Wie entstehen Blähungen und was hilft dagegen?

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Jeder kennt sie, jeder ist von ihnen betroffen – und jedem sind sie unangenehm oder peinlich: Blähungen. Wann es genau zu diesen spürbaren Beschwerden kommt, ist bei jedem Menschen unterschiedlich und hängt zu einem großen Teil vom persönlichen Empfinden ab. Wenn unser Darm sich mit Blähungen meldet, müssen wir nicht gleich mit Medikamenten gegenhalten. Einfache Hausmittel lindern die Beschwerden in der Regel genauso gut oder besser – ohne Nebenwirkungen. PraxisVITA erklärt, wie Blähungen entstehen und was wir dagegen tun können.

 

Was sind Blähungen?

Ist von Blähungen oder einem Blähgefühl die Rede, müssen zuerst verschiedene Begriffe voneinander unterschieden werden. Klagen Betroffene über ein Völlegefühl und Aufgeblähtsein, befindet sich meist ein Übermaß an Gasen und Luft im Magen-Darm-Trakt und der Bauch ist aufgebläht. Gehen die Gase trotz des Blähgefühls nicht ab, ist in der Medizin von Meteorismus die Rede. Gehen die Gase beziehungsweise die Luft übermäßig häufig ab, sprechen Mediziner von Flatulenz, also den unangenehmen Blähungen im eigentlichen Sinne.

Bauchschmerzen durch Blähungen
Betroffene klagen bei Blähungen häufig über Bauchschmerzen und einen aufgeblähten Bauch © istock/sankalpmaya
 

Ab wann sind Blähungen gefährlich?

Meteorismus und Blähungen sind keine eigenständigen Krankheiten, sondern nur Begleiterscheinungen mit unterschiedlichen Ursachen. Dabei sind Blähungen in der Regel harmlos und treten nur vorübergehend auf. Erst ab einer Anzahl von mehr als 24 Gasabgängen in 24 Stunden sind Blähungen als krankhaft einzustufen.

 

Was kann Blähungen auslösen?

Sie sind meist ernährungsbedingt, aber auch durch zu hastiges Essen, kohlensäurehaltige Getränke oder Stress können Blähgefühle auftreten. Staut sich dadurch im Darm zu viel Gas an, wird die überschüssige Luft über den After abgegeben. Oftmals unangenehm und in manchen Situationen peinlich, aber ein natürlicher Vorgang.

Meteorismus gehört zu den häufigsten Beschwerden des Unterleibs mit Entstehung im Darm. Jeder fünfte Erwachsene ist von einem gelegentlichen Blähgefühl betroffen. Auch Krankheiten können Auslöser von Blähungen oder dem Gefühl eines aufgeblähten Unterleibs sein. So klagen zum Beispiel Patienten mit einem Reizdarmsyndrom am häufigsten über das Gefühl, aufgebläht zu sein. Aber auch Funktionsstörungen der Gallenblase oder der Bauchspeicheldrüse, die Unfähigkeit des Körpers, bestimmte Nährstoffe zu spalten (Malabsorption), oder Unverträglichkeiten bestimmter Nahrungsmittel können zu Blähungen führen.

Speiseröhre und Magen
Mit jedem Schluckakt und bei tiefem Einatmen gelangen rund zwei bis drei Milliliter Luft in den Körper. Auch Nahrungsmittel enthalten Luft – insgesamt gelangen so täglich zwei bis drei Liter Luft in den Magen © istock/magicmine
 

Wie entstehen Blähungen?

Doch wie entsteht diese erhöhte Gasbildung im Magen-Darm-Trakt, die zu einem aufgeblähten Gefühl und Blähungen führt? Dafür gibt es unterschiedliche Ursachen. Ein Grund  ist die Luft, die beim Einatmen und mit der Nahrungsaufnahme verschluckt wird. Diese muss wieder entweichen, zum Teil durch Aufstoßen, zum Teil über den Darm. Und da Gase die Strecke vom Magen bis zum Darmausgang deutlich schneller zurücklegen als feste Nahrungsmittel – Gase benötigen hierfür etwa 35 Minuten, feste Nahrungsbestandteile dagegen bis zu 57 Stunden – sind häufig Blähungen die Folge.

