Wie ein Name Kinderleben rettet

Rasmus Cloes
Baby fasst Hand der Mutter an
Für einen guten Start ins Leben braucht ein Baby seine Mutter – und einen Namen. Selbst, wenn der nur vorläufig ist © Fotolia

Ein Name begleitet uns ein ganzes Leben. Kein Wunder, dass viele Eltern noch nach der Geburt grübeln, wie sie ihr Kind nennen wollen. Sie sollten dabei jedoch eine wichtige Sache beachten.

Um seinen Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen, muss man ihnen einen auffälligen Namen geben – auch wenn man eigentlich noch keinen für sie hat. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die vor Kurzem in der Fachzeitschrift Pediatrics veröffentlicht wurde.

 

Name verhindert Behandlungsfehler

Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass Behandlungsfehler um über 35 Prozent zurückgehen, wenn die Kinder direkt nach der Geburt einen vorläufigen Namen bekommen. Das Wichtige dabei: Der Name sollte nicht neutral sein, sondern eine Assoziation hervorrufen.

Bislang ist es in vielen Krankenhäusern noch so, dass Kinder, bis sie einen Namen bekommen, einfach „Babygirl“ oder „Babyboy“ genannt werden. Dazu bekommen sie eine Identifizierungsnummer. Einige Krankenhäuser begannen schon vor der Studie, den dort geborenen Kindern vorläufige Namen zu geben. Es zeigten sich Hinweise, dass dort auch weit weniger Behandlungsfehler passierten. Das regte die Autoren an, den Effekt mit einer klinischen Studie zu untersuchen – immerhin bieten sich auch viele andere Gründe an, warum gerade dort weniger Fehler passieren: So könnten zum Beispiel die Mitarbeiter dort einfach engagierter oder besser ausgebildet sein.

 

Nach der Mutter benannt

Die Forscher führten in einem New Yorker Krankenhaus ein, dass die Kinder statt Babyboy oder -girl nun nach der Mutter benannt wurden. Sie hießen also für die ersten Tage zum Beispiel „Wendysgirl Jackson“ „Brendasboy Johnsons“ oder „Catherinesgirl Jones“ – eine kleine Änderung mit großer Wirkung.

Innerhalb eines Jahres fiel die Quote von nachgewiesenen Behandlungsfehlern bei den Neugeborenen von 59,5 pro 100 000 auf 37,9 – eine Verringerung um 36,3 Prozent. Die Wissenschaftler ziehen anhand der Daten ein klares Fazit: „Uneindeutige Namen für Neugeborene sind gefährlich.“ Sie empfehlen, dass Neugeborenen-Stationen schnellstmöglich ihre Richtlinien anpassen sollten, um die Kinder zu schützen.

Hamburg, 14. Juli 2015

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.