Wie entsteht Schüttelfrost und was hilft dagegen?

Redaktion PraxisVITA

Der ganze Körper zittert und man kann nichts dagegen machen, obwohl es nicht kalt ist – das ist das typische Anzeichen für Schüttelfrost. PraxisVITA erklärt, welche Ursachen Schüttelfrost haben kann und was dagegen hilft.

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
 

Was ist Schüttelfrost?

Unter dem Begriff Schüttelfrost (lateinisch Febris undularis) versteht man ein unvermitteltes Zittern des Körpers, das zusammen mit einem Kältegefühl auftritt. Das Zittern entsteht durch schnelles wiederholtes Zusammenziehen und Erschlaffen der Skelettmuskulatur.

Besonders davon betroffen ist die Muskulatur der Oberschenkel und des Rückens, in manchen Fällen zittert auch die Kiefermuskulatur. Schüttelfrost tritt schubweise auf: Ein Schub dauert meistens einige Minuten und geht häufig direkt in einen Schlaf über.

Schüttelfrost – Überblick
  • Zittern des Körpers
  • Tritt zusammen mit Kältegefühl auf, meist in der Kombination mit Fieber
  • Hat den Nutzen, die Körpertemperatur bei Infektionen und Entzündungen zu erhöhen, um diese leichter bekämpfen zu können
 

Warum hat man Schüttelfrost?

Schüttelfrost hat eine wichtige Funktion im menschlichen Körper. Normalerweise liegt die Körpertemperatur bei etwa 37 °Celsius. Bei einer Infektion oder einer sonstigen Entzündung wird dieser „Sollwert“ verstellt: Der Hypothalamus, ein Teil des Zwischenhirns, gibt den Befehl, die Körpertemperatur zu erhöhen – es kommt zu Fieber (ab 37,8 °C oral gemessen,  38,2 °C rektal gemessen). So kann der Körper Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Parasiten leichter beseitigen.

Junge Frau liegt krank im Bett
Bei einer Infektion steigt die Körpertemperatur häufig über 37 Grad – um dies zu regulieren, entsteht Schüttelfrost © iStock/twinsterphoto

Der Schüttelfrost ist eine Methode des Körpers, die Temperatur schnell zu erhöhen. Durch wiederholtes Zusammenziehen der Muskeln, wird Wärme erzeugt. Gleichzeitig wird die Durchblutung der Haut gedrosselt, sodass weniger Wärme nach außen abgegeben wird. Ist der neue Temperatursollwert erreicht, verschwindet der Schüttelfrost.

 

Schüttelfrost als Symptom einer lebensgefährlichen Blutvergiftung

Eine Blutvergiftung (Sepsis) ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland – auch, weil die Symptome recht unspezifisch sind. Schüttelfrost und Fieber deuten beispielsweise auch auf eine Grippe hin. Wird die Blutvergiftung nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann es zu einem lebensgefährlichen Organversagen kommen. Treten Symptome wie Schüttelfrost auf, sollte daher der Blutdruck kontrolliert werden: Bei einer Blutvergiftung fällt dieser sehr stark ab. Bei Verdacht auf Sepsis ist es wichtig, schnellstens den Notarzt zu informieren!

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