Wie Bewegung das Dickmacher-Gen verändert

Frau macht Sport
Schon mit moderater Bewegung lassen sich die Effekte des Dickmacher-Gens FTO abschwächen © Fotolia

Gute Nachrichten für Übergewichtige: Laut einer neuen Studie kann bereits moderate Bewegung die Effekte des sogenannten Dickmacher-Gens stark reduzieren.

Fast die Hälfte aller Europäer leidet an einer Mutation des sogenannten FTO-Gens. Dieses Gen, umgangssprachlich auch als Dickmacher-Gen bekannt, sorgt für eine erhöhte Produktion von Zellen, die Fett einlagern, statt es in Energie umzuwandeln. Menschen mit dieser Genmutation neigen deshalb zu Adipositas. Forscher der McMaster University haben jetzt eine einfache Methode gefunden, um den Einfluss des Dickmachers zu beschränken: Schon mit einer bis zwei Stunden moderater Bewegung die Woche reduziert sich sein Effekt um bis zu 75 Prozent.

 

Genmutation und Adipositas können bekämpft werden

Für ihre Studie kontrollierten die Forscher Daten von 17.400 Menschen aus sechs verschiedenen ethnischen Gruppen über drei Jahre hinweg. Die Versuchspersonen kamen aus insgesamt 17 verschiedenen Ländern und alle haben die Mutation des FTO-Gens. „Unser Ergebnis ist ein Hoffnungsschimmer für alle Menschen, die mit dieser Genmutation und dadurch auch mit Adipositas kämpfen. Wir konnten zeigen, dass man die Effekte des Gens mit relativ geringem Aufwand enorm reduzieren kann. Das Körpergewicht der Patienten hängt also nicht mehr nur allein von einem genetischen Code ab“, so David Meyre, Autor der Studie.

 

Aktivität des Dickmacher-Gens sinkt um 75 Prozent

Die Wissenschaftler maßen bei den Probanden erst den BMI und die FTO-Aktivität und beobachteten dann ihre physische Aktivität über den gesamten Studienzeitraum hinweg. Am Ende der Studie wurde dann erneut gemessen. Bei den Teilnehmern, die sich eine bis zwei Stunden in der Woche bewegt hatten, ging die Aktivität des FTO-Gens um bis zu 75 Prozent zurück. Sport ist also nicht nur generell gut zum Abnehmen, sondern unterstützt auch Patienten mit genetischer Vorbelastung. Die Experten raten daher  Betroffenen zu moderater Bewegung im Alltag. Von moderat spricht man, wenn man 100 Schritte in der Minute zurücklegt – und das möglichst etwa 30 Minuten lang.

 

Studie wird zur Ausgangsbasis für neue Forschungen

Für die Studie hatten sich die Forscher des Population Health Research Institute der McMaster University mit ihren Kollegen der Hamilton Health Sciences zusammengetan. Das deutliche Ergebnis hat beide Abteilungen darin bestärkt, auch künftig mehr zusammenzuarbeiten. Die neue Studie soll dabei als Basis dienen, um die Adipositas-Forschung voranzutreiben. „Als nächstes wollen wir untersuchen, wie sich Faktoren unseres Lebensstils, also beispielsweise Diäten, Stress und Schlafverhalten auf die Gene auswirken, die Adipositas begünstigen“, so Meyre.

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