So kommt die Luft in den Körper

Ein weiterer Faktor ist Kohlendioxid (CO2), das bei der Verdauung vermehrt gebildet wird und jeder mit kohlensäurehaltigen Getränken aufnimmt. Ein Teil des CO2 wird über den Dünndarm wieder aufgenommen, gelangt mit dem Blut zur Lunge und wird abgeatmet. Dem Rest bleibt zusammen mit den anderen Gasen nur ein Ausweg – der Darm. Dieses Gemisch aus Gasen besteht dabei zu 99 Prozent aus den geruchslosen Gasen Kohlenstoffdioxid, Stickstoff, Wasserstoff, Methan und Sauerstoff. Die unangenehmen und übelriechenden Bestandteile dieses Gasgemisches sind also nur ein kleiner Bestandteil und entstehen durch Bakterien, die Eiweiße abbauen.

Hauptsächlich entstehen Gase bei der Verdauung. Diese bilden sich durch den Abbau von Kohlenhydraten durch Darmbakterien. Dabei spielt die Ernährung eine wichtige Rolle, je nach Nahrungsmittel bilden sich mehr oder weniger Gase im Magen-Darm-Trakt.

 

Warum hat man Blähungen in der Schwangerschaft und ab wann treten sie auf?

Auch Schwangere leiden häufig unter Blähungen. Ab dem Moment der Empfängnis produziert der Körper verstärkt Progesteron. Progesteron entspannt die Muskulatur der Gebärmutter und beruhigt den Darm. Infolgedessen verlangsamt sich die Verdauung, der Inhalt des Darms bleibt länger im Körper und bildet vermehrt Darmgase. Diese äußern sich dann bereits in der Frühschwangerschaft (besonders in der 6 SSW) in Form von Blähungen. Langsames Essen und bewusstes Kauen wirken vorbeugend.

 

Was kann Blähungen beim Baby verursachen?

Blähungen sind in den ersten drei Monaten typisch bei Babys. Ein noch unreifes Darmsystem und Schlucken von Luft beim Trinken führt bei Babys oft zu schmerzhaften Blähungen und Bauchkrämpfen. Erste Hilfe: Klopfen Sie dem Kind sanft auf den Rücken, während Sie es in Fliegerstellung (in Bauchlage auf dem Unterarm haltend) tragen. Auch Wärme und kreisende Bauchmassagen helfen.

Blähungen beim Baby
Fast die Hälfte aller Säuglinge leidet unter Drei-Monats-Koliken. Das bedeutet unter anderem starke Blähungen und Schmerzen © istock/Halfpoint
 

Wie kann ich Blähungen natürlich behandeln?

Heilerde hilft gegen Blähungen

Das feine Pulver (Apotheke) bindet Schadstoffe im Verdauungstrakt und harmonisiert die Magen-Darm-Tätigkeit. Es unterstützt den Abtransport von Giftstoffen im Darm. Anhaltende Beschwerden wie Durchfall, Magenkrämpfe und Blähungen werden so gelindert. Drei Mal täglich ein bis zwei Teelöffel Heilerde in einem Glas Wasser oder einer Tasse ungesüßtem Kamillentee anrühren, in einem Zug trinken.

Kümmel-Tee hilft gegen Blähungen

Bei Luft im Bauch hilft Kümmel-Tee: Zwei Teelöffel Körner mit heißem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen und drei Mal täglich trinken.

Weinraute gegen Blähungen
Als Tee zubereitet, entfalten die Blätter der Weinraute ihre Wirkung gegen Blähungen © istock/Mantonature

Weinraute hilft gegen Blähungen

Bei Völlegefühl und Blähungen hilft ein Tee: Einen Teelöffel getrocknete Blüten (Apotheke) mit 250 ml heißem Wasser überbrühen, zehn Minuten ziehen lassen. Vorsicht: Schwangere dürfen die Weinraute nicht verwenden.

VIDEO: Hausmittel gegen Blähungen

 
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