3 Gründe, warum Fasten gut für die Leber ist

Redaktion PraxisVITA

Fasten ist eine Erholungskur für den gesamten Körper, besonders für die Leber. Übergewicht, ungesunde Ernährung und übermäßigen Alkoholkonsum können ihr stark zusetzen und das Risiko für chronische Erkrankungen erhöhen. Intervallfasten und Heilfasten können der Leber dabei helfen, zu regenerieren – und das bereits nach kurzer Zeit!

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Dass Fasten für die Leber gut sein muss, wird schnell klar, wenn man sich ihre Funktion im Körper vor Augen führt: Die Leber ist das wichtigste Organ für den Stoffwechsel. Es baut nicht nur Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße ab, sondern ebenso schädliche und giftige Stoffe, die wir täglich über die Nahrung zu uns nehmen. Zugleich speichern sich in den Leberzellen Stoffe, die der Körper nicht direkt benötigt, darunter auch Fett. Nimmt man also zu viel Fett zu sich, bilden sich größere Ablagerungen, die die Leber anschwellen lassen. Das Risiko für chronische Erkrankungen wie einer Fettleber oder einer Leberzirrhose ist dadurch stark erhöht.

Je nach Fastenform wird entweder die Zeit, die zwischen den einzelnen Mahlzeiten liegt, stark erhöht und die Anzahl der Mahlzeiten reduziert oder die Kalorienzahl drastisch gesenkt. Das kann die Lebergesundheit auf natürliche Weise wiederherstellen – wie genau, haben drei Studien untersucht.

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Intervallfasten entlastet die Leber

Um einer Fettleber vorzubeugen, raten Experten zu maximal drei Mahlzeiten am Tag und einem Verzicht auf Snacks zwischendurch. Denn die Leber braucht für den Abbau von Fett und anderen Stoffen Zeit. Bekommt sie die nicht, weil zu kurze Pausen zwischen den einzelnen Mahlzeiten und Snacks liegen, kommt es zwangsläufig zu Fettablagerungen.

Das Intervallfasten, das in der klassischen Variante einen Abstand von 16 Stunden zwischen den zwei erlaubten Mahlzeiten erfordert, lässt der Leber viel Zeit, um ihre Arbeit zu verrichten. Forscher der Universität Sydney konnten in einem Experiment mit Mäusen zeigen, dass Intervallfasten, an jedem zweiten Tag durchgeführt, den Fettstoffwechsel in der Leber positiv beeinflusst und so Ablagerungen abbaut. Weil durch Intervallfasten die Leber entlastet wird, sie in der therapeutischen Praxis oft als Behandlungsmethode bei einer latenten Fettleber eingesetzt.

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Heilfasten senkt Risiko für Leber-Erkrankungen

Bei Übergewicht sammelt sich in der Leber übermäßig viel Fett an, was chronische Lebererkrankungen zur Folge haben kann. Im schlimmsten Fall droht eine Leberzirrhose. Eine Fasten-Dauer von nur acht bis neun Tagen kann das Risiko für Lebererkrankungen stark senken, wie deutsche Forscher herausfanden. Im Rahmen einer Studie mit 697 Probanden, die leicht oder stark erhöhte Leberfettwerte hatten, zeigte Heilfasten auf die Leber einen signifikanten Effekt.

Heilfasten ist eine vom deutschen Arzt Otto Buchinger vor rund 100 Jahren entwickelte Fastenform. Sie findet Anwendung in der Therapie verschiedenster Krankheiten und zählt zu den härtesten Fastenkuren. Denn die tägliche Energiezufuhr beschränkt sich auf lediglich 300 bis 400 Kalorien. Der tägliche Speiseplan sieht Gemüsebrühe (0,25 l), Obst- oder Gemüsesaft (0,25 l), mindestens 2,5 Liter Wasser und Honig (30 Gramm) vor. Die Kur wird in der Regel über sieben bis 10 Tage durchgeführt.

Die Studienteilnehmer durften täglich nur maximal 250 Kilokalorien über Fruchtsäfte und Brühen zu sich nehmen. Am Ende der Heilfastenkur konnte sich die Probanden nicht nur über Gewichtsverlust und einen reduzierten Bauchumfang freuen. Durch das Fasten normalisierten sich auch die Leberwerte.

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Auswirkung des Fastens auf die Leber: Ein Protein ist entscheidend

Was genau beim Fasten in der Leber passiert, haben Forscher vom Deutschen Krebsforschungszentrum zusammen mit Wissenschaftlern vom Helmholtz Zentrum München und dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung herausgefunden.

Dazu untersuchten die Forscher Leberzellen bei Probanden, die zuvor auf Diät gesetzt worden waren. Sie beobachteten: Je weniger Nährstoffe die Zellen bekamen, desto häufiger produzierten sie ein Protein. Das sogenannte ‘Growth Arrest and DNA Damage-inducible’ – kurz GADD45β. Das Molekül war bisher eher im Zusammenhang mit der Reparatur von Schäden am Erbgut und dem Zellzyklus bekannt.

Die Versuche der Wissenschaftler zeigen: GADD45β steuert die Fettsäureaufnahme in der Leber. Fehlt das Protein, entwickelt sich leichter eine Fettleber und der Blutzuckerspiegel steigt an. Erhöht man den GADD45β-Spiegel, so normalisiert sich der Fettgehalt der Leber. Auch der Zuckerstoffwechsel verbessert sich. „Der durch das Fasten verursachte Stress auf die Zellen der Leber scheint also die Produktion von GADD45β anzukurbeln, was dann den Stoffwechsel an die geringe Nahrungsaufnahme anpasst, fasst Studienleiter Adam J. Rose zusammen.

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Erhöhte Leberfettwerte durch Fasten?

Allerdings kann es zwischenzeitlich auch zu erhöhten Leberwerten durch das Fasten kommen, was sich durch Leberschmerzen bemerkbar machen kann. Die Ursachen sind nicht gänzlich geklärt – man vermutet aber, dass der Körper durch die stark reduzierte Kalorienaufnahme in den Notfallmodus schaltet. Die Folge: Es wird zunächst mehr Fett gespeichert. Dieses Phänomen zeigt sich jedoch selten und nur in der Anfangsphase einer Fastenkur.

Hinweis: Eine Fastenkur, allen voran das Heilfasten, sollte immer unter ärztlicher Beobachtung erfolgen und nicht auf eigene Faust durchgeführt werden. Auf diese Weise können die Leberwerte kontrolliert und Leberschmerzen beim Fasten abgeklärt werden. Zudem lassen sich auch der Erfolg und die Wirkung des Fastens auf die Leber durch eine engmaschige ärztliche Kontrolle genau bestimmen.

Quellen:

Wei, C. [u.a] (2019): Effects of Periodic Fasting on Fatty Liver Index—A Prospective Observational Study, in: mdpi

Hatchwell, L. [u.a] (2020): Multi-omics Analysis of the Intermittent Fasting Response in Mice Identifies an Unexpected Role for HNF4α, in: cell reports

Drinda, S. [u.a] (2019): Effects of Periodic Fasting on Fatty Liver Index—A Prospective Observational Study., in: Nutrients, 11, 2601.

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