Wie finde ich den richtigen Kinderwagen?

Dr. med. Nadine Hess

Bei einer Prüfung von Stiftung Warentest sind einige Kinderwagen als mangelhaft bewertet worden – darunter auch eine sehr beliebte Marke. Kinderärztin Dr. Nadine Hess erklärt, worauf Sie beim Kinderwagenkauf achten sollten.

Kinderärztin Dr. Nadine Hess
Expertin Dr. Hess: „Vor dem Kauf eines Kinderwagens kann es helfen, Empfehlungen von Familie und Freunden einzuholen.“ © Privat
 

Das sagt Kinderärztin Dr. Nadine Hess

Werdende Eltern stellt der Kauf des Kinderwagens oft vor Probleme: Das richtige Modell sollte verschiedene Anforderungen erfüllen. Doch muss es dafür immer gleich das teuerste sein? Laut einer neuen Untersuchung von Stiftung Warentest ist die Antwort darauf Nein: Beim Test von 12 Kombi-Kinderwagen sind vier Modelle mit der Note „mangelhaft“ bewertet worden, darunter die bekannte und teure Marke „Bugaboo“. Bei dem Kinderwagen wurde eine hohe Dosis an Schadstoffen im Schiebe- und Tragegriff gefunden, der erst seit Oktober 2016 verwendet wird. Auch die Modelle „Teutonia Bliss“, „Bergsteiger Capri“ und „Knorr-Baby Noxxter“ fallen wegen Schadstoffbelastungen beim Test durch. Am besten schneidet der „Britax Go Big“ mit der Note „gut“ ab, allerdings kostet das Modell rund 995 Euro. Preis-Leistungssieger ist der „ABC Design Condor 4“, der ebenfalls mit „gut“ bewertet wird und rund 600 Euro kostet.

 

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Stiftung Warentest hat zur Beurteilung verschiedene Kriterien bestimmt. Besonders viel Wert wurde auf eine kindgerechte Gestaltung gelegt – dazu zählt beispielsweise, wie viel Platz und Comfort die Tragetasche für das Baby bietet und ob ein Sonnen- beziehungsweise Regenschutz vorhanden ist. Der zweite große Punkt ist die Handhabung: Wie leicht und schnell lässt sich der Kinderwagen aufbauen, einklappen und verstellen, wie lässt er sich auf verschiedenen Untergründen schieben, ist er einfach zu reinigen?

Frau mit einem Kinderwagen
Der Kinderwagen sollte an die individuellen Bedürfnisse angepasst sein© iStock

Eltern sollten sich unbedingt in einem Fachgeschäft beraten lassen, bevor sie sich für einen Kinderwagen entscheiden. Auch Empfehlungen aus dem Freundes- und Familienkreis können helfen. Persönliche Präferenzen spielen bei der Auswahl eine große Rolle: Sind Sie beispielsweise oft auf unebenen Wegen wie in Wäldern unterwegs, brauchen Sie feststellbare große Vorderräder am Kinderwagen. Stadtbewohner sind meist mit etwas wendigeren und kleineren Modellen gut beraten, die auch durch enge Supermarktgänge passen und dennoch Platz für die Einkäufe bieten. Bei abschüssigem Gelände und wenn Sie den Spaziergang mit dem Kind gleich zum Joggen nutzen wollen, ist eine zusätzliche Handbremse sinnvoll. Für diesen Zweck gibt es sogar spezielle Lauf-Kinderwagen. Wer in einem Hochhaus ohne Fahrstuhl lebt, sollte sich dagegen überlegen, ob sich ein Kinderwagen mit herausnehmbarer Tragetasche lohnt. Extra-Tipp: Viele Modelle lassen sich zum Buggy umbauen und werden so zum langfristigen Begleiter, wenn das Baby heranwächst. Dabei sollte die Rückenlehne verstellbar sein, damit das Kind sowohl aufrecht sitzen als auch liegen kann.

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