Wie entsteht eine Thrombose im Arm und was hilft dagegen?

Stephanie Pingel Medizinredakteurin
Thrombose im Arm
Eine Thrombose im Arm wird oft zunächst übersehen, da viele Patienten keine Schmerzen verspüren © Alamy

Eine Thrombose im Arm tritt zwar deutlich seltener auf als im Bein, wird aber eben deshalb oft zunächst nicht richtig erkannt. Praxisvita erklärt, welche Symptome auf eine Armthrombose hindeuten und wie sie behandelt wird.

Grundsätzlich passiert bei einer Thrombose im Arm dasselbe wie im Bein: Es bildet sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Gefäß und verstopft es. Man spricht in diesem Fall vom sogenannten Paget-von-Schroetter-Syndrom. Lediglich zwei Prozent aller Thrombosen entstehen im Arm – weshalb sie häufig anfangs nicht vom Arzt erkannt werden. Betroffen ist meist der rechte Arm.

 

Symptome bei einer Thrombose im Arm

Ein weiterer Grund, weshalb eine Thrombose im Arm oft nicht bemerkt wird, ist, dass viele Patienten keine Schmerzen spüren. Das Blutgerinnsel macht sich oft eher durch eine leichte Schwellung sowie eine rötliche oder blaue Verfärbung bemerkbar. Die Venen, die nah unter der Hautoberfläche verlaufen, treten durch eine Thrombose im Arm stärker hervor. Ein deutliches Zeichen ist es außerdem, wenn die Haut selbst fleckig wird – denn das bedeutet, dass der Körper einen sogenannten Umgehungskreislauf gebildet hat. Dabei bilden sich neue kleine Blutgefäße, die im besten Fall die Verstopfung durch den Thrombus ausgleichen. Weitere mögliche Symptome bei der Thrombose im Arm sind Spannungsgefühle sowie ein Druckgefühl in der Achsel.

Ebenso wie bei der Thrombose im Bein ist es schwierig, bei einem Blutgerinnsel im Arm die genauen Ursachen festzustellen. Sie scheint allerdings durch starke Belastungen begünstigt zu werden. Dazu gehören Sportarten wie Tennis oder Gewichtheben, aber auch Arbeiten, bei denen man die Arme länger über den Kopf strecken muss, beispielsweise das Streichen einer Zimmerdecke.

Brustschmerzen
Kommt es bei einer Thrombose im Arm zu plötzlicher Atemnot oder Brustschmerzen, kann eine Lungenembolie vorliegen© Alamy
 

Wie lässt sich eine Thrombose im Arm behandeln?

Es gibt verschiedene Ansätze zur Behandlung, die sich unter anderem danach richten, wie lange die Thrombose schon besteht. In den ersten zwei Wochen ist es möglich, dass sich die Thrombose durch blutverdünnende Medikamente von alleine löst. Ist dies nicht der Fall oder ist bereits mehr Zeit vergangen, wird sie meist chirurgisch entfernt. Wie für die Beine gibt es auch spezielle Kompressionsstrümpfe für die Arme, die bei einer Thrombose getragen werden müssen. Meist heilt eine Thrombose im Arm ohne Komplikationen ab – lediglich bei etwa drei Prozent der Fälle kann es zu einer Lungenembolie kommen. Bei plötzlich auftretenden Symptomen wie Atemnot oder Brustschmerzen sollte unbedingt der Notarzt gerufen werden.

Im Video erfahren Sie, welche Warnzeichen für eine Thrombose Sie noch kennen sollten.

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