Wie erkenne ich einen Scharlatan?

Redaktion PraxisVITA
Heilerin mit Pendel
Sinnvolle Maßnahmen helfen Ihnen, sich vor Scharlatanen zu schützen © Fotolia

Sie geben große Heilversprechen ab und verstehen sich selbst als Wunderheiler: Wir erklären, wie Sie einen Scharlatan erkennen und sich schützen können.

Bei der Show Beckmann bekamen die Zuschauer vor kurzem einen Einblick in die lebensgefährliche Welt der Scharlatane: Selbsternannte Wunderheiler rücken ihren Patienten mit vermeintlich heilsamen „Pülverchen“ zu Leibe, die Ecstasy und andere Drogen enthalten.

Die Botschaft des Moderators lautete, dass jeder in die Falle von einem Scharlatan tappen kann. Sie können sich aber schützen – indem Sie einige Vorsichtsmaßnahmen beachten.

Grundsätzlich gilt: Naturheilverfahren sollten niemals als Ersatz für schulmedizinische Therapien bei Krebs oder anderen lebensbedrohlichen Krankheiten angewendet werden – wenn überhaupt, dürfen sie nur ergänzend zum Einsatz kommen.

Scharlatan
Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl: Es wird Ihnen sagen, ob Sie einem Arzt vertrauen können© iStock
 

Achtung, Scharlatan: Das sind die Warnhinweise

  • Ihr Therapeut rät ihnen, laufende Therapien einzustellen oder Medikamente abzusetzen
  • Er möchte Sie daran hindern, vor Behandlungsbeginn eine zweite Meinung einzuholen
  • Einen ausbleibenden Erfolg schiebt er der Scharlatan Ihre Einstellung
  • Er mixt selbst Medikamente ohne eine Apotheker-Ausbildung absolviert zu haben

Man sollte jedoch nicht alternative Heilmethoden allgemein als Scharlatanerie verteufeln. Zahlreiche Naturheilverfahren erzielen große Erfolge – darum übernehmen auch viele Krankenkassen die Kosten für diese Behandlungen. Drei von den Kassen unterstützte Naturheilverfahren stellen wir Ihnen im Folgenden vor – welche Krankenkassen welche alternativen Heilmethoden bezahlen, erfahren Sie hier.

 

Akupunktur

Die fast 6.000 Jahre alte Lehre aus China geht davon aus, dass Krankheiten durch einen gestörten Energiefluss ausgelöst werden. Mit den Akupunkturnadeln werden diese Blockaden beseitigt, Schmerzen gelindert und körpereigene Selbstheilungskräfte aktiviert.

Akupunktur kann beispielsweise bei chronischen Schmerzen, Heuschnupfen und Reizdarmsyndrom große Folge erzielen. Weitere Krankheitsbilder, bei denen Akupunktur häufig hilft, finden Sie hier.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten von bis zu 15 Akupunkturbehandlungen pro Jahr bei chronischen Schmerzen in den Kniegelenken oder der Lendenwirbelsäule – andere Akupunkturbehandlungen müssen aus eigener Tasche bezahlt werden. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist außerdem, dass die Therapie von einem Arzt mit entsprechender Zusatzausbildung durchgeführt wird und nicht von einem Heilpraktiker – das gilt auch für alle anderen alternativen Heilmethoden. Eine 30- bis 45-minütige Sitzung kostet zwischen 30 und 80 Euro.

Der Arzt sollte von der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur e.V. (DÄGfA) geprüft worden sein – zertifizierte Therapeuten in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Akupunktur
Scharlatan oder nicht? Akupunktur ist als Heilmethode anerkannt und wird oft von Krankenkassen mitfinanziert© iStock
 

Osteopathie

Die Osteopathie (von osteo = Knochen und pathos = Leiden) wurde um 1885 von dem Amerikaner Andrew Taylor Still begründet. Mit ihrem ganzheitlichen Ansatz geht sie davon aus, dass wichtige Körperfunktionen in ständiger Wechselwirkung miteinander ablaufen. Kommt es zu einem Ungleichgewicht, wird man krank.

Die Hände eines Osteopathen erspüren wie Sensoren Haut, Knochen, Muskeln, Gelenke, auch die inneren Organe, Blutgefäße, Lymphbahnen und Nerven. Innere Blockaden sollen so gelöst, Selbstheilungskräfte aktiviert werden. Osteopathie gilt als wirksam bei Muskel- und Gelenkerkrankungen, Verdauungsstörungen und Hauterkrankungen.

Osteopathie ist für die gesetzlichen Krankenkassen eine freiwillige Zusatzleistung, darum variieren die übernommenen Anteile stark – Betroffene sollten bei ihrer Krankenkasse anfragen. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist allerdings, dass der Therapeut entweder Mitglied eines Verbandes der Osteopathen ist oder eine Ausbildung hat, die ihn zum Eintritt in einen solchen Verband berechtigt. Eine Sitzung kostet im Schnitt 80 Euro. Der Verband der Deutschen Osteopathen e.V. (VDO) führt eine Liste mit Therapeuten, die "im Grundberuf Arzt, Heilpraktiker oder Physiotherapeut" sind und "mindestens eine 5-jährige osteopathische Aus- oder Weiterbildung" nach den Kriterien des VDO haben. Daran erkennen Sie, ob Sie es mit einem Scharlatan zu tun haben.

 

Homöopathie

1.500 mineralische und pflanzliche Wirkstoffe kennt die Homöopathie. Ihre Grundlage ist das sogenannte Ähnlichkeitsprinzip: Als Heilmittel wird ein Wirkstoff ausgewählt, der bei gesunden Menschen ähnliche Symptome hervorruft wie die Krankheit, die behandelt wird. Der Körper soll so dazu angeregt werden, die Symptome selbst zu bekämpfen. Die Wirkstoffe werden in Wasser oder Alkohol potenziert – das heißt in Stufen extrem verdünnt. „Je verdünnter das Mittel ist, desto größer die Wirkung“, lautet die Grundthese der homöopathischen Medizin. Viele Menschen machen positive Erfahrungen mit den weißen Kügelchen (Globuli) oder homöopathischen Tropfen – etwa bei Husten Übelkeit oder Kopfschmerzen. Weitere Einsatzgebiete der Homöopathie finden Sie hier.

Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine homöopathische Behandlung – Voraussetzung ist, dass der verschreibende Arzt ein Homöopathie-Diplom des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) erworben hat. Einen qualifizierten Arzt in Ihrer Nähe finden Sie hier.

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