vergiftungserscheinungen. Tatsächlich hat Holunder sogenannte adstringierende Eigenschaften. Das bedeutet, dass sich der Magen bei Aufnahme von größeren Menschen krampfhaft zusammenzieht. Durchfall und Erbrechen können weitere Folgen sein. Diese krampfauslösende Eigenschaft tritt aber nur bei noch unreifen Beeren auf. Deshalb sollte vor dem Verzehr darauf geachtet werden, nur reife Beeren zu verarbeiten. Das kann beim Holunder teilweise schwer zu erkennen sein, da es verschiedene Holunder-Arten gibt, deren Beeren unterschiedliche Farben haben. Grundsätzlich gilt aber: schwarze und dunkelblaue Beeren sind im unreifen Zustand rötlich-braun, rote Holunderbeeren sind noch unreif, wenn sie grünlich schimmern. Die häufigste Holunder-Art in Deutschland ist der schwarze Holunder. Man erkennt ihn an seinen weißen, duftenden Blüten und Beeren, die im Reifezustand tiefschwarz sind.

Die Beeren bilden sich im Juli und August. Jetzt heißt es geduldig sein. Erst wenn sich zwischen Mitte August und Anfang September alle Beeren schwarz verfärbt haben, können Sie unbesorgt geerntet werden.

 

Achtung Blausäure-Alarm!

Auch sollte man, zum Beispiel bei der Sirup- und Marmeladenverarbeitung sehr darauf achten, keine Knospen, Blätter oder Rindenstücke mit zu verarbeiten, da diese Blausäure enthalten können und deshalb in größeren Mengen zu Vergiftungserscheinungen führen.

 

Auf den Holunder-Geschmack achten

Auch wenn das Mischgetränk „Hugo“ und Holundersirup sehr süß schmecken, hat die Beere im puren Zustand ein kräftiges herbes Aroma. In Säften und Marmeladen wird dieser Geschmack häufig durch viel Zucker überdeckt. Wer den wahren Geschmack von Holunder stärker hervortreten lassen möchte, kann einfach etwas weniger süßen. Sollte der Sirup oder Saft unerwartet bitter schmecken, sind Ihnen vermutlich zu viele unreife Beeren mit hinein geraten. In diesem Fall gilt:  Holunderbeeren vollständig entsorgen. Ein paar wenige unreife Beeren, die auch im Geschmack nicht weiter auffallen, stellen aber kein Problem dar.

 

Vitamin C-Wunder

Beherzigt man alle Ratschläge, ist Holunder ein vielseitiger Energie-Spender, der aufgrund seines hohen Vitamin C-Gehalts hervorragend vor Erkältungen schützt. Auch die duftenden Blüten des weißen Holunders können weiterverarbeitet werden. Getrocknet und anschließend aufgekocht zaubern die Blüten einen Tee, der sehr gut bei Erkältungen wirkt.

Hamburg, 16. August 2016

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