Wie die Star Wars Musik Ihr Leben retten könnte

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Kann Star Wars Musik bei Ärzten die Macht erwecken? © Alamy/Bauer Stock

Ärzte, die während einer Darmspiegelung Musik aus „Star Wars“ hören, arbeiten genauer als bei Popmusik-Beschallung. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle australische Studie.

„In einem weit, weit entfernten Krankenhaus (Melbourne, Australien) wurden Patienten von einer Endoskopie-Liste rekrutiert“ – so beginnt eine aktuelle australische Studie.

Wissenschaftler des Austin Hospitals in Melbourne analysierten 103 Darmspiegelungen, die zwischen Juni und August 2015 durchgeführt wurden. Die durchführenden Ärzte hörten während der Prozedur entweder Teile des Star Wars Soundtracks („Battle of the Heroes“ aus dem Film „Die Rache der Sith“) oder Popmusik. Die Patienten schliefen und wussten nicht, welche Musik gespielt wurde. Während jeder Darmspiegelung wurde die Zeit gemessen. An der Studie nahmen fünf Ärzte teil, deren Berufserfahrung von einem bis zehn Jahren variierte.

 

Ärzte in der Star Wars Gruppe fanden mehr Darmpolypen

Anschließend analysierten die Forscher, wie erfolgreich die Darmspiegelung verlaufen war. Dabei stellte sich heraus: In Hinblick auf die benötigte Zeit unterschieden sich die beiden Gruppen nicht. Doch in der Star Wars Gruppe wurden mehr Polypen (Vorwölbungen in der Darmschleimhaut, die zu Krebs entarten können) entdeckt als in der Popmusik-Gruppe – erstere entdeckte 60 Prozent der vorhandenen Polypen, letztere nur 35 Prozent. Bei dem Aufspüren sogenannter Adenome (gutartige Tumoren) zeigte sich ein ähnliches Ergebnis: In der Star Wars Gruppe wurden 48 Prozent der Adenome entdeckt, in der Popmusik-Gruppe nur 35 Prozent.

„Unsere Erkenntnis, dass die Rate der erkannten Polypen und Adenome in der (Star Wars) Gruppe höher war, könnte an der verbesserten Beobachtungsfähigkeit des Arztes in einer zuträglichen musikalischen Umgebung liegen“, erklären die Studienautoren. „Als Star Wars Fans müssen wir annehmen, dass die Macht auch involviert war und unsere Fähigkeiten, Polypen zu entdecken, verbesserte, trotz einer allgemein feindlichen Umgebung.“

 

Kann Musik wirklich die Leistung steigern?

Ganz unkritisch sollten jedoch selbst Star Wars Fans diese Studie nicht sehen. Denn es wurde nicht untersucht, wie effizient Darmspiegelungen ohne musikalische Beschallung ausgeführt werden.

Doch komplett von der Hand zu weisen ist der leistungssteigernde Effekt von Musik nicht. Eine Übersichtsarbeit von Forschern um David Bosanquet (Wales) zeigt, dass Musik während einer Operation sich positiv auf die operierenden Ärzte auswirkt. Demnach verringert sie Müdigkeit und Stress und hilft dem Chirurgen, sich zu konzentrieren. Besonders gut eigne sich dazu Jazz und klassische Musik – also Musik ohne Gesang, wie auch der Star Wars Soundtrack. Jazz und Klassik wirken auch beruhigend auf den Patienten: Eine deutsche Studie zeigte, dass Herzfrequenz und Blutdruck des Patienten sinken, wenn diese Stilrichtungen gespielt werden – und das stärker als bei anderen Musikrichtungen.

Hamburg, 17. Dezember 2015

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