Fitter Kopf in jedem Alter Wie die Natur das Gedächtnis stärkt

Redaktion PraxisVITA
Ginkgo für das Gedächtnis
Wann ist Vergesslichkeit noch normal? Und welche natürlichen Mittel helfen dagegen? © oatawa/iStock

Wenn unsere Vergesslichkeit zunimmt, muss das nicht auf eine beginnende Demenz hindeuten. Häufig stecken hinter den Gedächtnisstörungen Ursachen, die sich leicht beheben lassen.

Die Brille verlegt, den Arzttermin vergessen – und wo haben wir das Auto gestern noch mal geparkt? Aussetzer dieser Art kennen wir alle. Bei zunehmender Vergesslichkeit fragen wir uns allerdings immer häufiger: Sind meine Gedächtnisstörungen noch normal? Die gute Nachricht: In der Regel befinden wir uns im Normbereich und somit in bester Gesellschaft von Menschen, denen es ähnlich geht. Die schlechte Nachricht: Tatsächlich lassen einige Gehirnfunktionen bereits ab Ende zwanzig nach. Dazu gehört der Teil, der für unsere Erinnerungen und die räumliche Orientierung verantwortlich ist. Und auch der Bereich, in dem das Kurzzeitgedächtnis verankert ist, schrumpft. Ab dem vierten Lebensjahrzehnt spüren wir die ersten Veränderungen auch körperlich: Unsere Reaktionsfähigkeit nimmt ab, wir brauchen länger, um Informationen zu verarbeiten, und das Kurzzeitgedächtnis verschlechtert sich.

 

Stress und Schlafmangel schaden dem Gehirn

Aber auch bei jüngeren Menschen unterliegt die normale Leistung des Gehirns aufgrund von äußeren Einflüssen Schwankungen. Gründe dafür gibt es viele, so wirken sich beispielsweise Schlafmangel und Stress negativ auf das Konzentrations- und Erinnerungsvermögen aus. Mit Entspannungstraining, mehr Nachtruhe oder einem Schläfchen zwischendurch kann unser Gedächtnis häufig wieder besser arbeiten. Weitere Faktoren, die unser Gedächtnis negativ beeinflussen, sind Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Rauchen. Auch bestimmte Medikamente können zeitlich begrenzte Gedächtnisstörungen hervorrufen, zum Beispiel bei zu hohen Dosierungen. Dazu gehören Mittel zur Entwässerung, einige Blutdrucksenker und starke Schmerz- und Beruhigungsmittel. Besonders bei älteren Menschen lassen sich Defizite in der Aufmerksamkeit und der geistigen Reaktionsfähigkeit häufig auf unerwünschte Wirkungen von Schlafmitteln oder bestimmten Antidepressiva zurückführen.

 

Etwas gegen das Vergessen unternehmen

Ginkgo für das Gedächtnis
Studien zeigen, dass ein Ginkgo-Spezialextrakt dem geistigen Abbau entgegenwirken kann © ooyoo/iStock

Durchblutungsstörungen, die mit dem Alter durch die Verkalkung der Gefäße häufig zunehmen, wirken negativ auf die Gedächtnisleistung. Doch man kann selber einiges tun, um einer Verengung der Arterien vorzubeugen – unter anderem durch regelmäßige Bewegung. Darüber hinaus belegen Studien, dass auch standardisierter Ginkgo-Spezialextrakt (z. B. EGb 761® in Tebonin®, Apotheke) dem geistigen Abbau entgegenwirkt, sobald sich erste Anzeichen abnehmender Gehirnleistung zeigen und sofern er ausreichend lange und hochdosiert eingenommen wird. Hierbei kommen verschiedene Wirkmechanismen zum Tragen: Der Extrakt verbessert die Durchblutung auch feinster Blutgefäße, die das Gehirn mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen; er fördert die Vernetzung der Hirnzellen und wirkt sich positiv auf jene Botenstoffe des Gehirns aus, die für Lernleistungen wichtig sind. Und wer gut für seine grauen Zellen sorgt, kann selbst mit 80 noch viel Neues lernen.

 

Was dem Gehirn außerdem guttut

Das Gehirn ist wie ein Muskel: Es lässt sich trainieren. Wissenschaftler haben herausgefunden, wie das am besten funktioniert:

 

Der Rechentrick

Addieren Sie beim Einkaufen die Preise der einzelnen Produkte im Kopf – das trainiert das Gehirn optimal. Belohnung für die gesunde Kombination aus Bewegung und Konzentration: Die Gedächtnisleistung wird verbessert, das Gehirn verjüngt sich.

 

Geschichten erzählen hält jung

Alles, was die Fantasie und Kreativität herausfordert, regt auch die Gehirnzellen zu Aktivität an. Spielidee: Lassen Sie sich von einem Mitspieler sechs Wörter vorgeben, denken Sie sich eine Geschichte aus, in der all diese Wörter vorkommen, und erzählen Sie sie. Stoppen Sie die Zeit – gewonnen hat, wer am schnellsten war.

 

Die Alltagsroutine unterbrechen

Jede Unterbrechung täglicher Routinen regt die grauen Zellen an. Versuchen Sie, sich mit links die Zähne zu putzen oder die Haare zu kämmen. Gehen Sie einen anderen Weg zum Supermarkt, oder probieren Sie ein neues Rezept aus – all das sorgt dafür, dass das Gehirn nicht abschaltet.

 

Gut hören in jedem Alter

Soziale Kontakte fördern nicht nur unser generelles Wohlbefinden, der Austausch mit ihnen unterstützt auch unser Gedächtnis und dessen Leistungsfähigkeit. Studien zeigen jedoch, dass soziale Kontakte bei Tinnitus-Betroffenen zurückgehen: Wer unter Hörproblemen leidet, fühlt sich von der Gesellschaft oft abgegrenzt. Es ist also auch für unser Gehirn gut, etwas für unser Hörvermögen zu tun. Sinnvol ist es vor allem, die Mikrozirkulation im Innenohr zu verbessern. Und die beste Unterstützung dafür kommt aus der Natur: Ginkgo beispielsweise kann die Durchblutung fördern und steigert so auch die Sauerstoffversorgung des Gehirns – für besseres Hören und mehr mentale Leistungsfähigkeit.

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