Wie die Bypass-OP sicherer wird

Ein älterer Mann wird in der Apotheke beraten
Nehmen Patienten vor und nach einer Bypass-OP Statine ein, sinkt das Risiko von Komplikationen, das belegt eine aktuelle US-Studie © Alamy

Die Einnahme von Statinen vor einer Bypass-OP verringert das Risiko von Komplikationen während und nach dem Eingriff, so das Ergebnis einer aktuellen Studie US-amerikanischer Wissenschaftler.

Rund 1,5 Millionen Frauen und Männer in Deutschland leiden an der sogenannten koronaren Herzkrankheit (KHK). Dabei bilden sich Ablagerungen an den Gefäßinnenwänden, die vor allem aus Fett, Cholesterin und Kalzium bestehen. Im Laufe der Zeit verhärten sich diese Ablagerungen (Plaques) und verengen die Koronararterien, sodass der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden kann. Bereiche der Plaque können auch aufplatzen und so ein Blutgerinnsel verursachen, das möglicherweise die Blutgefäße verstopft. Kommt es zu einer Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff, kann ein Herzinfarkt die Folge sein.

 

Statine schützen vor OP-Komplikationen

Eine Behandlungsoption ist die sogenannte Bypass-Operation: Dabei setzen Ärzte eine Überbrückung (engl. Bypass) mit Arterien oder Venen aus Armen oder Beinen in die verengte Stelle.

In ihrer aktuellen Studie untersuchten Forscher der University of Florida, wie sich die Einnahme von sogenannten Statinen vor und nach einer Bypass-Operation auf mögliche Komplikationen im Zusammenhang mit dem Eingriff auswirkt.

Statine, auch als CSE-Hemmer (Cholesterin-Synthese-Hemmer) bezeichnet, hemmen ein bestimmtes Enzym, das an der Bildung des schädlichen LDL-Cholesterins in der Leber beteiligt ist. Durch die Einnahme von Statinen sinkt der LDL-Spiegel im Blut und die Gefäße werden vor Ablagerungen geschützt – darum nehmen viele Herz-Risikopatienten Statine ein.

Die Wissenschaftler werteten 21 Studien aus, die sich mit dem Thema befassten. Dabei kamen sie zu folgendem Ergebnis: Werden vor und nach dem Eingriff Statine eingenommen, sinkt das Risiko von Komplikationen wie Vorhofflimmern (diese Herzrhythmusstörung tritt bei 15 Prozent der Patienten nach einer Herzoperation auf). Außerdem verringern die Medikamente das Risiko, während oder kurz nach dem Eingriff zu sterben.

 

Wie verhindern Statine Komplikationen?

Der Körper reagiert auf Bypass-OPs und andere große Eingriffe häufig mit einer starken Entzündungsreaktion, die Komplikationen begünstigt. Statine haben außer ihrer cholesterinsenkenden auch eine antientzündliche Wirkung – nach Ansicht der Studienleiter ist das der Grund, warum sie das Komplikationsrisiko senken.

Studienleiter Dr. Amr F. Barakat: „Die Ergebnisse unserer Studie verlangen nach proaktiven Bemühungen, Patienten und Chirurgen über die Vorteile von Statinen aufzuklären – Vorteile, die das Risiko potenzieller Nebenwirkungen definitiv überwiegen.“

Die Autoren betonen, dass weitere Studien notwendig seien, um die optimale Dosis und Dauer der Einnahme zu bestimmen. Außerdem soll untersucht werden, ob Statine in anderen Bereichen ähnliche Vorteile bringen.

Hamburg, 14. Januar 2016

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