Wie entsteht ein Hirntumor und wie wird er behandelt?

Redaktion PraxisVITA

Der Begriff Hirntumor umfasst Krebserkrankungen, die sich im Gehirngewebe entwickeln oder aus selbigem entstehen. PraxisVITA erklärt, woran man einen Hirntumoren erkennt und wie er behandelt werden kann.

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
 

Was ist ein Hirntumor?

Der Hirntumor oder auch Gehirntumor umfasst eine Fülle verschiedener Tumorerkrankungen im Gehirn. Dabei wachsen entartete Zellen ungebremst im Gehirngewebe und bilden Geschwulste. Betroffen sind Menschen in jedem Alter, wobei ältere Erwachsene häufiger als Jüngere erkranken.

 

Wie häufig sind Hirntumoren?

Gutartige und bösartige Hirntumoren gehören zu den seltenen Tumorformen. Sie machen gerade mal zwei Prozent aller Krebserkrankungen aus. 

Hirntumor
Als Hirntumor bezeichnet man Gewebewucherungen im Gehirn © iStock
 

Welche Arten von Hirntumoren gibt es?

Der Arzt unterscheidet grundsätzlich zwischen einem primären und einem sekundären Hirntumor. Während sich der primäre Hirntumor aus den Gehirnzellen oder den Zellen der Hirnhäute entwickelt, bilden sich sekundäre Gehirntumoren immer infolge von Tochtergeschwulsten (Metastasen) anderer Krebserkrankungen. Diese siedeln sich von der ursprünglichen Krebserkrankung (z. B. Lungenkrebs, Hautkrebs) ab und wandern über die Blut- oder Lymphbahnen sowie das Nervenwasser (Gehirnflüssigkeit, Liquor) in das Gehirngewebe ein. Sekundäre Gehirntumoren sind also Geschwulste, die sich beispielsweise aus entarteten Haut- oder Lungenzellen im Gehirn entwickeln.

Neben der Einteilung in die Kategorien gut- oder bösartig sowie primär oder sekundär, klassifizieren Mediziner den Hirntumor anhand des verursachenden Gewebetyps. Denn das Gehirn besteht über die eigentlichen Nervenzellen hinaus aus verschiedenen, anderen Zelltypen:

  • Ependymome: Entstehen aus Zellen, die das Deckgewebe des Nervensystems bilden
  • Gliome: Entwickeln sich aus sogenannten Gliazellen, die das Stütz- und Versorgungsgerüst für die Nervenzellen bilden
  • Lymphome: Bilden sich aus bestimmten Zellen des Immunsystems, sogenannten Lymphozyten
  • Medulloblastom: Es entwickelt sich vor allem im Kindesalter aus embryonalen, unreifen Zellen im Gehirn.
  • Meningeome: Tumoren aus Zellen der Hirnhäute
  • Mischtumoren: Bilden sich aus verschiedenen Zelltypen im Gehirn
  • Neurinome: Tumoren aus Nervenzellen
Kopfschmerzen als Hirntumor-Symptom
Ein Hirtumor steht als Ursache für Kopfschmerzen an letzter Stelle© istock
 

Wie schnell wächst ein Hirntumor?

Während gutartige Hirntumoren in der Regel langsam wachsen und sich deutlich gegenüber gesundem Gewebe abgrenzen, wachsen bösartige Hirntumoren schneller und dringen zugleich aggressiv in das umliegende Gehirngewebe hinein. Die umgebenden, gesunden Gehirnzellen werden dabei geschädigt. 

Im Unterschied zu vielen anderen Tumorerkrankungen kann auch der gutartige Hirntumor lebensbedrohend werden, weil der Schädel die Ausweichmöglichkeiten des gesunden Gehirngewebes begrenzt. Der Hirntumor drückt verstärkt auf die empfindlichen Gehirnzellen und schränkt deren Funktion ein oder schädigt sie.

 

Woran erkenne ich, dass ich einen Hirntumor habe?

Ein Hirntumor kann vielfältige Symptome verursachen, die jedoch unspezifisch sind und bei vielen anderen, zumeist harmlosen Erkrankungen auftreten. Zu ihnen zählen

 

Kann ein Hirntumor Kopfschmerzen auslösen?

Ein Hirtumor steht als Ursache für Kopfschmerzen an letzter Stelle. Wenn die Kopfschmerzen vorzugsweise morgens und nachts auftreten, verbunden mit Übelkeit und Erbrechen, sollten Sie allerdings einen Arzt aufsuchen.

 

Wie wird die Hirntumor-Diagnose gestellt?

Besteht der Verdacht auf einen Hirntumor, so setzt der Arzt für die Diagnose unterschiedliche, bildgebende Verfahren, wie beispielsweise die Computertomografie (CT) oder die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) ein. Gegebenenfalls wird er darüber hinaus Gehirnflüssigkeit zur Untersuchung entnehmen oder eine Messung der Gehirnströme durchführen.

Arzt erkennt auf CZ-Aufnahmen einen Hirntumor
Auf den CT-Aufnahmen sieht der Arzt das Gehirn im Querschnitt und kann so einen Hirntumor erkennen© Fotolia
 

Welche Behandlungsmöglichkeiten kommen bei einem Hirntumor infrage?

Bei einem Hirntumor bieten sich dem behandelnden Ärzte-Team für die Therapie die Möglichkeiten einer Operation, einer Bestrahlung (Strahlentherapie) sowie einer Chemotherapie. Erste Wahl ist dabei immer die Operation, also eine ganz oder teilweise Entfernung des Hirntumors. Je nach Art, Ort und Umfang des Hirntumors kann der Arzt alle drei Behandlungsmöglichkeiten kombinieren oder sich auf einen Behandlungsansatz beschränken.

 

Kann man einem Hirntumor vorbeugen?

Einem Hirntumor lässt sich nicht gezielt vorbeugen. Jedoch gilt es generell, den Kontakt zu krebserregenden Stoffen zu vermeiden und die eigene Strahlenbelastung (radioaktive Strahlung) nach Möglichkeit niedrig zu halten. Darüber hinaus empfiehlt es sich, auf das Rauchen zu verzichten und Alkohol nur in Maßen zu genießen, da beide Genussmittel das Risiko einer Krebserkrankung mitunter deutlich erhöhen.

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